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Hoher Schadstoffgehalt in norwegischem Wal-Fleisch

Wal-Fleisch in Kühltheke
Norwegisches Wal-Fleisch © WDC

In einer aktuellen Analyse wurden gesundheitsschädliche Chemikalien in norwegischem Wal-Fleisch nachgewiesen. Umweltschutzorganisationen fordern die Regierung Norwegens auf, umfassende Untersuchungen einzuleiten und die Bevölkerung besser aufzuklären.

Jüngsten Untersuchungen zufolge kann der Konsum von Wal-Fleisch von vor Norwegen getöteten Zwergwalen zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen führen – darunter Entwicklungsstörungen, Krebs, Nierenerkrankungen und Auswirkungen auf Leber, Herz und Immunsystem. 

Whale and Dolphin Conservation (WDC), das Animal Welfare Institute (AWI) und die norwegische NGO "NOAH" hatten die unabhängige Analyse acht roher gefrorener Proben von Zwergwal-Fleisch durch ein Labor in Tromsø, Norwegen, in Auftrag gegeben. Das Fleisch wurde im Internet und in norwegischen Lebensmittelgeschäften erworben.

Das Expert:innen-Team des Labors konnte Perfluoroctansulfonat (PFOS) in allen untersuchten Wal-Fleischproben nachweisen – und zwar in einer Konzentration von bis zu 7,2 Mikrogramm/Kilogramm PFOS gehört zu einer Klasse von Chemikalien, die als Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) bekannt sind. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch andere bereits veröffentlichte Studien.  

Verzehr von 100 Gramm Wal-Fleisch überschreitet Grenzwerte 

Bei dem durchschnittlichen PFOS-Gehalt der Proben würde der Verzehr von nur 100 Gramm Wal-Fleisch pro Woche – das entspricht etwa der Größe eines Stapels Spielkarten – dazu führen, dass ein Mensch mit einem Gewicht von 70 Kilogramm die zulässige wöchentliche Aufnahmemenge (TWI) für PFOS überschreitet, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)in Norwegen festgelegt wurde. Darin werden die Auswirkungen anderer mit PFOS belasteter Nahrungsmittel, die im Laufe der Zeit in den Körper gelangen, noch nicht berücksichtigt. 

Wal-Fleisch an Bord eines Walfang-Schiffes
Walfleisch an Bord eines norwegischen Walfang-Schiffes © Michael Tenten

Dieser Bericht folgt auf die Empfehlung norwegischer Ärzt:innen und Forscher:innen, dass Kinder aufgrund des hohen Gehalts an PFAS und anderen Schadstoffen weniger fetten Fisch essen sollten:    

Eine kürzlich durchgeführte Studie des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit (NIPH) ergab, dass fast ein Drittel (28,6 Prozent) der Kinder in Norwegen PFAS-Chemikalien in ihrem Blut und Urin enthält, die über den sicheren Grenzwerten liegen.  

Die PFOS-Werte, die bei den jüngsten Tests in Wal-Fleischproben gefunden wurden, sind vergleichbar mit denen von Fisch und Schalentieren aus einem See, vor deren Verzehr die NFSA ausdrücklich warnt.  

Dennoch warnt die norwegische Regierung derzeit nicht vor dem Konsum von Schadstoff-belastetem Wal-Fleisch. Norwegisches Wal-Fleisch wird auch nach Japan, Island und auf die Färöer-Inseln exportiert. 

Regierung will Wal-Fleisch-Konsum ankurbeln 

Wie aus Erklärungen von hochrangigen Regierungsbeamten und verschiedenen von der Regierung unterstützten Marketingkampagnen hervorgeht, scheint die norwegische Regierung den Verzehr von Zwergwal-Fleisch im Inland bewusst zu fördern. Darin wird behauptet, das Fleisch sei gesund. Tatsächlich gaben nur zwei Prozent der Norweger:innen in einer Umfrage an, Wal-Fleisch zu verzehren. 

"Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass gefährliche Giftstoffe in unseren marinen Ökosystemen und damit auf unseren Tellern landen. Die norwegische Öffentlichkeit hat ein Recht auf genaue Informationen und gesundheitliche Beratung zu den Lebensmitteln", sagt Katrin Matthes, Koordinatorin des Bereichs Walfang bei WDC Deutschland.  

Der Bericht fordert die norwegische Regierung auf, dringend sämtliche Wal-Fleisch-Produkte umfassend und dauerhaft auf ihren Schadstoffgehalt zu prüfen und die norwegische Bevölkerung über die Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Wal-Fleisch aufzuklären.  

Toter Wal wird an Bord eines Walfängers gehievt

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Über Laura Zahn

Laura Zahn arbeitet bei WDC Deutschland im Bereich Kommunikation. Sie ist zuständig für die Erstellung von News und Blogs sowie unsere Newsletter. Außerdem arbeitet Laura bei der Entwicklung und Koordination von Kampagnen mit.

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