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Neuer Bericht zeigt: Reisebranche profitiert vom Blutbad in der Bucht von Taiji

Delfin-Treibjagd in Taiji © Hans-Peter Roth
Delfin-Treibjagd in Taiji © Hans-Peter Roth

Die Delfin-Treibjagd in Japan wird seit vielen Jahren zurecht kritisiert. Delfin-Familien werden in der Bucht von Taiji brutal getötet; junge Individuen werden separiert und an die Delfinarien-Industrie verkauft. Ein neuer Bericht deckt auf, wie die Tourismusbranche mit der Treibjagd in Verbindung steht.

In den Jahren 2023 und 2024 haben die Non-Profit Organisationen World Animal Protection und Action for Dolphins eine Studie durchgeführt, um die Verbindungen zwischen der Tourismusbranche und der Treibjagd in Taiji zu untersuchen. Der Bericht ergab nun, dass 107 Freizeitparks in 17 Ländern Delfine gekauft haben, die bei der Jagd in Taiji ihrem natürlichen Lebensraum und ihren Familien entrissen wurden. Damit profitieren diese Delfinarien unmittelbar von dem Blutbad in Taiji.

Außerdem wurde untersucht, welche Reiseanbieter den Verkauf von Tickets zu diesen Einrichtungen unterstützen und so ebenfalls von der grausamen Jagd in Taiji profitieren. Insgesamt wurden 17 weltweit aufgestellte Reiseunternehmen unter die Lupe genommen, darunter Trip.com, Klook, Traveloka, GetYourGuide und TUI. Das Ergebnis:

  • Bei sechs Reiseunternehmen wurden insgesamt 50 Angebote ermittelt, die Tickets für Delfinarien mit Delfinen aus Taiji verkaufen.
  • Ein Reiseunternehmen verkauft Tickets für Delfinarien, die jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit der Treibjagd in Taiji stehen.
  • Die zehn verbleibenden Reiseanbieter verkaufen, teilweise aufgrund ihrer Tierschutzrichtlinien, keine Tickets (mehr) für Delfinarien.

Bei der Untersuchung wurden vor allem die "global player", also die weltweit agierenden Reiseunternehmen, herangezogen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Zahl der Reiseunternehmen, die die Treibjagd in Taiji durch ihren Ticketverkauf unterstützen und davon profitieren, höher liegt. Vor allem kleine, lokale und regionale Reiseanbieter werden in der Studie nicht berücksichtigt.

Schuldzuweisungen bringen nichts – wir brauchen bessere Aufklärung

"Der Bericht zeigt, dass nicht Japan die alleinige Schuld an der Treibjagd trägt, sondern ein ganzer Industriezweig die Jagd auf Delfine befeuert", erklärt Katrin Matthes, Koordinatorin Policy Japan und Walfang bei WDC Deutschland. "Der Tourismus ist der größte Treiber der Delfinjagd und Besucher:innen von Delfin-Shows begegnen Delfinen auf Taiji in Freizeitparks in mindestens 17 verschiedenen Ländern. Da Delfine unter den Einrichtungen gehandelt und verkauft werden, ist es nur schwer nachvollziehbar, wo die Delfine aus Taiji letztlich landen. Die Shows und auch das Schwimmen mit Delfinen boomen unter Tourist:innen nach wie vor".

"Reiseanbieter ignorieren oder verschweigen ihren Kund:innen die grausamen Hintergründe der Delfinarien und romantisieren das Erlebnis mit den beliebten Meeressäugern", sagt Tamara Narganes Homfeldt, die sich bei WDC für das Auslaufen der Delfinarien in der EU einsetzt. "Jeder Wal und Delfin in einem Delfinarium hat seinen Ursprung in der freien Wildbahn – dabei spielt es keine Rolle, ob er selbst eine traumatische Fangaktion in Taiji erlitten hat oder durch Zuchtprogramme mit Wildfängen in Gefangenschaft geboren wurde. Jeder Reiseanbieter und jede:r Delfinarien-Besucher:in unterstützt mit dem Verkauf bzw. Kauf eines Tickets das Leiden der Delfine in Gefangenschaft und auch die Treibjagden in Taiji. Solange die Nachfrage nach Delfin-Shows existiert, bleiben auch die grausamen Treibjagden bestehen".

WDC setzt deshalb besonders auf die Aufklärungsarbeit für Reiseunternehmen und Tourist:innen: Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Reiseanbietern zusammen, um Richtlinien für besseren Tierschutz in die Auswahl der Freizeitangebote zu integrieren. Unsere Kampagnen haben dazu geführt, dass große Anbieter wie Virgin Holidays, British Airways, TripAdvisor, Thomas Cook, Booking.com und Expedia den Ticketverkauf für Delfinarien komplett eingestellt haben. Die breite Öffentlichkeit klären wir über das Leid der Wale und Delfine in Gefangenschaft auf und bieten Informationen zum verantwortungsvollen Whale Watching in freier Wildbahn an.

Außerdem setzt sich WDC im Rahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) für ein Ende der Jagden und den Handel mit Walen und Delfinen ein.

Delfin-Treibjagd in Taiji © Hans-Peter Roth

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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