Fragen und Antworten zu

Was ist das Walfang-Moratorium bzw. das Verbot des kommerziellen Walfangs?

Als deutlich wurde, dass die Anzahl getöteter Wale nicht nachhaltig war und ein Walbestand nach dem anderen an den Rand der Ausrottung gelangte, beschloss die IWC 1982 ein Verbot des kommerziellen Walfangs (= Moratorium), das im Jahr 1986 in Kraft trat.

Mehr Infos zur Internationalen Walfangkommission (IWC)

Welche Länder betreiben kommerziellen Walfang und warum tun sie das, wenn es doch ein Moratorium gibt?

International ist der kommerzielle Walfang verboten (die Fangquote für kommerzielle Walfangaktivitäten wurde auf 0 gesetzt). Norwegen erkennt das Moratorium nicht an und setzt eigenmächtig kommerziellen Walfang fort. Japan deklariert seine Walfangaktivitäten als „wissenschaftlich“ und beruft sich dabei auf das Vertragsrecht der ICRW, Artikel VIII, das Ländern ermöglicht, Genehmigungen für solche Aktivitäten zu erteilen. Island verließ 1992 die IWC und trat 10 Jahre später wieder der IWC bei, dabei meldete es einen sogenannten Vorbehalt gegenüber dem Moratorium an und sieht sich selbst somit nicht daran gebunden. Diese drei Staaten töten ca. 1600 Wale pro Jahr. Auch in Grönland entwickeln sich Walfangaktivitäten in eine Richtung, die zunehmend unter kommerziellen Gesichtspunkten gesehen werden müssen.

Wie viele Wale wurden seit Bestehen des Moratoriums getötet?

Fast 45.200 Wale wurden seit Bestehen des Moratoriums getötet. Diese Zahl schließt den Substistenz-Walfang durch indigene Völker (ASW) mit ein.

Seit Inkrafttreten des Moratoriums fielen 36.773 Wale kommerziellen Walfangaktivitäten zum Opfer. Davon töteten japanische, norwegische und isländische Walfänger 30.648 Wale.

  • Japan tötete mehr als 19.167 Wale: 5.519 „unter Einwand“ bis 1987/88; als es seinen Einwand fallen ließ, 13.648* während der Jagd zu „wissenschaftlichen Zwecken“ im Rahmen von JARPA und JARPN
  • Norwegen tötete 10.395 Wale seit der Küstenwalfangsaison 1985/86: zum größten Teil "unter Einwand", jedoch auch einige zu „wissenschaftlichen Zwecken“
  • Island tötete 1.086 Wale seit 1986 - über die Hälfte davon seit der Wiederaufnahme des Walfangs 2003 sowohl unter dem Deckmantel der Wissenschaft als auch im Rahmen seines so genannten "Einwands" gegen das Moratorium
  • 8.395 wurden im Rahmen des indigenen Subsistenzwalfangs (ASW)* getötet
  • Die ehemalige Sowjetunion tötete 6.056 Wale unter Einwand zwischen 1985 und 1987; Südkorea erlegte 1986 69 Wale unter Berufung auf sein Vertragsrecht auf wissenschafltichen Walfang in Artikel VIII

Die Tausenden Kleinwale und Delfine, die ebenfalls seit 1985 von Walfängern getötet wurden, sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

 * Wir haben derzeit keine offiziellen Zahlen von der IWC für die Fangsaison 2010/11. Die Daten für das letzte Jahr basieren auf Presseberichten aus eigenen Quellen.

Welche Walarten werden derzeit zu kommerziellen Zwecken gejagt?

Finnwale, Zwergwale, Bryde-Wale, Seiwale, Buckelwale und Pottwale.

Werden zusätzlich andere Wale zu kommerziellen Zwecken gejagt?

Japan jagt auch kleinere Wale und Delfine*, behauptet jedoch, dass diese nicht in den Zuständigkeitsbereich der IWC fallen.

*Zu diesen Arten gehören Dall-Schweinswale, Indische Grindwale, Unechte Schwertwale sowie Große Tümmler, Pazifischer Weißstreifendelfine, Streifendelfine, Gemeine Delfine, Zügeldelfine und Rundkopfdelfine.

Erlaubt die IWC irgendeine andere Art der Bejagung?

Seit der Gründung der IWC erkennt jene den subsistenziellen und kulturellen Bedarf bestimmter Ureinwohner an, eine begrenzte Anzahl von zum Teil stark gefährdeten Walarten, wie etwa dem Grönlandwal, zu jagen. Derzeit erlaubt die IWC die Jagd auf Grauwale, Grönlandwale, Finn-, Buckel- und Zwergwale im Rahmen der Kategorie des indigenen Substinenzwalfangs (Aboriginal Subsistence Whaling ASW).

Wie werden Wale getötet – ist es human?

Mit Moratorium oder ohne, Walfang ist immer inhuman und Wale sind nicht für eine nachhaltige Nutzung geeignet (sie haben eine lange Lebenserwartung und eine geringe Reproduktionsrate). Es gibt keine tierfreundliche Methode, einen Wal auf See zu töten und es kann dafür keinen standardisierten Prozess geben: Wale sind ein bewegliches Ziel, die von einem sich bewegenden Fahrzeug in einem sich bewegenden Medium, dem Meer, getötet werden. Explosive Harpunen liefern Wale einem lang andauernden und schmerzhaften Todeskampf aus.

Ist die Walfangindustrie im Niedergang begriffen?

Sie ist momentan wirtschaftlich unrentabel und kann ohne staatliche Subventionen nicht überleben. Der Markt für das Fleisch ist nicht groß genug, der Großteil wird eingelagert. Zudem sind Walprodukte meist stark kontaminiert – mit Schadstoffen belastet – und stellen ein Gesundheitsrisiko für den Konsumenten dar.

Was passiert mit dem Walfleisch?

Da die Nachfrage sinkt, wird der Großteil eingelagert und eingefroren. Internationaler Handel mit Walfleisch ist noch illegal, aber erst vor kurzem wurde Walfleisch in Restaurants in Südkorea und in den USA entdeckt. Einige der Walfangländer nutzen ähnliche „Einwände“ im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), um den Handel untereinander zu legitimieren.

Es geht aber nicht nur um das Walfleisch, sondern auch um Walprodukte in Kosmetikprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln und um Walmehl. Die Vermutung liegt nahe, dass Walfangstaaten neue Produkte entwickeln, um die Absatzchancen zu erhöhen. Wir haben bereits den Verdacht, dass Schweinen in Dänemark mit Tierfutter, in dem Walbestandteile erhalten waren, gefüttert worden sein könnten.

Stimmt es, dass Wale uns den ganzen Fisch wegessen und wir sie deshalb töten müssen?

Nein! Unabhängige wissenschaftliche Daten zeigen klar, dass die Nahrungsaufnahme durch Wale keine große Beeinträchtigung für den kommerziellen Fischfang darstellt.
Dieses Argument wird v.a. von jenen vorgebracht, die den kommerziellen Walfang rechtfertigen und von den hausgemachten Problemen der Fischerei ablenken möchten, nämlich Überfischung, Fang bzw. Beifang von Nicht-Zielfischen, Mangel an Kontrolle und fehlende Durchsetzung von Konsequenzen.

Stimmt es, dass auf den Färöer Inseln jedes Jahr Wale gejagt werden?

Jedes Jahr werden - entgegen der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden - hunderte Grindwale und weitere Arten auf den Färöer Inseln, einem semi-autonomen Gebiet Dänemarks, ihres Fleisches wegen gejagt. Die eingesetzten Jagdtechniken bedeuten großen Stress für die Tiere und sind sehr grausam. Hier finden Sie mehr Informationen zum Walfang auf den Färöer Inseln. Diese Jagd wird als „Treibjagd“ bezeichnet. Während die Färinger derzeit Jagd auf kleine Wale machen, wurde dort in der Vergangenheit kommerzieller (Groß-)Walfang betrieben. Ähnliche Jagden finden in Japan statt, bei denen einige Tiere an Delfinarien verkauft werden.

Warum ist es falsch, Wale und Delfine in Gefangenschaft zu halten?

Delfine sind hochintelligente Tiere. In freier Wildbahn leben sie in komplexen sozialen Gruppen. In Gefangenschaft haben Wale und Delfine eine geringere Lebenserwartung als in freier Wildbahn. Wild lebende Delfine können am Tag bis zu 160 Kilometer schwimmen. In Gefangenschaft haben sie sehr wenig Bewegungsfreiheit und zeigen ein unnatürliches Verhalten. Das künstliche Umfeld in Gefangenschaft kann das natürliche niemals ersetzen.

Ist es möglich, Wale und Delfine nach einem Leben in Gefangenschaft (auch wenn sie in einem Aquarium geboren wurden) erfolgreich auszuwildern?

WDC ist der Meinung, dass es allen Walen und Delfinen ermöglicht werden sollte, die für ein Leben in freier Wildbahn nötigen Fähigkeiten wieder zu erlernen. Dies wird allerdings nicht in allen Fällen von Erfolg gekrönt sein. WDC unterstützt die Forderung, Meeressäuger im Rahmen so genannter „Ruhestands-Programme“ in ein natürlicheres Umfeld, wie eine Meeresbucht, zu bringen, wo sie keine Kunststücke mehr vorführen müssen.

Welche Größe müsste ein Becken haben, um Wale und Delfine adäquat in Gefangenschaft halten zu können?

Da Delfine zum Beispiel bis zu 160 Kilometer am Tag schwimmen können, kann kein Becken diesem Anspruch gerecht werden. Es ist zudem unmöglich, ihre natürliche Umgebung in Gefangenschaft nachzubilden. Dazu gehören u.a. Gezeiten, Strömungen, aber auch sämtliche Unterwasserfauna und –flora sowie ein artspezifisches Beutespektrum, um eine natürliche Jagd möglich zu machen. Denn in einem Delfinarium werden Delfine an der Wasseroberfläche mit totem Fisch gefüttert. In freier Wildbahn jagen sie unter Wasser. Ganz unabhängig von den Dimensionen der Becken sowie der unnatürlichen Gruppenzusammensetzung in Delfinarien sind wir überzeugt davon, dass Wale und Delfine nicht in Gefangenschaft gehalten werden dürfen, da sie ein Recht auf ein Leben in Freiheit haben. Mehr zum Thema „Rechte für Wale und Delfine“ lesen Sie hier.

Ist das Chlor in den Wasserbecken gut für die Gesundheit der Tiere?

Das Chlor hilft, das Wasser in den Becken sauber aussehen zu lassen. Es kann aber zu einem Problem für die Gesundheit der Tiere (mit Auswirkungen auf Haut und Augen) werden. Gechlortes Beckenwasser ist eine Voraussetzung dafür, dass sich Delfine und Menschen in ein und demselben Becken aufhalten dürfen, zum Beispiel während einer Delfinshow. In ungechlortem Wasser könnte der Mensch auf Grund der Erreger im Kot & Urin der Delfine erkranken – aber auch andersherum sind für die Delfine gefährliche Erkrankungen durch Übertragung von Menschen möglich. Dennoch kann eine Ansteckung trotz für die Delfine belastender Chlorierung nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Spielen Wale und Delfine gerne mit Bällen und Reifen, was man in den Delfinarien-Shows häufig sieht?

