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Erfolg: Aktionsplan Ostsee verbietet Stellnetze in Schutzgebieten

Schweinswale © ORES-Ursula Tscherter

Nach dem Aus für den Nationalpark Ostsee kündigte die schwarz-grüne Landesregierung in Schleswig-Holstein nun den "Aktionsplan Ostseeschutz 2030" an.

Im Koalitionsvertrag der CDU und Grünen in Schleswig-Holstein ist festgelegt, dass zur Mitte der Legislaturperiode 2022-2027 eine Entscheidung zum Nationalpark Ostsee getroffen werden sollte. Diese Entscheidung hat nach Prüfung des Umweltministeriums MEKUN jetzt stattgefunden – Fazit: Der Nationalpark ist erstmal vom Tisch.

Für den Naturschutz hätte der Nationalpark unter anderem bedeutet, dass 50 Prozent des deutschen Einflussbereichs der Ostsee zur Nullnutzungszone ernannt worden wäre. Kritik kam insbesondere von Wirtschaftsverbänden, Wassersportvereinen und Anrainerstaaten, deren Aktivitäten dadurch stark eingeschränkt worden wären.

Stattdessen haben Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Umweltminister Tobias Goldschmidt (Die Grünen) jetzt einen "Aktionsplan Ostseeschutz 2030" als Kompromisslösung vorgestellt. Dieser sieht vor bis zum Jahr 2030, 12,5 Prozent der zu Schleswig-Holstein gehörenden Ostseefläche unter "strengen Schutz" zu stellen. Der Plan umfasst 16 Maßnahmen, unter anderem:

  • Nahe der Küste (Schlei bis Gelting sowie südliche Hohwachter Bucht) und westlich der Insel Fehmarn sollen drei neue Schutzgebiete eingerichtet werden. Einige der Natura-2000-Gebiete sollen einen strengeren Schutzstatus erhalten (Sagasbank, Stoller Grund und Geltinger Bucht). In diesen insgesamt knapp 40.000 Hektar großen Gebieten soll die Natur weitgehend ungestört bleiben.
  • In den genannten Gebieten wird die Fischerei komplett verboten. Das private Angeln am Strand ist weiterhin genehmigt.
  • Wassersportaktivitäten und Bootsverkehr in den Schutzgebieten müssen während der Brut- und Setzzeiten von Vögeln aussetzen.
  • Einträge von Nährstoffen und Chemikalien sollen um 20 Prozent gesenkt werden. Nitrate, Phosphor, Klärwerksabwässer oder Düngemittel aus der Landwirtschaft setzen dem flachen Binnenmeer besonders zu und führen zu toxischen Algenblüten.
  • Auch aktive Umweltschutzmaßnahmen, wie das Ansiedeln von Riffen und Seegraswiesen sind denkbar.

WDC begrüßt die geplanten Maßnahmen, schließt sich jedoch der Kritik der Naturschutzverbände an: Der Aktionsplan Ostsee geht nicht weit genug, um die Erholung des geschwächten Ökosystems effizient und langfristig zu sichern. Besonders die vom Aussterben bedrohte Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee braucht dringend konzertierte Maßnahmen und einen Kraftakt aller Anrainerstaaten, um eine Wende für die Ostsee und eine Überlebenschance für den Schweinswal zu ermöglichen.

"Auch wenn wir uns mehr erhofft haben, ist der Aktionsplan Ostsee ein wichtiger Schritt für die Renaturierung des Ökosystems und möglicherweise der Türöffner für einen zukünftigen Nationalpark", sagt Tamara Narganes Homfeldt, Koordinatorin des Bereichs Meeresschutz bei WDC Deutschland. "Was jetzt zählt sind die schnelle Umsetzung und strenge Kontrollen der geplanten Maßnahmen des Aktionsplans. Auch braucht es Nachahmer in den anderen angrenzenden Regierungen – wir können die Ostsee nur gemeinsam retten und uns rennt schlichtweg die Zeit davon: Dorsch und Hering sind bereits so überfischt, dass sich die Populationen nicht mehr erholen. Die Schweinswale in der zentralen Ostsee sind mit nur noch 450 Individuen akut vom Aussterben bedroht – jeder Wal, der stirbt, ist mehr, als die Population verkraften kann."

Schweinswal im Netz © Greenpeace

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Insbesondere der Beifang in Stellnetzen und fehlende Maßnahmen und Kontrollen in den Meeresschutzgebieten setzen den Schweinswalen zu. Unsere Kampagne und Petition „Stellnetze raus aus Meeresschutzgebieten“ hat 2021/22 mit 100.000 Unterschriften dazu beigetragen, dass zwischen November und Januar ein jährliches Stellnetzverbot in einigen Meeresschutzgebieten verordnet wurde. Unsere politische Arbeit sowie die Aufklärung in der Bevölkerung dauern bis heute an.

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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