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Das WDC-Team bei der European Cetacean Conference. © WDC
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European Cetacean Society Konferenz 2024: Walkot, Forschung und Schweinswale

Nachdem ich das erste Mal als Studentin auf der Konferenz der European Cetacean Society (ECS) war, habe ich mich sehr gefreut, dieses Jahr dort als Meeresbiologin von WDC anreisen zu dürfen und auch meinen ersten Workshop organisieren und leiten zu können.  

Die jährliche Konferenz der ECS, wo Wal- und Delfinforscher:innen aus Europa zusammenkommen, um sich auszutauschen, fand dieses Jahr in der sizilianischen Hauptstadt Catania statt. Das Thema der Konferenz: "Meeressäuger und menschliche Aktivitäten: wie erreichen wir einen nachhaltigen Ausbau von Küstengebieten?" (englisch: "Marine mammals and human activities: how to reach a sustainable development of coastal areas?"). 

Workshops zu Walkot

Doch bevor die eigentliche ECS-Konferenz begann, fanden in den zwei Tagen davor 18 Workshops zu verschiedensten Wal- und Delfin-Themen und -Fragenstellungen statt. In diesem Rahmen habe auch ich im Namen von WDC den Workshop "Walkot Bank" organisiert und geleitet.  

Frau präsentiert etwas
Tamara erläutert, warum eine Datenbank für Walkot-Proben so wichtig ist. © WDC
Workshop-Teilnehmer:innen
Die Workshop-Teilnehmer:innen sorgten für spannende Diskussionen. © WDC

"Walkot Bank" – das klingt bestimmt etwas seltsam, oder? Hier eine kurze Erklärung: 

Wie wichtig Wale und auch ihr Kot für das Ökosystem und das Klima sind, haben wir in unserer Grünen Wal Kampagne erklärt. Doch das Wissen, was wir bis heute zusammentragen konnten, beschränkt sich hauptsächlich auf ein paar Großwalarten und auch nur auf ein paar wenige Populationen. Somit gibt es noch viele Wissenslücken, z.B., wie wichtig Kleinwale, wie Delfine und Schweinswale, für das Klima sind. Das wurde bis heute noch nicht wissenschaftlich untersucht. Um diese Lücke zu schließen, brauchen wir idealerweise Walkot-Proben von allen möglichen Arten und aus aller Welt. Deswegen haben wir den Workshop "Walkot Bank" ins Leben gerufen. Die Idee dieser Datenbank ist es, festzuhalten, wo auf der Welt Walkot-Proben existieren und analysiert werden können, damit unter anderem diese Forschungsfrage angegangen werden kann.  

Zusammen mit den Teilnehmer:innen und meiner Kollegin Alice Walters, die mir bei dem Workshop assistiert hat, haben wir die Voraussetzungen für eine solche Informations-Datenbank erläutert. Dank der Teilnehmer:innen, die zu unterschiedlichsten Forschungsgebieten arbeiten (Mikrobiom, Mikroplastik, Pathologie, Hormone und eben ökologische Funktion) und somit unterschiedlichstes Fachwissen mitbrachten, waren die Diskussionen sehr vielseitig, interessant und inspirierend. Denn letzten Endes hat uns alle eins vereint, der Walkot.  Meine Lieblings-Anekdote eines Teilnehmers möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:   "I've found my people… I mean my poople!".
Es hat allen sehr viel Spaß gemacht!
 

Interaktives Spiel
Interaktiv die ökologische Funktion der Wale verstehen – darum ging es bei diesem Spiel. © WDC

Zusammen mit der Rugvin Foundation stellten wir im Vorfeld der Konferenz einen weiteren Workshop auf die Beine: Dabei ging es darum, die ökologische Funktion von Walen, unter anderem auch durch ihren nährstoffreichen Kot, im Ökosystem spielerisch zu erklären. Falls auch Sie nun Lust bekommen haben, dieses Spiel (in digitaler Version auszuprobieren, können Sie dies hier tun.    

Forschung, Forschung, Forschung 

Doch nun zur eigentlichen Konferenz: Über 500 Teilnehmer:innen präsentierten oder lauschten und lasen 80 Präsentationen und 300 Poster zu den verschiedensten Forschungsgebieten: von Effekten menschlicher Interaktionen (Lärm, Fischerei, Schiffsverkehr) über Anatomie, Genetik und Evolution, bis hin zu Ökologie und Verhalten. Diese Informationsflut kann einen regelrecht überwältigen – gleichzeitig ist wahnsinnig spannend zu erfahren, was in der Welt der Walforschung alles passiert, erforscht und neu entdeckt wird.  

Außerdem empfinde ich es jedes Mal als sehr bereichernd, sich mit bekannten Forschenden auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Neben Alice war auch meine schottische Kollegin vom Shorewatch Team, Emma Steel, vor Ort und gemeinsam stellten die beiden ihre "Citizen Science"-Forschung (= Bürger:innen-gestützte Forschung) mit Hilfe eines Posters vor. 

Schweinswal beim Fischfang
Ein Schweinswal fängt einen Fisch. © Sara Ortiz

Schweinswal-Schutz bei der ECS 

Nach fünf Tagen Workshops und Präsentationen stand zum Schluss noch die ECS-Hauptversammlung an. In dieser wurde eine Resolution zum stärkeren europaweiten Schutz von Schweinswalen vor Beifang angenommen. Beifang stellt die größte Bedrohung für den Schweinswal dar und es wird europaweit nicht annähernd genug für seinen Schutz getan. Vor allem für die Ostsee-, Beltsee-, Iberische-, Mittelmeer-, Schwarzmeer- und Keltische-See-Populationen ist Beifang ein großes Problem, denn diese Populationen sind teilweise isoliert, klein und vom Aussterben bedroht. Mit dieser Resolution fordert die ECS die EU auf, dringend die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und durchzusetzen, um den Beifang von Schweinswalen zu minimieren und zu verhindern. 

Außerdem ging der diesjährige "Mandy McMath ECS Conservation Award" für besondere Leistungen im Bereich des Schutzes von Walen und Delfinen an Ida Carlén, DIE Schweinswalforscherin schlechthin. Ihre ganze Karriere widmet sie bereits der Erforschung und dem Schutz des vom Aussterben bedrohten Schweinswals in der zentralen Ostsee - Anfang diesen Jahres hat unsere Zusammenarbeit mit ihr und anderen Partnerorganisationen dazu beigetragen, dass für diese Population der höchste Schutzstatus anerkannt wurde – und auch an der Schweinswal-Resolution bei dieser Konferenz war sie wesentlich beteiligt. WDC gratuliert Ida Carlén herzlich zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung und wir hoffen, auch in Zukunft weiter mit ihr zusammenarbeiten zu können.  

Somit stand das Ende der Konferenz in meinen Augen ganz im Namen des Schweinswals und seinem Schutz – was dem kleinen Wal die Aufmerksamkeit verschafft hat, die er auch verdient. 

Gestrandeter Schweinswal

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Über Tamara Narganes Homfeldt

Tamara Narganes Homfeldt setzt sich bei WDC für das Beenden der Gefangenschaft von Walen und Delfinen ein.

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