Wale und Delfine werden trainiert, um diese Kunststücke vorzuführen. Das Training beruht auf klassischer Konditionierung (wie bei Hunden). Wenn die Delfine richtig auf die Zeichen der Trainer reagieren, werden Sie mit einem Fisch belohnt, wenn nicht, bekommen sie nichts. Durch das Training wird zwar ein Teil der Langeweile kompensiert, allerdings mangelt es über den Rest der Zeit an Reizmangel im Vergleich zu einer natürlichen Umgebung. 

Ist das Lachen der Delfine ein Zeichen dafür, dass sie sich wohlfühlen?

Delfine können im Gegensatz zum Menschen ihre Gesichtsmuskeln nicht bewegen. Somit scheinen sie sogar im Falle einer Krankheit oder Verletzung zu lachen.

Was geschieht mit Walen und Delfinen, wenn gerade keine Shows stattfinden?

Sie befinden sich dann in der Regel in einem Aufenthaltsbecken. Diese sind oft kleiner als die Show-Becken. Das Zusammensein von Delfinen, die nicht miteinander auskommen, kann zu Stress und Aggression führen, dem die Meeressäuger nicht entfliehen können. In freier Wildbahn werden Konflikte meist vermieden, indem sie einfach voneinander wegschwimmen. 

Delfine ernähren sich in freier Wildbahn von frischem Fisch. In Gefangenschaft werden sie mit gefrorenem Fisch gefüttert. Beeinflusst das die Gesundheit der Delfine?

Delfine sind Raubtiere, die in freier Wildbahn bis zu 50% ihrer Lebenszeit mit der Jagd nach Fisch verbringen. In Gefangenschaft können sie dieses natürliche Verhalten nicht ausleben. Gefrorener Fisch wird außerdem mit Vitaminen, Mineralstoffen und Wasser versetzt, was vermuten lässt, dass sein Nährwert geringer ist. Zudem macht die Fütterung mit aufgetautem Fisch zeitweilen eine separate Süßwassergabe mittels einer Sonde nötig, da weniger Wasser darin enthalten ist als in frischem Fisch. In freier Wildbahn nehmen Delfine Flüssigkeit allein über die Beute auf.

Ist es einen gute Idee, verschiedene Wal- und Delfinarten im gleichen Becken zu halten?

Wale und Delfine in einer Einrichtung stammen oft aus verschiedenen Regionen und Populationen. Die Tiere werden in Gefangenschaft oft dazu gezwungen, mit anderen Arten oder Populationen (einschließlich Arten, denen sie in freier Wildbahn nie begegnen würden), zusammenzuleben. Dabei kann es zu Verständigungsproblemen kommen. Denn wie bei uns Menschen haben einige Delfine regionale Dialekte entwickelt.

Woher stammen die Wale und Delfine in den europäischen Delfinarien und Aquarien?

Sie sind verschiedener Herkunft – einige stammen aus der freien Wildbahn, während andere aus anderen Delfinarien kommen. Die Schwertwale im Loro Parque auf Teneriffa zum Beispiel wurden von SeaWorld in den USA ausgeliehen. In Europa gibt es keine Institution, die den Transport von Delfinen zwischen den Delfinarien dokumentiert und diese Information zugänglich macht.

Warum sollte ich mit meinen Kindern kein Delfinarium besuchen? Ich würde ihnen gern diese einzigartigen Tiere zeigen. Wo soll ich hingehen, wenn ich Wale und Delfine sehen möchte?

Aus vielen Gründen, von denen manche bereits erwähnt wurden. Wale und Delfine haben in Gefangenschaft ein kurzes und eingeschränktes Leben, in dem sie regelmäßig dieselben Kunststücke vorführen müssen. Sie wurden in der Regel ihren Familien entrissen und werden dazu gezwungen, den begrenzten Raum mit Tieren zu teilen, die sie nicht kennen. Europa bietet zahlreiche Möglichkeiten, mit einem verantwortungsbewussten Anbieter Wale und Delfine in freier Wildbahn zu sehen. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.walbeobachtung.de oder unter der Telefonnummer 089 61002393.

Nützen Forschungsergebnisse aus Delfinarien frei lebenden Delfinen?

Wale und Delfine zeigen kaum natürliche Verhaltensweisen in einem Delfinarium. Jagdverhalten fehlt beispielsweise völlig. Wale und Delfine sind intelligente, soziale Tiere, die in freier Wildbahn in unterschiedlichen Gruppen leben. Je nach Gruppenkonstellation unterscheidet sich das Verhalten. Mit der einen Gruppe wird gespielt, wohin gegen mit der anderen Gruppe gejagt oder geschlafen wird. Die Haltungsbedingungen ermöglichen den Delfinen keinerlei Auswahl der Gruppenpartner und sorgen damit zu stark veränderten Verhaltensweisen. Die meisten Forschungsergebnisse aus Delfinarien können deshalb für den Schutz der Tiere in freier Wildbahn nicht von Nutzen sein, sondern dokumentieren lediglich unterschiedliche Haltungsformen.

Gibt es einen Beweis dafür, dass die Delfintherapie funktioniert?

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Delfintherapie einen langfristigen Nutzen für die Beteiligten hat.

Die Befürworter der Delfintherapie geben an, diese Therapieform könne bei einer ganzen Reihe physischer und psychologischer Leiden eingesetzt werden. Zwei unabhängige Prüfungen von Wissenschaftlern der Emory Universität zeigen jedoch, dass diese Behauptung jedweder wissenschaftlicher Gültigkeit entbehrt.

Despite DAT’s extensive promotion to the general public, the evidence that it produces enduring improvements in the core symptoms of any psychological disorder is nil. ” (Marino and Lilienfeld 2007). Darüberhinaus wird angemerkt, dass “Teilnehmer an der Delfintherapie als auch Eltern, die diese Behandlungsmethode für ihre Kinder in Betracht ziehen, sollten darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass für diese Therapie noch immer ein empirischer Test ausständig ist” (Marino & Lilienfeld 1998).

Es gibt heute zahlreiche andere tiergestützte Therapieformen, bei denen Haustiere eingesetzt werden und die möglicherweise sogar in nächster Nähe zum Wohnort durchgeführt werden können.

Warum bedrohen Delfinarien Wale und Delfine in freier Wildbahn?

Fangversuche in freier Wildbahn sind brutal, zielen sie doch auf die gesamte Gruppe, wobei letztendlich nur junge und gesunde Tiere entnommen werden. Diese stellen aber die zukünftige Generation der Populationen dar, welche möglicherweise bereits durch andere Faktoren gefährdet ist. Die Auswirkungen für die betroffene Population können sehr groß sein, v.a. in Bezug auf die Gruppendynamik und die Weitergabe von Wissen (z.B. Aufzucht und Jagd) in die nächste Generation.

Warum setzt ihr euch für die Befreiung von in Gefangenschaft lebenden Walen und Delfinen ein? Was ist mit all den anderen in Zoos lebenden Tieren?

WDC konzentriert sich ausschließlich auf Wale und Delfine (Cetacea), hier liegt unsere internationale Expertise. WDC schätzt und befürwortet darüberhinaus die engagierte Arbeit anderer Organisationen, die sich um das Wohlbefinden und den Schutz von anderen in Gefangenschaft lebenden Tieren kümmern. Weitere Informationen über Wildtiere in Zoos: www.endcaptivity.org und www.euzooinquiry.eu

Was kann ich tun, um zu helfen?

Werden Sie aktiv! Besuchen Sie keine Delfinarien und erzählen Sie FreundInnen und Verwandten von den Missständen in diesen Einrichtungen. Spenden und helfen Sie damit WDC, ihre Arbeit für das Ende von Delfinarien weltweit fortzusetzen. Hier können Sie weitere Unterstützungsmöglichkeiten finden!

Was tut WDC, um zu helfen?

WDC setzt sich für eine Welt ein, in der Wale und Delfine nicht mehr in Gefangenschaft leben müssen. Des weiteren arbeitet WDC intensiv an strengeren Bestimmungen für den Schutz von Walen und Delfinen vor Gefangenschaft und internationalem Handel. Wir engagieren uns auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene ein, treten an Regierungen heran, führen unabhängige Untersuchungen durch, dokumentieren die Situation gefangener Delfine und schaffen Öffentlichkeit für das Thema.

Warum arbeitet WDC mit SEA LIFE zusammen?

SEA LIFE spricht sich gegen die Gefangenhaltung von Walen und Delfinen aus und unterstützt die Argumente von WDC. Wir sind der Meinung, dass der Standpunkt von SEA LIFE und Merlin Entertainments mit der ablehnenden Haltung von WDC gegenüber Delfinarien vereinbar ist. WDC kooperiert schon viele Jahre mit SEA LIFE. Diese Beziehung ist ein Gewinn für den weltweiten Schutz von Walen und Delfinen. Wir sind  davon überzeugt, dass Partnerschaften mit engagierten Institutionen wie SEA LIFE wichtig sind, um eine bessere Zukunft für Wale und Delfine zu erreichen.


Merlin Entertainments und WDC

Bei Merlin Entertainments handelt es sich um den Mutterkonzern von SEA LIFE. Zu Merlin Entertainments gehören Touristenattraktionen auf der ganzen Welt, darunter Madame Tussauds und das London Eye. Im Rahmen seiner Expansion erwarb Merlin in der Vergangenheit u.a. auch Themenparks, in denen Wale und Delfine in Gefangenschaft gehalten werden.

Das Unternehmen hat WDC gegenüber bekräftigt, dass es nicht sein Wunsch ist, Wale und Delfine zu halten oder in die langfristige Zurschaustellung involviert zu sein. Daher ist Merlin mit der Bitte an WDC herangetreten, das Unternehmen zu beraten, um die bestmögliche Zukunft für die Meeressäuger in seiner Obhut zu ermöglichen.

Wie wollen wir Delfinen in Gefangenschaft ein besseres Leben ermöglichen?

Hierbei handelt es sich um eine jahrzehntelange Diskussion. Die Delfinarienindustrie argumentiert bis heute, dass es keine Alternativen für Meeressäuger in Gefangenschaft gebe und dass diese in ihrer Obhut am besten aufgehoben seien. Wir glauben jedoch, dass wir uns an einem Wendepunkt in der Geschichte der Gefangenschaftshaltung befinden.
WDC und Merlin Entertainments bemühen sich gemeinsam, die weltweit erste praktikable Lösung für das Problem zu entwickeln. Wir arbeiten mit dem Unternehmen zusammen, um ein europäisches Schutzzentrum für jene Großen Tümmler zu errichten, die derzeit in von Merlin Entertainments aufgekauften Einrichtungen leben. Dieser Ort steht ganz im Zeichen von naturnaher Rehabilitation und „Altersruhe“, aber gleichzeitig soll er auch das Potential haben, zukünftig als Wiederauswilderungsstätte für alle Delfine zu dienen, die in Einrichtungen in Europa gehalten werden (sofern dies möglich ist).

