Isländisches Meeresinstitut bestätigt Tötung eines seltenen Hybridwals

Das isländische Meeresinstitut hat bestätigt, dass der vor ein paar Tagen von Walfängern vor Island getötete Wal den Ergebnissen zufolge ein Blau-/Finnwal-Hybrid und kein Blauwal war. Viele Experten stehen den Testergebnissen des Isländischen Meeresinstitutes jedoch skeptisch gegenüber. Auch in isländischen Gewässern gelten Blauwale als geschützte Art – für Hybriden gibt es bisher jedoch keine Regulierung und daher auch keine Strafe.

In einer Presseerklärung sagte das Institut, „dass die Ergebnisse der genetischen Tests die erstmalige Beurteilung bestätigen, dass der am 7. Juli gefangene Wal ein Hybrid sei“, also ein Nachkomme von Finn- und Blauwal.

Nachdem Bilder des am vorletzten Samstag angelandeten Wals freigegeben wurden, sagten etliche Wissenschaftler, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen Blauwal handelt und Island mit dessen Tötung internationales Recht gebrochen habe. Sie riefen dazu auf, dass das Walfangunternehmen Hvalur hf. den Walfang einstellen soll.

Die genetischen Tests wurden im Schnellverfahren durchgeführt und veröffentlicht, nachdem Blauwal-Experten, die Medien sowie die Öffentlichkeit, die isländische Regierung auf eine schnelle Klärung gedrängt hatten.

Blue whale killed by Icelandic whalers
Blue whale killed by Icelandic whalers

Isländische Walfänger bezeichnen Hybride schlicht als ‚Anomalie der Natur‘ und haben seit 1983 bereits vier dieser seltenen Wal-Kreuzungen getötet. Ein 1986 vor Island gefangener weiblicher Blau-Finnwal-Hybrid war schwanger, der Vater des Fötus war ein Blauwal. Für die Forschung sind Hybride sehr wichtig, da sie helfen können, evolutionäre und ökologische Prozesse besser zu verstehen.

„Egal ob es ein Blauwal oder ein Hybridwal war, es handelte sich um ein seltenes Tier“, so Vanessa Williams-Grey von WDC. „Wenn die Walfänger ihn für einen Finnwal gehalten haben und nun denken, dass ihr ‚Irrtum‘ keine Folgen haben wird, spricht das Bände über die Abgebrühtheit und die gleichzeitige Inkompetenz dieser Industrie.“

Die isländische Premierministerin Katrin Jakobsdottir steht international und auch in Island selbst zunehmend unter Druck. Sie hat für den Herbst eine Evaluierung des Walfangs angeordnet. Persönlich hatte sie sich bereits ablehnend gegenüber einer Fortsetzung der Waljagd geäußert.

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