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Island nimmt den Walfang wieder auf

Dieser Finnwal musste mit zwei Harpunen beschossen werden und musste lange Todesqualen erleiden. © Hard To Port
Dieser Finnwal musste mit zwei Harpunen beschossen werden und musste lange Todesqualen erleiden. © Hard To Port

Die isländische Regierung hat entschieden, die Jagd auf Finnwale in diesem Sommer fortzusetzen – eine verheerende Nachricht für die Wale.

Nach monatelangen Beratungen über die erheblichen Tierschutz-Verstöße beim isländischen Walfang, haben die isländischen Behörden den Walfänger:innen erneut eine einjährige Lizenz für die Finnwal-Jagd erteilt.

Whale and Dolphin Conservation hat das Leid der Finnwale während der Jagden in den Jahren 2022 und 2023 in einem Bericht zusammengefasst und der isländischen Regierung vorgelegt. Trotz umfangreicher wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Beweise, die gegen die Jagd sprechen, hat die isländische Regierung eine einjährige Walfang-Lizenz erteilt. Die Entscheidung widerspricht zahlreichen, anhaltenden Protesten der isländischen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft. Erst vor wenigen Tagen hat die Regierung in einem eigenen aktualisierten Report nachgewiesen, dass die Wale bei den Jagden weiterhin leiden, sodass die Erteilung von Fang-Genehmigungen für diesen Sommer bizarr erscheint.

"Es ist unfassbar, dass die isländische Regierung eine einjährige Lizenz für die Jagd auf 128 Finnwale erteilt hat, obwohl zahlreiche Beweise dagegen sprechen. Diese Entscheidung untergräbt die weltweiten Schutzbemühungen und missachtet die nachhaltige Zukunft unserer Meeresökosysteme. Mit der Genehmigung der Jagd auf Finnwale, die bereits vom Aussterben gefährdet sind, hat Island einen Präzedenzfall geschaffen, der weitreichende Folgen für den kommerziellen Walfang auf der ganzen Welt haben könnte", erklärt Luke McMillan von Whale and Dolphin Conservation in England.

Verstöße gegen den Tierschutz führten zu temporären Fang-Stopps

Das isländische Fischereiministerium hatte die Jagdsaison 2023 temporär ausgesetzt, nachdem Tierschutz-Verstöße aus der Jagdsaison 2022 an die Öffentlichkeit gelangten. Die Entscheidung folgte auf die Veröffentlichung des Berichts eines Expert:innen-Rates der isländischen Lebensmittel- und Veterinärbehörde (MAST). Das Gremium kam darin zu dem Schluss, dass die Walfangsaison 2022 rechtswidrig war. Sie entsprach nicht den im isländischen Tierschutzgesetz festgelegten Standards. Zudem schlossen die Expert:innen kategorisch aus, dass es Verbesserungen geben könnte, die den Walfang tierschutzkonform machen könnten. Dennoch wurde gegen Ende der Jagdsaison 2023 nochmals ein Zeitfenster für die Jagd geöffnet, bei der Beobachter:innen von MAST mit an Bord waren. Nach kurzer Zeit wurde die Ausfahrt des Walfangschiffs Hvalur 8 erneut wegen Tierschutz-Verstößen gestoppt: Beim Abfeuern einer Harpune verfehlten die Walfänger:innen auf der Hvalur 8 das "Zielareal", das einen sofortigen Tod des Wals sicherstellen soll. Der Finnwal litt dadurch mehr als 30 Minuten lang, bevor er erneut beschossen werden konnte. Die verkürzte Jagdsaison 2023 endete mit einer Gesamtzahl von 23 getöteten Walen, einem ungeborenen Baby und einem verletzten und entkommenen Wal.

In den letzten Jahren hatte Kristján Loftsson, Eigentümer des Walfangunternehmens Hvalur hf., Schwierigkeiten, einen Markt für das Wal-Fleisch zu finden. Unter anderem wurde das Fleisch bedrohter Finnwale im Wert von fast 20 Millionen Euro nach Japan exportiert. Doch auch in Japan will niemand das Fleisch – es stapelt sich dort zu Tonnen in japanischen Lagerhäusern oder wird zu Hundefutter verarbeitet.

WDC wird die Zusammenarbeit mit Partnern in Island fortsetzen, um die Jagd endgültig zu beenden.

Der Geschäftsführer des Walfang-Unternehmens Hvalur hf., Kristján Loftsson, schaut auf einen toten Finnwal. © Hard To Port
Der Geschäftsführer des Walfang-Unternehmens Hvalur hf., Kristján Loftsson, schaut auf einen toten Finnwal. © Hard To Port

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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