Das Projekt ist aufregend und gleichzeitig sehr arbeits- wie auch kostenintensiv. Als gemeinnützige Organisation müssen wir mit einer Firma zusammenarbeiten, die nicht nur über das nötige Geld, sondern auch die Expertise darüber verfügt, wie ein solches Großprojekt zu realisieren ist. WDC hat bereits einige potentielle Orte vorgeschlagen sowie ein inhaltliches Konzept, wie eine solche Einrichtung funktionieren könnte, vorgelegt – unter ständiger Berücksichtigung aller physischen wie psychologischen Bedürfnisse der Meeressäuger.

Was ist ein Meeresschutzgebiet oder 'MPA'?

Der Begriff ‘Meeresschutzgebiet’ oder ‘MPA‘ (von Marine Protected Area) beschreibt ein Gebiet, in dem menschliche Aktivitäten gar nicht bis eingeschränkt erlaubt sind, um Lebensräume und Wildtiere zu erhalten. Unter diesem Oberbegriff werden viele verschiedene Typen von Schutzzonen zusammengefasst, wie zum Beispiel Nationalparks, ‚Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung‘, ‚Besondere Schutzgebiete‘. Jedem Schutzgebietstyp sind ganz spezifische Schutzmaßnahmen zugeordnet, oft unterscheiden sich sogar auch die einzelnen Gebiete untereinander in ihrem Schutzstatus.

Was sind FFH-Gebiete?

In Europa sind die so genannten ‘FFH-Gebiete’ oder ‚Natura-2000-Schutzgebiete‘ von großer Bedeutung. Im Rahmen des europaweiten Naturschutzprogramms ‚Natura-2000‘ haben sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, wichtige Lebensräume und Arten dauerhaft zu schützen. Dazu wurden in den letzten Jahren für ausgewählte Ökosysteme und Arten so genannte ‚Besondere Schutzgebiete‘ (FFH-Gebiete) ausgewiesen.

Was ist ein Marinepark?

Als ‚Marinepark‘ wird eine Schutzzone bezeichnet, die eingeschränkt durch den Menschen genutzt werden darf. Dazu gibt es ein so genanntes ‚Zonen-System‘. Bestimmte Gebiete können so streng geschützt werden, in anderen wird wiederum Fischerei, Walbeobachtung oder andere touristische Nutzung erlaubt. Ein Beispiel für diesen Schutzgebietstypus ist der Great Barrier Reef Marine Park vor Australien.

Circa ein Drittel der 344.400 Quadratkilometer großen Fläche ist streng geschützt, im übrigen Teil sind verschiedene menschliche Aktivitäten erlaubt, inklusive Fischfang.

Wale und Delfine sind doch sehr mobil – wie können ‘statische’ Meeresschutzgebiete zu ihrem Schutz beitragen?

In der scheinbaren Grenzenlosigkeit der Meere ziehen Schutzgebiete notgedrungener Maßen Grenzen. Schutzgebietsgrenzen werden von Meeresorganismen aber nicht unbedingt eingehalten. Viele Tiere im Meer sind sehr mobil und schwimmen erhebliche Strecken, seien dies alltägliche Bewegungen oder jahreszyklische Wanderungen. Wale und Delfine sind hierfür ein perfektes Beispiel, aber auch wandernde Fischarten wie Lachse oder Thunfische. Schutzgebiete, die den gesamten Lebensraum solcher Arten umfassen, sind kaum denkbar – weil sie schlicht zu groß wären, um effektiven Schutz zu ermöglichen. Daher ist es wichtig, dass bestimmte Bereiche geschützt werden, in denen diese Arten wichtigen Verhaltensweisen nachgehen, z.B. Nahrungs-, Paarungs- oder Laichgebiete oder auch Wanderungskorridore. Damit bekommen hochmobile Arten Rückzugsräume, wo sich die Populationen trotz der vielfachen Belastungen außerhalb der geschützten Zonen ungestört bewegen und gut entwickeln können. Somit können solche Schutzzonen für wandernde Arten sozusagen als Trittsteine auf ihren langen Wegen dienen.

Warum sind Meeresschutzgebiete so wichtig?

Meeresschutzgebiete sind genauso wichtig wie Schutzzonen an Land. Je mehr wir über Wale und Delfine lernen, desto mehr realisieren wir, dass sie ein geschütztes Zuhause brauchen – genauso wie Landlebewesen. Meeresschutzgebiete mögen nicht die Lösung aller Probleme in einem Gebiet sein oder alle Gefahren für immer verbannen können, aber im Zusammenspiel mit weiter gefassten Schutzmaßnahmen in unseren Ozeanen, sind sie ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wie viele Delfine fängt Japan?

Die japanische Regierung jährlich erteilt Fischern jährlich die Fangerlaubnis für über 20.000 Delfine und Schweinswale.

Welche Wale und Delfine werden in Japan gejagt?

Am häufigsten werden Dall-Hafenschweinswale getötet – sie machen 80 Prozent der getöteten kleinen Meeressäuger aus – außerdem Große Tümmler, Streifen- und Schlankdelfine, Grindwale, Rissos-Delfine, Baird-Schnabelwale und Kleine Schwertwale.

Wie werden die Tiere getötet?

Bei den Treibjagden werden Delfine mit Fischerbooten unter viel Lärm in eine Bucht getrieben und dort mit Speeren und Messern getötet. Auf Hafenschweinswale werfen die Fischer mit der Hand Harpunen, an denen ein Seil hängt. So ziehen sie getroffene Delfine ans Boot und töten sie mit Messern. Diese Jagd ist die größte Massenschlachtung von Walen und Delfinen weltweit.

Wo finden die Jagden statt?

In Japan sind sechs Provinzen an der Delfinjagd beteiligt: Chiba, Hokkaido, Iwate, Miyagi, Okinawa und Wakayama. Treibjagden finden nur in Wakayama statt, derzeit dort nur noch im Fischerdorf Taiji – dem Schauplatz von DIE BUCHT - THE COVE. In Futo, einem zweiten Fischerdorf in Wakayama, wurden seit 2000 die Delfinmassaker weitgehend eingestellt, nachdem Videos die Grausamkeit der Jagd in Futo enthüllten. Die Bilder lösten eine internationale Protestwelle aus und Fischer des Ortes begannen, Wal- und Delfinbeobachtungsausflüge anzubieten, anstatt die Tiere zu töten. Allerdings gibt es nach wie vor Jagdquoten für Delfine in Futo, die jederzeit genutzt werden könnten.

Warum fängt Japan so viele Delfine?

Supermärkte in ganz Japan bieten Delfinfleisch an, obwohl das Fleisch der Tiere hochgradig mit Quecksilber und anderen Giftstoffen belastet ist. Um den Konsum zu steigern, lässt die japanische Regierung Delfin- und Walfleisch seit einigen Jahren in Kantinen von Schulen und Krankenhäusern verteilen – trotz der Gesundheitsrisiken für die Verbraucher. Japanische Fischer töten Delfine auch in dem Glauben, sie seien Nahrungskonkurrenten. Die Fischer fangen Delfine aber ebenfalls, um sie dann an Aquarien und Delfinarien in Japan und anderswo zu verkaufen. Dort werden die Tiere zur Schau gestellt oder in Interaktionsprogrammen wie „Schwimmen mit Delfinen“  eingesetzt.

Was weiß die Öffentlichkeit in Japan?

Die Bevölkerung in den japanischen Städten weiß weder, wie grausam die Delfinjagd ist, noch welch enorme Schadstoffbelastung in Delfinfleisch steckt. Dabei übersteigen die Quecksilbermengen in Delfinfleisch die zulässigen japanischen Grenzwerte um das bis zu 5.000-Fache. Delfinfleisch wird zudem oft bewusst falsch als Walfleisch verkauft, dessen Qualität höher eingeschätzt wird.

Anderswo auf der Welt werden Kühe und andere Tiere getötet – weshalb wird bei Delfinen ein Unterschied gemacht?

WDC kann die Haltung und Schlachtung von Nutztieren aus Tierschutzperspektive nicht beurteilen. Wale und Delfine sind jedoch Wildtiere, die in unterschiedlichen abgegrenzten Populationen leben. In vielen Fällen gibt es erst wenige wissenschaftliche Studien zum Status dieser Populationen und wenig Information darüber, wie die Jagden das Überleben dieser Tiere beeinflussen können. Wale und Delfine verfügen ebenso über komplexe Sozialstrukturen und in manchen Fällen haben sie sogar spezifische Kulturen entwickelt. Anders als Nutztiere, die in den meisten Ländern (wie auch in Japan), gesetzlich vor unmenschlichen Schlachtungsmethoden und Misshandlung geschützt sind, gibt es für Wale und Delfine keine derartigen Verordnungen hinsichtlich Tötungsmethoden, die grausam und schmerzvoll sind.

Welche Rolle spielen Delfinarien für die Treibjagd?

Delfinarien machen die Delfinjagd in Taiji erst richtig lukrativ: Während die Nachfrage nach Delfinfleisch gering ist (ungefähr 400 US-Dollar pro Delfin), bringt ein lebender Delfin nach einer kurzen „Trainingsphase“ im Aquarium des Walmuseums von Taiji auf dem Weltmarkt bis zu 150.000 US$ und mehr ein. 2004 wurden in Taiji 34 Tiere für Delfinarien gefangen.

Delfinarien geben oft an, sie würden die Tiere so vor der Tötung bewahren – stimmt das?

WDC hält das für eine unwahre Behauptung – vor allem vor dem Hintergrund, dass Delfinarien Unmengen von Geld für einzelne Tiere aus diesen Jagden ausgeben.  

Wie sehr leiden Delfine in Gefangenschaft?

Frei lebende Delfine sind schnelle und ausdauernde Schwimmer, die täglich bis zu 100 Kilometer zurücklegen und Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h erreichen. In Gefangenschaft ist ihr Bewegungsdrang stark eingeschränkt. Die Wasserqualität in manchen Delfinarien ist so schlecht, dass selbst ein ungeübter Betrachter an der fleckigen pigmentarmen Haut einen in Gefangenschaft gehaltenen Delfin erkennt. Den Tieren wird toter Fisch gefüttert und sie erhalten Fruchtbarkeits- sowie medizinische Behandlung. Freie Delfine leben in einem komplexen sozialen Umfeld und unterscheiden zum Beispiel zwischen Bekannten und Freunden, die Tiere in Gefangenschaft sind willkürlich zusammengesetzt. Die mangelnde Unterwasserwelt eines Delfinariums bedeutet für die Tiere Reizarmut und Monotonie.

Wie sinnvoll ist eine Delfintherapie (Dolphin Assisted Therapy DAT)?

Immer häufiger werden gefangene Delfine bei der Behandlung vor allem behinderter Kinder eingesetzt. Doch bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass die von Eltern und beteiligten Therapeuten beobachteten Krankheitslinderungen dauerhaft sind und nicht auch mit anderen Tieren (z.B. Hunden, Pferden) hätten erreicht werden können. Außerdem birgt die Therapie mit Wildtieren ein höheres Verletzungsrisiko als mit Haus- und Nutztieren, die die Nähe zu uns Menschen gewöhnt sind.

