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Totes Nordkaper-Baby mit Verletzungen, die auf eine Schiffskollision hinweisen

Wie viele Glattwale müssen noch sterben, bis die US-Regierung handelt?

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Schiffskollision verletzt vom Aussterben bedrohtes Nordkaper-Baby

Verletztes Glattwal-Baby
Verletzter Nordatlanitscher Glattwal, Baby von Juno (#1612), mit Verletzungen an Kopf, Maul und linker Lippe, die auf eine Schiffskollision zurückzuführen sind. © Forever Hooked Charters aus South Carolina

Fehlende Geschwindigkeitsvorschriften und politische Untätigkeit führten zu einem katastrophalen Zusammenstoß zwischen einem Schiff und dem ersten Baby der Saison für die vom Aussterben bedrohte Population der Nordatlantischen Glattwale vor der US-Küste. Das Neugeborene wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an seinen Verletzungen sterben.

Am 6. Januar wurde vor South Carolina ein zwei Monate altes Nordatlantisches Glattwal-Baby gesichtet, dessen Kopf, Mund und Lippen von einer Schiffsschraube aufgerissen wurden. Fischer:innen, die das Neugeborene gesichtet hatten, erkannten, dass der Wal verletzt war, und stellten der NOAA Fisheries ein Video und Fotos zur Verfügung.

Wie die Behörde gestern mitteilte, wird das Baby voraussichtlich nicht überleben und ist eines von nur neun Jungtieren, die in diesem Jahr geboren wurden. Die Wunden, die auf dem Bildmaterial zu sehen sind, werden derzeit analysiert, um die Größe des Schiffes, das den Wal angefahren hat, zu bestimmen. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich nicht um ein großes Schiff handelte.

"Die wahre Tragödie ist, dass dies vermeidbar gewesen wäre", sagt Regina Asmutis-Silvia, Geschäftsführerin von Whale and Dolphin Conservation in Nordamerika. "Die Glattwalmutter Juno macht ihren Job, indem sie Babys bekommt, aber die Politik tötet sie schneller als sie sich fortpflanzen kann. Das ist unentschuldbar."

Nordatlantische Glattwale sind eine vom Aussterben bedrohte Art, von der es nur noch weniger als 360 Individuen gibt. Der Zusammenstoß mit Schiffen ist eine der beiden Hauptbedrohungen für die Existenz dieser Art, zusammen mit dem Verfangen in kommerziellen Fanggeräten. Glattwale bringen ihren Nachwuchs zwischen Mitte November und Mitte April zur Welt. Sowohl die Weibchen als auch die Neugeborenen an der Südost-Küste der USA sind in dieser Zeit besonders durch Schiffskollisionen gefährdet, da sie sich vermehrt an der Meeresoberfläche aufhalten.

Im November 2022 und erneut im Oktober 2023 reichte WDC, zusammen mit anderen  Naturschutzorganisationen, Dringlichkeitsanträge ein, um gefährdete Mütter und Jungtiere in ihrem Habitat zu schützen.

NOAA Fisheries lehnte beide Petitionen ab und berief sich dabei auf die vorgeschlagene Aktualisierung einer Geschwindigkeitsregelung, die zwar verschärft wurde, sich aber seit mindestens zwei Jahren verzögert, ohne dass ein Veröffentlichungsdatum feststeht.

Dieses Glattwal-Baby war das erste, das diese Saison von Forscher:innen vor South Carolina gesichtet wurde. Es ist das achte Baby von "Juno" (Glattwal #1612). Laut den Forscher:innen des New England Aquariums war Junos Leben von Tragödien geprägt, denn ihre Familie musste Verluste durch mindestens 24 Verstrickungen und zwei Schiffskollisionen hinnehmen.

*** Update vom 12.02.2024 ***

Das verletzte Nordkaper-Baby wurde letzte Woche während eines Beobachtungsfluges des Clearwater Marine Aquarium Research Institutes gesehen. Obwohl die Sichtung ein wenig Hoffnung gibt, dass sich das Kalb langfristig von der Schiffskollision erholt, bleibt das Ausmaß seiner Verletzungen besorgniserregend. Analysen der Videoaufnahmen haben ergeben, dass die Wundheilung am Kopf des Nordkaper-Babys, wo der Schiffspropeller tief eingeschnitten hat, noch lange nicht abgeschlossen sein wird. Wir können nur das Beste hoffen.

Glattwal-Mutter Juno mit ihrem Baby.
28. November 2023 - Juno (#1612) mit ihrem Neugeborenen. © Clearwater Marine Aquarium Research Institute, aufgenommen mit NOAA-Genehmigung #26919. Finanziert vom US Army Corps of Engineers

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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