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Schweinswale: Neue Studie löst Rätsel um Unterwasser-Krater in der Nordsee

Schweinswalgruppe
Schweinswale © Nicola Hodgins

Wissenschaftler:innen der Uni Kiel finden heraus, dass Schweinswale maßgeblich für die Gestaltung des Meeresbodens in der Nordsee verantwortlich sind. Die Ergebnisse ihrer Studie sind möglicherweise weltweit übertragbar. 

Forscher:innen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben in einer Studie  fachübergreifend kraterartige Vertiefungen in der Nordsee untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem Schweinswale auf der Suche nach ihren Beutetieren – Sandaalen – für das Entstehen dieser “Gruben” verantwortlich sind. Die Sandaale vergraben sich einige Zentimeter tief im sandigen Meeresboden und werden von den Meeressäugern aufgestöbert. Dabei entstehen grubenartige Vertiefungen („Pits“), die im weiteren Verlauf von Bodenströmungen ausgewaschen werden. Die an der Studie beteiligten Geolog:innen, Ozeanograph:innen und Biolog:innen kommen zu dem Schluss, dass Zehntausende der Gruben in der Nordsee auf diese Weise entstanden sind und die Mechanismen für die Entstehung dieser Pits wahrscheinlich weltweit gelten. 

Schweinswale – Ingenieure des Meeresbodens 

Bisher galt in Fachkreisen die Annahme, dass der Austritt von Fluiden – dem Treibhausgas Methan und Grundwasser etwa – viele der Millionen Vertiefungen am Meeresboden entstehen lässt. Mit der neuen Studie kommen die Wissenschaftler:innen jedoch der Bedeutung von Wirbeltieren, vor allem Schweinswalen, für die Gestaltung des Meeresbodens ein großes Stück näher: Allein im Untersuchungsgebiet in der Deutschen Bucht sind 9% des Meeresbodens von den so genannten Pits bedeckt. Laut Studie wurden allein 773.369 Tonnen Sediment Bereich u.a. durch Schweinswale umgeschichtet – das entspricht dem Gewicht einer halben Million PKW. 

„Die aktuelle Studie aus Kiel liefert einen weiteren wissenschaftlichen Beleg dafür, wie wichtig Schweinswale für das Ökosystem Meer sind. Sie zeigt, dass die Bundesregierung sich endlich zu effektiven Schutzmaßnahmen bekennen muss, um den Schweinswal und seinen Lebensraum zu erhalten“, sagt Astrid Fuchs, Policy Leiterin bei WDC.  

Geschützt und doch bedroht 

Der Schweinswal ist die einzige Walart, die in der deutschen Nord- und Ostsee beheimatet ist.  Oft suchen die knapp zwei Meter großen Meeressäuger die Nähe zur Küste oder Buchten, Flussmündungen und Gezeitenkanäle, die weniger als 200 m tief sind. Gelegentlich schwimmen sie auch in Flüsse hinein, was in Elbe, Weser und Jade in den letzten Jahren wieder häufiger vorkam. Mit ein wenig Glück kann man sie vom Ufer aus beobachten, vor allem vor Sylt, Fehmarn und Wilhelmshaven. Obwohl es einige Hinweise auf Nord-Süd-Wanderungen gibt, scheinen die meisten Schweinswale einen bestimmten weiträumigen Lebensraum zu bevorzugen. 

Jedes Jahr sterben allein in deutschen Gewässern Hunderte Individuen in Fischernetzen oder werden durch Unterwasserlärm aus ihren angestammten Gebieten vertrieben. Das passiert sogar in extra für sie ausgewiesenen Schutzzonen. WDC setzt sich dafür ein, dass diese Schutzgebiete endlich strikt für den Erhalt der Schweinswale und ihres Lebensraums genutzt werden. Jegliche menschliche Nutzung wie Fischerei und der Ausbau der Offshore-Energie müssen hier untersagt werden. 

2024 steht bei uns im Zeichen des Schweinswals: Tauchen Sie mit uns in die faszinierende Welt unserer heimischen Meeressäuger ein und helfen Sie uns, den kleinen Wal zu schützen!  

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Über Laura Zahn

Laura Zahn arbeitet bei WDC Deutschland im Bereich Kommunikation. Sie ist zuständig für die Erstellung von News und Blogs sowie unsere Newsletter. Außerdem arbeitet Laura bei der Entwicklung und Koordination von Kampagnen mit.

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