Was würde die Anerkennung von Rechten für Wale und Delfine für die Anerkennung von Rechten für andere Arten wie Katzen, Hunde, Füchse etc. bedeuten?

WDC hat sich voll und ganz dem Schutz von Walen und Delfinen verschrieben. Deshalb können wir uns auch einzig um die Belange dieser Tiere kümmern. Unsere Argumente in Unterstützung einer Anerkennung von Rechten von Walen und Delfinen basieren auf unumstößlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wir können lediglich für die Rechte von Walen und Delfinen argumentieren, denn unser wissenschaftliches Verständnis der Komplexität ihres Lebens ist gewachsen. Dieses neue Wissen verlangt einen völlig neuen Ansatz im Umgang mit diesen Tieren.

Warum zieht ihr eine Tiergruppe der anderen vor? Was macht Wale und Delfine so besonders?

Wale und Delfine sind ich-bewusst, sehr intelligent und leben in komplexen Sozialverbänden – all diese Erkenntnisse hat die Wissenschaft errungen. Gleichzeitig haben Wale und Delfine einen ganz besonderen Platz im Herzen vieler Menschen – und das schon seit vielen Tausenden von Jahren.

Wie kann WDC eine internationale Anerkennung der Rechte, wie in der Deklaration dargelegt, erreichen, wenn es doch Dinge gibt, die sich sogar der Kontrolle von Einzelstaaten entziehen (wie beispielsweise der Effekt des Klimawandels)?

Die Deklaration ist etwas, nach dem wir streben. Wir akzeptieren, dass sie nur Schritt für Schritt  umgesetzt werden kann. Ihre Anerkennung durch politische Parteien, Nationen und zwischenstaatliche Organisationen würde die Messlatte für den Schutz von Walen und Delfinen massiv erhöhen.

Wie nehmen Wale und Delfine Schiffe wahr?

Wale und Delfine leben in einer akustischen Welt. Wir wissen nicht genau, was sie sich aus Schiffen machen, aber es ist wahrscheinlich, dass sie auf die Schiffsgeräusche reagieren; d.h. sie „hören“ es, bevor sie es „sehen“.

Warum stoßen Wale und Delfine mit Schiffen zusammen?

Da Wale und Delfine die meiste Zeit ihres Lebens unterwasser verbringen, können sie an der Wasseroberfläche oftmals nur schwer gesichtet werden – vor allem bei Nacht und rauer See.

Warum schwimmen Wale und Delfine nicht einfach aus dem Weg, wenn ein Schiff kommt?

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Tiere herannahenden Schiffen nicht ausweichen:

  • Sie schätzen das Schiff eventuell nicht als Gefahr ein: Vor allem in von Schiffen hochfrequentierten Gebieten, in denen die Tiere an die Geräusche um sich herum gewöhnt sind, kann das der Fall sein.
  • Die Tiere sind gerade mit etwas beschäftigt, das wichtiger erscheint als Wegschwimmen in Reaktion auf eine Lärmquelle; z.B. Jagen oder die Pflege sozialer Bindungen. 
  • Es kann vorkommen, dass Wale und Delfine das Schiff solange nicht hören, bis es zu spät ist: Vor  dem Bug  großer Schiffe gibt es einen Schallschatten, in dem es nicht so laut ist. Der Wal würde das Schiff nicht hören, bevor es an ihm vorbeifährt.

 

Welche Arten von Wasserfahrzeugen stoßen mit Walen und Delfinen zusammen?

Jedes Wasserfahrzeug stellt in der Nähe von Walen und Delfinen eine Gefahr da. Dazu zählen Jet Skis, Kayaks, Segelboote, Motorboote und große Schiffe.

Welche Verletzungen können Schiffe und Boote Walen und Delfinen zufügen?

Bei einer Kollision mit einem Schiff können sich Wale und Delfine verschiedene Arten von Traumata zuziehen. Schnittverletzungen sind üblicherweise die Folge von Begegnungen mit einer Schiffsschraube. Abhängig von der Größe der Schraube und der Geschwindigkeit des Schiffes kann die Verletzung aus vielen einzelnen Schnitten bestehen oder sogar zum Tode führen, wenn eine Hauptarterie oder das Rückenmark durchtrennt wurde.

Stumpfe Traumata sind die Folge, wenn das Tier mit dem Rumpf eines Schiffes zusammenstößt. Dabei kann der Wal oder Delfin verletzt oder getötet werden, ohne dass man über sein Äußeres auf eine Kollision schließen könnte.

Wo kommt es am häufigsten zu Schiffskollisionen?

Kollisionen können sich praktisch in jedem Gebiet ereignen, das von Walen und Delfinen genutzt wird und in dem es viele Schiffsbewegungen gibt. Das Risiko erhöht sich in den Gebieten, in denen es  trotz weniger Boote viele Tiere gibt und andersherum. Aktuelle Daten repräsentieren nur  das Minimum der Kollisionen, da die meisten Zusammenstöße nicht gemeldet werden, da der Wal- oder Delfinkörper oft auf See verloren geht und meistens nicht rechtzeitig gefunden werden kann, um post mortem die Todesursache feststellen zu können.

Wir wissen, dass Schiffskollisionen vor allem von der Ostküste der USA, in den Gewässern vor Kalifornien und dem Mittelmeer, aber auch vor Sri Lanka und Hawaii ein Problem darstellen. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht auch andere Gebiete gibt, in denen das Risiko einer Kollision sogar noch höher sein kann. Denn dort könnten die Zusammenstöße lediglich weniger häufig gemeldet werden.

Warum ist es schlimm, wenn ein Wal oder Delfin mit einem Schiff zusammenstößt?

Wenn kleine Schiffe mit einem großen Wal kollidieren, sind Boot und Besatzung in Gefahr. Es gab Fälle, bei denen Personen verletzt oder sogar getötet wurden, weil sie von Bord geworfen wurden oder das Boot plötzlich stoppte. Einige Kollisionen haben sogar zum Kentern von Booten geführt.

Bei einem Zusammenstoß mit einem großen Schiff ist es unwahrscheinlich, dass das Tier überlebt. Für einige Arten geht es bei diesen Kollisionen ums Überleben. Im Falle des gefährdeten Nordkapers sind Schiffskollisionen für 50% der durch menschlichen Einfluss verendeten Wale verantwortlich.

Was ist die Lösung?

Die momentan einzigen zwei Lösungswege sind:

  • Schiffe und Tiere trennen: In einigen Gebieten wurden so genannte „Zu vermeidende Areale“ eingerichtet, die den Schiffsverkehr dazu anhalten, diese Gebiete saisonal zu vermeiden, um nicht auf Walpopulationen zu treffen. Auch Schifffahrtsrouten konnten in der Vergangenheit umgelegt werden, um die Gebiete, in denen sich Schiffsverkehr und Nutzung durch Wale überschneiden, zu verkleinern.
  • Geschwindigkeit drosseln: Forscher haben gezeigt, dass Schiffe und Boote, die mit geringerer Geschwindigkeit (10 Knoten oder weniger) unterwegs sind, das Risiko einer tödlichen Verletzung bei Zusammenstoß mit einem Wal verringern. Eine geringere Geschwindigkeit könnte den Tieren ebenfalls eine längere Reaktionszeit einräumen. Ein Beispiel dafür ist die saisonale Geschwindigkeitsbegrenzung an der Ostküste der USA, um das Risiko von Kollisionen mit den bedrohten Nordkapern zu mindern.

Warum ist die schnelle Rettung eines Wals oder Delfins wichtig?

Ein lebend gestrandeter Wal oder Delfin schwebt fast immer in Lebensgefahr. Wale und Delfine sind an Land absolut hilflos und sterben normalerweise innerhalb weniger Stunden, wenn ihnen nicht geholfen wird.

Gibt es unterschiedliche Arten von Strandungen?

Für Strandungen können nach unserem heutigen Wissen unterschiedliche Ursachen ausschlaggebend sein. Je nach Rahmenbedingungen unterscheidet man verschiedene Arten von Strandungen:

Einzelstrandungen

Es handelt sich vielfach um lebende oder erst vor kurzem gestorbene Tiere, die stranden, weil sie alt, krank, verletzt und/oder desorientiert sind. Tote Tiere können eines natürlichen Todes gestorben oder in Netzen erstickt bzw. ertrunken sein (meistens sind dann die charakteristischen Verletzungen verursacht durch Netze sichtbar bzw. Reste der Netze haben sich am Körper verfangen).

Mehrfachstrandungen

Es handelt sich dabei um lebende oder erst vor kurzem gestorbene Tiere derselben Art, die in einer Gruppe stranden. Dies ist typisch für jene Arten, die einem Leittier folgen und deren Gruppe durch enge soziale Bindungen organisiert ist. Pilotwale sind für diese Art der Strandung ein gutes Beispiel. Bei Strandungen von Pilotwalen wird oft eine Orientierungsschwäche des Leittiers vermutet. Außerdem können auch kranke oder verletzte Tiere den Rest des Pods Richtung Strand leiten.

Auch die Fischerei ist oft für Gruppen von toten Walen und Delfinen – auch verschiedener Arten – am Strand verantwortlich. Diese Tiere sterben als so genannter „Beifang“ in den Netzen der Fischindustrie.

Wenn bei einer Strandung auch Arten wie Fische oder marine Wirbellose beteiligt sind oder wenn sehr viele verschiedene Arten zu finden sind, kann auf ein besonders starkes Ereignis – z.B. eine Explosion oder ein chemisches Unglück – geschlossen werden.

Warum stranden Wale und Delfine?

Wir müssen immer noch viel über Wale und Delfine und die Ursachen für Strandungen lernen. Es kann sein, dass das gestrandete Tier alt, krank oder verletzt ist. Wenn die Tiere versuchen, sich gegenseitig zu helfen, stranden sie oft in sehr großen Gruppen.

Wal- und Delfingruppen können auch absichtlich an den Strand getrieben werden, wie zum Beispiel beim„Grind“, der grausamen Jagd auf Pilotwale auf den Färöer Inseln.

Auch Krankheiten können bewirken, dass Tiere derselben Art stranden.

Stranden Gruppen verschiedener Arten gemeinsam, könnte das bedeuten, dass diese Tiere gemeinsam ziehen. Bei diesen Strandungen kann eine starke und weit reichende Störung wie zum Beispiel Unterwasserlärm (militärisches Sonar, seismische Untersuchungen) stattgefunden haben, die die Tiere Richtung Strand trieb. Dies dürfte auch der Fall gewesen sein, als vor ein paar Jahren Schnabelwale (verschiedene Arten) in großer Zahl auf den Kanarischen Inseln strandeten und man militärische Übungen der Marine vor der Küste nachweisen konnte.

Viele angespülte tote Wal- und Delfinkörper können auch auf ein Verfangen in Fischereigerät hindeuten (bekannt als "Beifang").

Orientierungsfehler können zu Strandungen führen. Manche Typen von Küsten oder bestimmte Küstenlinien können Strandungen begünstigen, wie zum Beispiel eine so genannte „Wal-Falle“. Eine Wal-Falle ist ein langer, schmaler Meeresarm mit vielen weichen Sandbänken, die die Echolokation von Grindwale stören.

Eine weitere Theorie hängt mit dem magnetischen Feld zusammen, mit Hilfe dessen sich Wale und Delfine orientieren könnten. Magneteisenkristalle, die auf ein schwaches magnetisches Feld reagieren, wurden in den Gehirnen und Schädeln einiger Wale und Delfine nachgewiesen. Ein magnetischer “Sinn” könnte also eine wichtige Navigationshilfe darstellen, besonders in tiefen Gewässern. Eine Analyse von Strandungen in britischen Gewässern ergab, dass Wale und Delfine häufiger lebend an Küsten stranden, wo die Linien gleichwertiger magnetischer Kräfte die Küstenlinie senkrecht treffen. Mit anderen Worten: Wale und Delfine könnten durch diese seltsamen Bahnen verwirrt sein und ihnen an die Küste folgen.

Was passiert nach einer Strandung?

Es ist wichtig, dass lebende Tiere schnellstmöglich auf fachmännische Art und Weise betreut werden. In vielen Fällen stehen sie unter Stress und sind zu schwer verletzt oder zu krank, um noch gerettet werden zu können. Helfer müssen deshalb auch auf das Schlimmste – das Einschläfern der Tiere - vorbereitet sein.

Es ist darüberhinaus wichtig, dass tote Körper, wenn immer möglich, einer umfangreichen Nekropsie unterzogen werden. Gestrandete Tiere, ob tot oder lebendig, können Aufschluss über den Zustand der Population vor der Küste geben.

Wo kann ich Wale und Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten?

Fast überall! Die über 80 verschiedenen Wal- und Delfinarten sind in allen Weltmeeren, einigen tropischen Flüssen und Meeresarmen zu Hause. Neuesten Untersuchungen zu Folge buchen jedes Jahr mehr als 13 Millionen Menschen in 120 Ländern eine Walbeobachtungstour. Von Kanada über Chile, Australien, die Arktis, Schottland, Südafrika und so weiter…

Muss ich weit aufs Meer hinaus fahren, um Wale und Delfine zu sehen?

Nein. Einige Arten leben nah an der Küste, andere findet man wiederum weiter draußen im offenen Meer. Es gibt Touren für jeden Geschmack.

Muss ich in einem Boot aufs Meer hinaus fahren, um Wale und Delfine zu sehen?

Nein. Es gibt auch hervorragende Wal- und Delfinbeobachtungsmöglichkeiten von Land aus. Gute Beispiele hierfür sind Chanonry Point und Fort George im Moray Firth in Schottland, wo man Große Tümmler aus nächster Nähe von Aussichtspunkten beobachten kann. Oder Hermanus in Südafrika, wo man mit etwas Glück Südliche Glattwale von den Klippen am Ufer oder sogar direkt beim Frühstück von der Hotel-Terrasse aus beobachten kann.

Welche Jahreszeit ist die beste für Wal- und Delfinbeobachtungen?

Das hängt davon ab, an welchem Ort Sie sein werden und welche Wal- und Delfinarten Sie sehen möchten. Die meisten Walbeobachtungstouren finden in den Sommermonaten statt. An einigen Orten dauert die Saison einige Monate, an anderen Orten wiederum nur ein paar Wochen im Jahr. Letzteres ist vor allem der Fall, wenn Sie wandernde Arten wie Blau- oder Grauwale sehen möchten. In diesem Fall ist die Möglichkeit, diese Tiere an einem bestimmten Ort zu sehen, auf ein paar Wochen evtl. sogar Tage im Jahr begrenzt.

Gibt es eine Garantie, Wale und Delfine zu sehen, wenn man eine Bootstour bucht?

Nein. Man darf nie vergessen, dass Wale und Delfine einen großen Lebensraum haben, in dem sie sich schnell fortbewegen. Es ist also schwer, ihre genauen Aufenthaltsorte vorher zu sagen. Wir besuchen die Tiere in ihrer Welt – und diese Ungewissheit, ob man die Tiere sehen wird oder nicht, macht eine tatsächliche Sichtung umso wertvoller.

Macht es einen Unterschied, für welchen Walbeobachtungsanbieter ich mich entscheide?

Ja, das macht einen großen Unterschied! Während die meisten Anbieter von Wal- und Delfinbeobachtungstouren verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll sind gibt es doch welche, die sich weniger um das Wohl der Wale und Delfine kümmern und die Tiere beim Jagen, Ausruhen oder bei der Aufzucht ihrer Jungen stören. Glücklicherweise gibt es in den meisten Teilen der Welt Verhaltensregeln und Bestimmungen für Walbeobachtungsanbieter. In Neuseeland zum Beispiel brauchen Anbieter von Wal- und Delfinbeobachtungstouren eine Lizenz und müssen sich strikt an bestimmte Regeln halten, die ihnen z. B. verbieten zu schnell zu fahren, zu dicht an die Tiere heran zu fahren oder zu sich zu lang in der Nähe der Tiere aufzuhalten. In manchen Gegenden gibt es sogenannte „no-go“-Gebiete, wo überhaupt keine Boote erlaubt sind und „rest break“ bedeutet, dass in diesem Gebiet zu bestimmten Zeiten keine Boote erlaubt sind, um die Tiere zu schützen.

Wie finde ich einen verantwortungsbewussten Anbieter?

Wir empfehlen Ihnen, sich vor einer Buchung genau zu informieren. Besuchen Sie die Webseiten der jeweiligen Anbieter an Ihrem Reiseziel und informieren Sie sich auf Tourismus-Webseiten. Vielleicht gibt es an Ihrem Urlaubsort ein Programm, das Walbeobachtungsunternehmen zertifiziert und sie nur aufnimmt, wenn sie einen bestimmten Standard haben. Dies wären zum Beispiel das „DSP“ (Dolphin Space Programme) im Moray Firth, Schottland, oder das „DolphinSMART“-Programm sowie das „Whale Sense“-Programm in den USA. Die Programme sind unterschiedlich, aber sie bieten den Anbietern und ihren Mitarbeitern kontinuierliche Fortbildungen an und prüfen regelmäßig, ob die Qualität der Touren denen eines verantwortungsbewussten Wal- und Delfinbeobachtungsunternehmens gerecht wird. Weitere Informationen finden Sie in unserem Infoblatt.

Empfiehlt die WDCS bestimmte Wal- und Delfinbeobachtungsunternehmen?

Leider können wir momentan keine bestimmten Wal- und Delfinbeobachtungsunternehmen empfehlen. Es gibt mehrere Tausend Anbieter weltweit und es ist für die WDCS einfach nicht möglich, alle Anbieter zu prüfen, ob sie verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtungstouren anbieten. Unser Ziel ist es, potentiellen Walbeobachtungstouristen so viele Informationen wie möglich zur Verfügung zu stellen, damit sie wissen, worauf sie bei der Wahl eines Anbieters achten müssen.

Wie verhält man sich richtig, wenn ein Delfin sich dem Boot nähert?

Delfine mögen es, von Zeit zu Zeit in der Bugwelle eines Schiffes oder Bootes zu schwimmen (das nennt man dann „Bugwellenreiten“), aber man sollte die Tiere nie mit dem Boot verfolgen, um sie dazu zu bringen, in der Bugwelle zu schwimmen.

Auch einige größere Walarten könnten sich dem Boot nähern und es für eine Zeitlang begleiten. In solchen Fällen ist es wichtig, dass der Kapitän die Geschwindigkeit drosselt und das Boot auf Kurs hält. Plötzliche Änderungen der Geschwindigkeit oder der Richtung könnten die Tiere erschrecken und eine Kollision herbeiführen. Weiterhin ist wichtig, dass ein Muttertier niemals von ihrem Nachwuchs getrennt wird oder eine Delfingruppe durch das Boot auseinander gerissen wird. Der Kapitän und die Crew müssen immer wachsam sein und die Tiere genau beobachten, bis diese sich vom Boot entfernen.

Wie verhalte ich mich beim Verdacht, dass mein Walbeobachtungsanbieter sich den Tieren gegenüber nicht verantwortungsbewusst verhalten hat?

Wenn Sie bei einer Walbeobachtungstour etwas beobachten, das sie beunruhigt – zum Beispiel dass das Boot ihres Anbieters oder ein anderes Boot Delfine mit hoher Geschwindigkeit verfolgt oder mitten durch eine Delfingruppe fährt – sollten Sie diese Vorfälle melden. Sprechen Sie mit dem Kapitän und sagen Sie ihm, dass Sie beunruhigt sind. Es schadet nicht, wenn die Anbieter wissen, dass ihre Passagiere über verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung informiert sind. Wenn Sie nach dem Gespräch mit dem Kapitän oder dem Guide an Bord noch immer beunruhigt sind, sollten Sie die Polizei dort informieren und ihnen die Vorfälle so detailliert wie möglich beschreiben. Bitte melden Sie sich auch bei der WDCS, wir können Ihnen dabei behilflich sein, wie man eine Beschwerde am besten einreicht.

Was bedeuten ‘Rechte für Wale und Delfine‘?

WDC setzt sich dafür ein, dass die moralischen Grundrechte von Walen und Delfinen anerkannt werden, Wale und Delfine also einen Anspruch auf das Recht auf Leben, Freiheit und Wohlbefinden haben. Eine Anerkennung solcher Rechte könnte den Fang sowie die Gefangenschaft von Walen und Delfinen endgültig beenden. Derartig sensible und intelligente Tiere zur Belustigung der Massen oder gar als Nahrungsmittel zu gebrauchen, wäre moralisch inakzeptabel.

Für welche Rechte wirbt WDC international um Anerkennung?

WDC glaubt, dass Wale und Delfine einen Anspruch auf das Recht auf Leben, Freiheit und Wohlbefinden haben. Sie sollten nicht in Gefangenschaft gehalten werden, um uns zu unterhalten, noch sollten sie in Fischernetzen gefangen oder getötet werden. Ebensowenig dürften sie als Nahrung dienen oder ihrem natürlichen Lebensraum entrissen werden. Sie wären niemandes Besitz und niemand dürfte sie auf grausame Art missbrauchen.

 

Hat man so etwas schon mit anderen Tieren/Arten versucht?

Das Great Ape Project hat bereits gute Fortschritte auf dem Weg hin zu moralischen Rechten für Wale und Delfine. Allerdings ist noch immer viel zu tun. Bisher wurden die Rechte der Menschenaffen noch nicht anerkannt (auch nicht in Spanien, wie einige Leute denken).

Wer kann Walen und Delfinen Rechte geben und was würde passieren, wenn diese Rechte verletzt würden?

Es ist nicht so, dass wir Menschen Walen und Delfinen Rechte ‚geben‘. Doch wenn jene durch nationale und internationale Gesetzgebung anerkannt werden, wären ihre Rechte geschützt. Ab diesem Zeitpunkt wäre es strafbar, diese Rechte zu verletzen und die Strafe würde von der Schwere der Verletzung abhängen. In einigen Ländern gibt es schon Gesetze, die die Belästigung von Walen und Delfinen unter Strafe stellen. Somit wäre die Anerkennung von Rechten und die Umsetzung in Gesetzen nur eine Erweiterung dessen, was schon begonnen hat.

Welche Rolle spielt WDC dabei?

WDC ist sozusagen das Sekretariat der Helsinki-Gruppe, der Gruppe, die die Original-Deklaration der Rechte für Wale und Delfine entworfen hat und wir arbeiten mit einer Reihe anderer Verbände und Individuen aus Wissenschaft, Philosophie und Recht zusammen, um diese Kampagne voranzubringen.

Wie kann ich helfen?

Das ist ganz einfach – bitte unterzeichnen Sie die Deklaration http://www.cetaceanrights.org/ und teilen Sie sie mit Ihrer Familie, Freunden und Kollegen.

Was meint WDC mit ‘fühlenden Wesen‘?

Kurz zusammengefasst meinen wir Individuen, die fühlen, die Welt um sich herum wahrnehmen können und Leid empfinden. Studien haben bewiesen, dass sich Große Tümmler im Spiegel erkennen können und somit über ein Ich-Bewusstsein verfügen. Viele verschiedene Arten von Tieren sind ‚fühlende Wesen‘. Darüberhinaus glaubt WDC jedoch auch, dass Wale und Delfine ‚weise‘ sind – in anderen Worten, sie können unterschiedliche Arten von Verhalten deuten und treffen Entscheidungen über angemessene Reaktionen. 

Was meint WDC mit ‘nicht-menschliche Person‘ und wie qualifizieren sich Wale und Delfine dafür?

Die Antwort auf diese Frage ist komplex. Grundsätzlich verfügt eine Person über ein ‘Bewusstsein‘; sie kann positive und negative Empfindungen haben (Vergnügen und Schmerz); Emotionen zeigen; sie hat ein Ich-Bewusstsein und verfügt über Selbstkontrolle; zudem werden ihr eine Reihe intellektueller Fähigkeiten zugeschrieben (inklusive Lernen, komplexe Problemstellungen lösen und Kommunikation mit anderen in einer Art und Weise, die Mitdenken erfordert).

Welche Arten von Meeresverschmutzung sind gefährlich für Wale und Delfine?

Müll, Chemikalien, Öleintragungen, Giftstoffe und Lärm können gefährliche Auswirkungen auf Wale und Delfine haben.

Wo können Meeresschutzgebiete eingerichtet werden?

Schutzgebiete gibt es in nationalen Hoheitsgewässern in den Küstengebieten einzelner Länder innerhalb der 12-Meilen-Zone. Dort sind gerade in Deutschland eine Vielzahl von Natura-2000-Schutzgebieten entstanden. Das Management dieser Gebiete obliegt den Bundesländern. Für Schutzgebiete, die sich in der so genannten ‚Ausschließlichen Wirtschaftszone‘ (AWZ), also in der 200-Meilen-Zone, befinden, trägt der jeweilige Nationalstaat Sorge. Auch auf Hoher See gibt es Schutzgebiete, die im Rahmen von internationalen Konventionen oder Abkommen eingerichtet und verwaltet werden. Ein übergeordentes (globales) Regelwerk für Schutzgebiete in internationalen Gewässern fehlt bisher, wird aber vielfach gefordert.

Welche regionalen Meeresschutzabkommen gibt es in Nord- und Ostsee?

Für die Ostsee und Nordsee gibt es regionale Meeresschutzabkommen, die alle Anrainerstaaten samt der Nicht-EU-Mitglieder einschließen. Das Abkommen für die Nordsee ist das Oslo-Paris Abkommen zum Schutz des Nord-Ost-Atlantiks (OSPAR). Zum Schutz der Biodiversität wurden hierfür auf europäischer und nationaler Ebene Aktionspläne erarbeitet, wie zum Beispiel der Nordsee-Aktionsplan. Alle Nordsee-Anrainerstaaten und die EU haben sich darin darauf geeinigt, illegale und unabsichtliche Verschmutzung der Nordsee stärker zu bekämpfen. Der Aktionsplan hält die Mitgliedsstaaten dazu an, Meeresverschmutzung in einem der frequentiertesten Schifffahrtsgebieten der Welt gemeinsam einzudämmen und vorzubeugen.

Das Pendat zu OSPAR im Ostseeraum ist HELCOM, eine Konvention zwischen Dänemark, Estland, der Europäischen Union, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden zum Schutz der Ostsee vor Verschmutzungen. Grundlage ist die Helsinki-Konvention von 1992. HELCOM kann als zwischenstaatliche Kommission jedoch nur Empfehlungen aussprechen und hat keine Entscheidungsgewalt.

ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) ist ein seit 1994 bestehendes regionales Artenschutzabkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See. Gegenwärtig hat ASCOBANS zehn Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen, Schweden.

ASCOBANS verabschiedete 2002 einen Rettungsplan für die Schweinswale in der Ostsee, den sogenannten Jastarnia-Plan. Dieser Rettungsplan enthält Empfehlungen zur Reduzierung bestimmter Fischfangmethoden, etwa die Umstellung auf Fanggeräte mit geringerem Beifang von Meeressäugern. Einen vergleichbaren Plan gibt es auch für die Nordsee (North Sea Action Plan) und mittlerweile auch für die Meeresgegend zwischen Nord- und Ostsee (die so genannte "Gap Area").

Wann ist ein Schutzgebiet effektiv?

Ein Schutzgebiet auf dem Papier schafft noch keine gesicherte Population oder ungestörten Lebensraum. Dazu müssen Gesetze oder Verordnungen verabschiedet werden, die idealerweise in einem Managementplan zusammengefasst sind. Aber auch dann ist es bis hin zu ‚echtem‘ Schutz noch ein weiter Weg: Denn nur, wenn sich die Menschen auch an die Regeln halten, kann die Natur effektiv geschützt werden. Dazu bedarf es eine Überwachung der Einhaltung von Regelungen. Erst wenn das alles funktioniert, kann man von gelungenem Schutz und effektiven Schutzgebieten sprechen.

Wo kann ich mich eingehender über einzelne internationale Schutzgebiete informieren?

WDC hat die fachspezifische Webseite www.cetaceanhabitat.org entwickelt, um insbesondere Wal- und Delfinforschern, lokalen Umweltschützern und Personen, die am Thema Marine Schutzgebiete arbeiten, eine fundierte Informationsseite zu bieten, die aber auch von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden soll. Darin finden sich neben Informationen zu Wal- und Delfinschutzgebieten in mehr als 100 Ländern und die Entwicklung neuer MPAs (Marine Protected Areas) auch wichtige Informationen und Links zu regionalen und internationalen Abkommen für Wale und Delfine sowie Definitionen von Schlüsselbegriffen wie „critical habitat“ und „ecosystem-based Management“. Ein weiterer Bestandteil sind Auszüge aus dem Buch „Marine Protected Areas for Whales, Dolphins and Porpoises von WDC-Experte Erich Hoyt“. Wir hoffen, dass die Webseite zu einer Verbesserung des Informationsaustausches beiträgt und all jene unterstützt, die sich für Meeresschutzgebiete einsetzen.

Welche Formen von Schutzgebieten gibt es?

Hinter dem Begriff ‚Schutzgebiet‘ verbirgt sich eine Vielzahl möglicher Formen des Schutzes. Nationalparks und Naturschutzgebiete sind zum Beispiel zwei ganz bestimmte Formen von Schutzgebieten in Deutschland. Während ein Nationalpark beispielsweise den Schutz der Natur weitgehend garantiert, ist in einem Naturschutzgebiet eine vielfältige Nutzung möglich. Dementsprechend gibt es national und international unzählige Schutzkategorien. Oft sind konkrete Schutzmaßnahmen und erlaubte bzw. verbotene Aktivitäten sogar für jedes einzelne Schutzgebiet speziell festgeschrieben. In Europa spielen derzeit die so genannten ‚FFH-Gebiete‘ im Rahmen des Natura-2000-Programms eine ganz besondere Rolle. Auch und gerade für den Schutz des Schweinswals.

Was ist Delfintherapie (engl. Dolphin Assisted Therapie oder DAT)?

Delfintherapie erfreut sich durch eine Vielzahl von Angeboten auf der ganzen Welt als "Wundermittel" für Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung wachsender Beliebtheit unter den tiergestützten Therapien. Bei der Delfintherapie treffen zwei unterschiedliche Arten unter beiderseits außerordentlichen Umständen aufeinander: Die Teilnehmer der Therapie, für gewöhnlich Kinder oder Erwachsene mit körperlicher oder geistiger Behinderung oder emotionalen Problemen und die Delfine, die in Gefangenschaft leiden und Teil einer wilden Population waren, die unter dem Eingriff des Menschen ebenfalls extrem beeinträchtigt wurde.

Ist Delfintherapie sicher?

Delfine bleiben Wildtiere und unberechenbar, auch wenn sie trainiert sind. Teilnehmer an Schwimmprogrammen haben deshalb schon Verletzungen wie Schnitte, Bisse oder Knochenbrüche erlitten. Delfine sind große, starke Tiere und sich mit ihnen im Wasser zu befinden, stellt immer ein gewisses Gesundheits- und Sicherheitsrisiko dar. Die Übertragung von Krankheiten ist ebenfalls ein Problem, da Delfine Krankheiten auf Menschen übertragen können. Obwohl Delfine möglicherweise vorher auf solche untersucht werden, scheint es keine gesetzliche Vorschrift zu geben und manche Einrichtungen sind möglicherweise gar nicht dafür ausgestattet.  

Welchen Bestimmungen unterliegt Delfintherapie?

Es liegen keine spezifischen nationalen Bestimmungen für diese Therapieform vor. Es ist deshalb für Behörden nicht möglich, die Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards sicherzustellen. Desweiteren sind Anbieter von Delfintherapie nicht verpflichtet, eine spezielle Ausbildung oder ein Zertifikat vorzuweisen. Es gibt kein gesetzliches Regelwerk für Delfintherapie. Deshalb ist es für Teilnehmer, ihre Familien und ihre Betreuer nur begrenzt möglich, die Qualifikationen bzw. das Wissen und die Erfahrung der Anbieter zu beurteilen.

Wie sieht das Leben eines in der Therapie eingesetzten Delfins aus?

Delfine in Gefangenschaft leiden oft unter Stress und Krankheiten und haben eine stark verminderte Lebenserwartung. Ihr normales Verhaltensrepertoire – Jagd, Forpflanzung, Sozialleben, Ruhen – können sie in Gefangenschaft nicht in natürlicher Weise ausleben.

Betsy Smith gilt als Pionierin der Delfingestützten Therapie, distanzierte sich aber 2003 öffentlich von dieser Therapieform:

It is a rather cynical and deceptive practice by dolphinarium and swim-with-programs owners. Some certified therapists with no dolphin knowledge will charge exorbitant fees for treatment that can be done without dolphins… At the heart of all these therapy programs is the exploitation of vulnerable people and vulnerable dolphins”

Wie nehmen Wale und Delfine ihre Umgebung wahr?

Die Bandbreite der akustischen Wahrnehmung der Cetaceen (Wale und Delfine) ist wesentlich größer als die der Menschen. Ein gesundes menschliches Gehör kann Geräusche zwischen 20Hz und 20kHz gut wahrnehmen. Wale und Delfine haben im Verlauf der Evolution die Fähigkeit erworben, sowohl im Infraschallbereich (unterhalb von 20Hz, vor allem bei Großwalen) als auch im Ultraschallbereich (oberhalb von 20kHz und bis zu 150 kHz oder darüber, vor allem bei Zahnwalen) zu hören. Der Gehörsinn ist der wichtigste Sinn bei Delfinen und Walen! Darüber hinaus besitzen sie einen ausgesprochen guten Sehsinn, einen Geschmackssinn (jedoch KEINEN Geruchssinn!) sowie natürlich die Fähigkeit, Berührungen wahrzunehmen (die Haut von Delfinen z.B. ist sehr empfindlich).

Wie kommunizieren Wale und Delfine?

Kommunikation findet sowohl innerhalb als auch zwischen den Arten statt und setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Schallwellen werden vorwiegend über größere Distanzen eingesetzt, visuelle und taktile Signale spielen bei geringen Distanzen eine Rolle. Die Körpersprache umfasst auch Bewegungen, die Schallwellen erzeugen, wie das Schlagen mit der Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche. Zu den von Zahnwalen produzierten Lauten zählen hochfrequente Klicks, schnelle Klickabfolgen (auch als Rufe bezeichnet) und Pfiffe, die vor allem für viele Delfinarten typisch sind. Bei Bartenwalen kennt man Laute im Infraschallbereich, die wie ein Stöhnen oder Jammern klingen. Neben der akustischen Kommunikation und derjenigen im direkten Kontakt, spiel bei den sozial organisierten Delfinen und walen auch die Körpersprache eine wichtige Rolle. Schwimmrichtung, Körperhaltung, Bewegungen - daran kann ein Artgenosse sehr viel über sein Gegenüber ablesen.

Welche Faktoren spielen bei der Auswirkung von Lärm auf Tiere eine Rolle?

Wie sich Lärm auf die Tiere auswirkt, hängt von einer Fülle von Faktoren ab. Zunächst einmal davon, um welche Art von Lärm es sich handelt, also von Quelle, Intensität, Frequenz, Dauer der Beschallung, etc. Auf der anderen Seite spielt es beispielsweise auch eine Rolle, wie weit das Tier von der Lärmquelle entfernt ist, ob es sich in Küstennähe oder auf dem offenen Meer, an der Oberfläche oder in der Tiefe befindet und wie sensibel es für bestimmte Frequenzen ist.

Gibt es Alternativen zu Sonar?

Als Alternative zu aktiven militärischen Sonargeräten kann, wenn auch nicht in jedem Einsatzbereich, die Anwendung der sogenannten "Ambient Noise Imaging" Technologie angesehen werden. Dabei wird der allgemeine Hintergrundschall als Schallquelle benutzt und die Veränderung des Hintergrundschalls gibt Aufschluss über mögliche Objekte im Wasser. Ziel dieser Technik ist die bildhafte Darstellung von Objekten unter Wasse, die selbst keine Geräusche von sich geben. Derzeit beschäftigen sich mindestens zwei Institutionen mit technischen Applikationen einerseits dem Acoustic Daylight Ocean Noise Imaging System (ADONIS: University of California, San Diego - Marine Physical Lab / Buckingham Lab) und weiter dem ROMANIS (Remotely Operated Mobile Ambient Noise Imaging System: Acoustic Research Laboratory Tropical Marine Science Institute, National University of Singapore).

Sind bestimmte Wal- und Delfinarten durch Lärm mehr bedroht als andere?

Grundsätzlich sind alle Wal- und Delfinarten von Lärm bedroht. Je nach Frequenzbereich der Lärmquelle kann es aber zu Unterschieden kommen (niedrige Frequenzen treffen eher Bartenwale, mittlere und hohe Frequenz eher Zahnwale). Auch reagieren unterschiedliche Arten mit extremen Verhalten auf teilweise geringe Lautstärken. Dies betrifft z.B. Schnabelwale, die wohl aus Panik zu schnell auftauchen und dann die Taucherkrankheit bekommen und daran verenden. Man konnte auch nachweisen, dass Wale bereits in vielen Kilometern Abstand zu einer Lärmquelle auf sie reagieren. Z.B. weiss man, dass beim Bau von Offshore-Windrädern in der Nordsee Schweinswale in einem Umkreis von bis zu 20 km (oder gar noch mehr) das Gebiet verlassen.

Was sind atypische Walstrandungen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen typischen und atypischen ("unnatürlichen") Walstrandungen. Typische oder auch natürliche Walstrandungen betreffen zumeist einzelne Tiere oder Gruppen derselben Art. Atypische Walstrandungen hingegen betreffen oft Tiere unterschiedlicher Arten ( wie z.B. Schnabelwale). Außerdem treten sie üblicherweise in einem größeren räumlichen Umkreis und zur gleichen Zeit auf. Solche atypischen Walstrandungen werden oft in Verbindung mit militärischen (Navy-) Manövern gebracht, bei denen sehr laute Sonargeräte zum Einsatz kommen. Diese wirken entsprechend in einem großen Umfeld auf alle Wale ein, von denen einige dann stranden.

Wieviele Meeressäuger sind von militärischem Lärm bedroht?

Es ist sehr schwierig, hier eine genaue Zahl zu nennen. Wichtig ist zu beachten, dass bei den Strandungen vermutlich die wenigsten Tiere an Land schwimmen und dass militärische Manöver in allen Weltmeeren vielfach auf offener See stattfinden. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die meisten betroffenen Tiere auf den Meeresboden sinken und wir Menschen nur von einem Bruchteil der getöteten Tiere erfahren! Diese These wird durch die Beobachtungen des Meeresbiologen Ken Balcomb, der seit 1992 auf den Bahamas Wale studiert, bestätigt. Er sichtete ein Jahr nach der Massenstrandung im März 2000 kaum noch Schnabelwale in den Gewässern um die Insel Abaco. Natürlich ist es auch denkbar, dass die Tiere aufgrund der schlechten Erfahrung das Gebiet verlassen haben.

Der Tod eines Tieres ist der Extremfall, daneben kann es durch Lärm auch zu Verletzungen des Gehörs kommen - mit dann ebenfalls tödlichen Folgen, denn ein funktionierendes Gehör ist überlebenswichtig für Delfine und Wale. Aber auch bereits eine einfache Störung, welche kontinuierlich oder gar chronisch auftritt, kann zu Stress führen. Man muss heute davon ausgehen, dass es kaum noch Wale und Delfine gibt, die durch den zunehmenden Lärm im Meer nicht mindestens beeinträchtigt, wenn nicht gar gestört oder geschädigt werden. Die Massenstrandungen nach Militärmanövern, über die regelmäßig berichtet wird, sind definitiv nur die Spitze des Eisberges.

Warum stört Delfine der Schiffslärm nicht, wenn sie auf Bugwellen reiten?

Es treten zwei physikalische Effekte auf: Einerseits gibt es vor dem Bug einen Schallschatten, in dem es nicht so laut ist und andererseits können sich die hohen Amplituden, die ein Schiff im tiefen Frequenzbereich abgibt, im Oberflächenwasser nicht entwickeln. Somit ist es im Oberflächenwasser direkt vor dem Bug um vieles leiser, als man erwarten würde. 

Delfine erzeugen selber ausgesprochen laute Geräusche und haben ähnlich wie wir Menschen eine hohe Toleranz gegenüber energiereichem Schall. Diese Toleranz hat aber ihre Grenzen und diese sind insbesondere dann erreicht, wenn der Lärm sich über eine lange Zeit (Stunden oder länger) akkumuliert. Dies ist auch der Grund, warum das Thema Lärm beim Arbeitsschutz eine so wichtige Rolle spielt, es aber für uns Menschen in Ordnung ist, z.B. eine sehr laute Disko zu besuchen. Wir nehmen den Lärm in Kauf, da wir einen entsprechenden Vorteil genießen, z.B. Spaß in der Disko. Beim Reiten auf einer Bugwelle könnte es sich um einen ähnlichen Effekt handeln. Die Tiere könnten Spaß daran finden oder aber sie nutzen einfach die Energie des Schiffes, um effizienter in einer bestimmten Richtung vorwärts zu kommen - oder beides! 

Was ist der Unterschied zwischen Walen und Delfinen?

Wale und Delfine bilden zusammen die biologische Ordnung der Cetaceen (Waltiere), die in zwei Gruppen unterteilt ist:

(1)  Bartenwale: zu dieser Gruppe gehören die meisten Großwale (mit Ausnahme des Pottwals). Sie haben keine Zähne sondern Barten, mit denen sie Ihre Nahrung (Plankton und kleine Fischarten) filtern.

(2)  Zahnwale (Odontoceti): zu dieser Gruppe gehören alle Delfin-Arten sowie Schweinswale und Schnabelwale. Sie haben Zähne und ernähren sich von größerer Beute als die Bartenwale, in einigen Fällen sogar von anderen Meeressäugern. Schweinswale sind generell kleiner als die meisten Zahnwale und haben flache, abgeflachte Zähne, während die anderen Zahnwal-Arten kegelförmige Zähne haben.

Als Faustregel gilt: Bartenwale sind größer (mit Ausnahme vom Pottwal) und schwimmen langsamer (hier ist die Ausnahme der Finnwal) als Zahnwale. Außerdem haben ALLE Bartenwale zwei Blaslöcher, Zahnwale nur eines.

Unterschied Delfin – Schweinswal:

Delfine haben hakenförmige oder gebogene Rückenflossen (mit Ausnahme der Arten, die gar keine Rückenflosse haben). Die Rückenflossen der Schweinswale ähneln mehr einem Dreieck. Delfine sind im Allgemeinen eher schlank und stromlinienförmig, während Schweinswale eine gedrungenere Körperform haben. 

Wie viele Wal- und Delfinarten gibt es?

Derzeit sind 89 Wal- und Delfinarten bekannt. Es handelt sich um 14 Bartenwal- und 75 Zahnwal-Arten (inklusive aller Delfin-, Schnabelwal- und Schweinswal-Arten). Würde man allerdings alle Unterarten und eigenständige Populationen mitzählen, würde die Zahl auf 118 steigen. 

Wie kommunizieren Wale und Delfine miteinander?

Wale und Delfine kommunizieren auf verschiedene Arten miteinander: über Laute, Körperkontakt und –sprache. Großwale können über weite Distanzen (sogar ganze Ozeanbecken) in tiefen Frequenzen miteinander kommunizieren. Zahnwale nutzen höhere Frequenzen, was die Reichweite ihrer Kommunikation etwas einschränkt.

Delfine kommunizieren über zweierlei Laute: Pfiffe und Klicks. Die Klicks werden dazu verwendet, ihre Umgebung mittels Echolokation zu erfassen, während die Pfiffe der Kommunikation mit Artgenossen (und vermutlich auch anderen Arten) dienen. Bei einigen Arten weiß man, dass jedem Delfin ein einzigartiger Pfiff („signature whistle“) zugeordnet ist. Dieser wird dazu verwendet, einzelne Individuen zu identifizieren. 

Wofür werden die verschiedenen Flossen verwendet?

Die Schwanzflosse (oder Fluke) wird zum Antrieb im Wasser genutzt.Die Brustflossen dienen zur Steuerung und die Rückenflosse (bei den Arten, die eine besitzen), sorgt für Stabilität beim Schwimmen.

Es gibt viele dokumentierte Fälle von Walen und Delfinen, eine Flosse ganz oder teilweise fehlte. Dies ist vermutlich darauf zurück zu führen, dass sie sich entweder in Fischereigerät verfangen hatten, von einem Bootspropeller verletzt wurden oder einem Feind nur knapp entkommen sind. In einigen Fällen ist es durchaus möglich, dass Individuen auch mit solchen Einschränkungen weiter ein normales Leben im Ozean führen können. 

Wie "sehen" Delfine unter Wasser?

Bis auf die Flussdelfine haben Delfine ein sehr gutes Sehvermögen, sowohl unter als auch über Wasser. Zahnwale nutzen zusätzlich Echoortung, um sich unter Wasser zurecht zu finden und zu jagen. Dies bedeutet, dass sie Schallwellen aussenden und dann die von den Objekten reflektierten Wellen entsprechend analysieren. So entsteht ein genaues Bild ihrer Umgebung. 

Sonar
Sonar

Wie hören Wale und Delfine?

Waltiere haben keine Ohren an der Außenseite des Kopfes. Stattdessen empfangen sie Schallwellen über ihre Kieferknochen. 

Können Wale und Delfine riechen?

Nein – sie haben keine Riechnerven und –lappen, daher wird angenommen, dass sie keinen Geruchssinn haben. Jedoch haben sie einen ausgezeichneten Geschmackssinn und bevorzugen bestimmte Fischarten oder Meeresfrüchte. 

Trinken Wale und Delfine Wasser?

Nein – sie nehmen die Flüssigkeit mit ihrer Nahrung auf. Im Gegensatz zu Menschen oder anderen Säugetieren schwitzen Wale und Delfine nicht und müssen somit dem Körper nicht so regelmäßig Wasser zuführen. 

Wie schlafen Wale und Delfine?

Wale und Delfine atmen “bewusst”, d.h. sie atmen nicht automatisch, sondern willkürlich. Da sie deshalb nicht bewusstlos werden können (wie die meisten anderen Tiere und wir Menschen), bleibt beim Schlafen eine Gehirnhälfte wach und sorgt für die Schwimmbewegungen sowie die Atmung. 

Niesen Wale und Delfine?

Nein – Wale und Delfine atmen von Natur aus schon schneller aus, als ein Mensch beim Niesen. Somit ist es möglich, dass sie kein Bedürfnis haben, zu niesen. 

Haben Wale und Delfine Haare?

Alle Säugetiere haben Haare und Wale und Delfine sind da keine Ausnahme. Sie haben meist noch winzige Härchen an der Spitze der Schnauze, die sie aber entweder schon vor oder kurz nach der Geburt verlieren. Eine Ausnahme bildet hier der Boto. Er verliert diese Härchen nicht und sie bleiben ihm sein ganzes Leben lang. 

Was sind Barten?

Barten bestehen aus Keratin, dem Stoff aus dem auch unsere Fingernägel und Haare sind. Ein Bartenwal hat ca. 600 Barten in seinem Oberkiefer, die bei der Nahrungsaufnahme wie ein riesiger Filter fungieren. Wale können, wie wir Menschen, kein Salzwasser trinken. Fische oder Plankton bleiben in den Haaren auf den Barten hängen, das Salzwasser fließt zurück ins Meer. Einige Walarten fressen bis zu einer Tonne (1000 kg) Fisch am Tag. Das entspricht dem Gewicht eines Mittelklassewagens! Ob man einen Barten- oder einen Zahnwal vor sich hat, läßt sich folgendermaßen erkennen: Bartenwale haben zwei Blaslöcher, die man an der Oberseite ihres Kopfes erkennen kann. 


Baleen in mouth of humpback whale
Baleen in mouth of humpback whale

Was ist ein Meeresschutzgebiet?

Welche Formen von Schutzgebieten gibt es?

Welche Arten von Schutzgebieten schafft die Weltnaturschutzunion (IUCN)?

Eine sinnvolle Einteilung von Schutzgebieten hat die IUCN (International Union for the Conservation of Nature) vorgenommen, deren Kategorien I-VI einen guten Rahmen verschiedener Intensitäten der Nutzung und des Schutzes vorgeben.

Was sind FFH-Gebiete?

Wo können Schutzgebiete eingerichtet werden?

Welche regionale Meeresschutzabkommen gibt es in Nord- und Ostsee

Für die Ostsee und Nordsee gibt es mehrere regionale Meeresschutzabkommen, die alle Anrainerstaaten samt der Nicht-EU-Mitglieder einschließen. Das Abkommen für die Nordsee ist das Oslo-Paris Abkommen zum Schutz des Nord-Ost-Atlantiks (OSPAR). Zum Schutz der Biodiversität wurden hierfür auf europäischer und nationaler Ebene Aktionspläne erarbeitet, wie zum Beispiel der Nordsee-Aktionsplan. Alle Nordsee-Anrainerstaaten und die EU haben sich darin darauf geeinigt, illegale und unabsichtliche Verschmutzung der Nordsee stärker zu bekämpfen. Der Aktionsplan hält die Mitgliedsstaaten dazu an, Meeresverschmutzung in einem der frequentiertesten Schifffahrtsgebieten der Welt gemeinsam einzudämmen und vorzubeugen. Das Pendant für die Ostsee ist HELCOM, eine von den Ostseeanrainern gegründete zwischenstaatlioche Kommission, die sich um den Schutz der Ostsee bemüht. Ihre grundlage ist die Helsinki-Konvention. Allerdings kann HELCOM keine Beschlüsse fassen, sondern nur Empfehlungen aussprechen.

ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) ist ein seit 1994 bestehendes regionales Artenschutzabkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See. Gegenwärtig hat ASCOBANS zehn Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen, Schweden.
ASCOBANS verabschiedete 2002 einen Rettungsplan für die Schweinswale in der Ostsee, den sogenannten Jastarnia-Plan. Dieser Rettungsplan enthält Empfehlungen zur Reduzierung bestimmter Fischfangmethoden, etwa die Umstellung auf Fanggeräte mit geringerem Beifang von Meeressäugern. Es gibt auch einen entsprechenden Plan für die Nordsee (North Sea Action Plan) sowie neuerding auch einen Plan für das Übergangsgebiet zwischen Nord- und Ostsee ("Gap Area Plan").

Über welche Gewässer entscheidet Deutschland, wenn es um Meeresschutz geht?

Worum geht es in der Kampagne ‚Walheimat – Schutzgebiete jetzt effektiv machen‘?

Was fordert WDC in der Kampagne ‚Walheimat - Schutzgebiete jetzt effektiv machen‘?

Wann ist ein Schutzgebiet effektiv?

Welche Rolle spielen Managementpläne für Meeresschutzgebiete?

Was ist das Besondere an unserer einzigen heimischen Walart?

Wo kommen Schweinswale vor?

Wo kann man Schweinswale in deutschen Gewässern beobachten?

Wodurch sind Wale und Delfine am meisten bedroht?

Wodurch verschmutzen wir unsere Ozeane?

Welchen Gefahren sind Schweinswale in deutschen Gewässern ausgesetzt?

Welche Lösungsansätze gibt es, um die Situation für den Schweinswal zu verbessern?

Pinger - die Lösung des Beifangproblems?

Was sind Jiggermaschinen?

Beim sogenannten Jigging werden künstliche Köder an einer vertikalen Angelschnur von Hand oder mechanisch auf und ab bewegt, um die Schwimmbewegungen von Beutefischen zu imitieren. Jig-Fischerei geschieht in der Regel nachts, eine Lichtquelle unterstützt das Anlocken der Fische. Diese Form der Fischerei könnte in bestimmten Gebieten eingesetzt werden, um auf die für den Schweinswal so gefährlichen Stellnetze zu verzichten.

Was sind Ankerwaden?

Die Ankerwade besteht aus einem keulenförmigen Netz, an dessen beiden Flügeln lange, schwere Fischleinen hängen. Bei dieser Form der Fischerei wird zunächst ein Anker ausgebracht, an dem eine Fischleine befestigt ist. Vom Anker aus werden in einer großen Runde das Netz und die zweite Fischleine ausgelegt. Zurück am Anker werden die Fischleinen eingezogen, welche am Boden liegende Fische in das Netz treiben. Der Einfluss auf den Meeresboden ist im Vergleich zu Grundschleppnetzen wesentlich geringer.  Ankerwaden eignen sich für den Fang von Plattfischen.

Was ist die High Seas Alliance?

Die High Seas Alliance (HSA) ist ein Verband von Organisationen und Umweltschutzgruppen zum Schutz der Hochsee. Diese liegt außerhalb nationaler Rechtssprechung und benötigt daher besonderen Schutz. Die Hochsee macht 64% der gesamten Meeresfläche der Erde aus.

Derzeit sind 23 NGOs Mitglied der HSA , darunter WDC, und die IUCN (International Union for the Conservation of Nature).

Wofür steht ASOC?

Die Antarctic and Southern Ocean Alliance (ASOC) wurde 1978 gegründet und hat sich ganz dem Schutz der Antarktis und des Südlichen Ozeans verschrieben. Die ASOC ist ein globaler Zusammenschluss von über 30 nicht regierungsangehörigen Umweltschutzorganisationen. WDC ist seit langem Mitglied bei ASOC und beteiligt sich aktiv an Aufklärungsarbeit, Gesprächen mit Entscheidungsträgern oder nimmt als Teil der ASOC Delgatione an CCAMLR-Tagungen teil.

Was ist HELCOM?

HELCOM ist eine Konvention zwischen Dänemark, Estland, der Europäischen Union, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden zum Schutz der Ostsee vor Verschmutzungen. Grundlage ist die Helsinki-Konvention von 1992. HELCOM kann als zwischenstaatliche Kommission jedoch nur Empfehlungen aussprechen und hat keine Entscheidungsgewalt.

Weshalb sorgt sich WDC um jeden einzelnen Wal?

Wo kann ich mich eingehender über einzelne internationale Schutzgebiete informieren?

WDC hat die fachspezifische Webseite www.cetaceanhabitat.org entwickelt, um insbesondere Wal- und Delfinforschern, lokalen Umweltschützern und Personen, die am Thema Marine Schutzgebiete arbeiten, eine fundierte Informationsseite zu bieten, die aber auch von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden soll. Darin finden sich neben Informationen zu Wal- und Delfinschutzgebieten in mehr als 100 Ländern und die Entwicklung neuer MPAs (Marine Protected Areas) auch wichtige Informationen und Links zu regionalen und internationalen Abkommen für Wale und Delfine sowie Definitionen von Schlüsselbegriffen wie „critical habitat“ und „ecosystem-based Management“. Ein weiterer Bestandteil sind Auszüge aus dem Buch „Marine Protected Areas for Whales, Dolphins and Porpoises" von WDC Experte Erich Hoyt. Wir hoffen, dass die Webseite zu einer Verbesserung des Informationsaustausches beiträgt und all jene unterstützt, die sich für Meeresschutzgebiete einsetzen.

Walheimat schützen - das können Sie tun!