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WDC deckt das Versagen der Regierung beim Schutz der Wale vor Fischernetzen auf

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Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass die neue Regelung der britischen Regierung ein völliger Fehlschlag ist: Sie schützt Wale und Delfine nicht vor dem Tod in Netzen und gefährdet außerdem die Fischexporte des Vereinigten Königreichs in die USA.

Vor einem Jahr hatte die Regierung des Vereinigten Königreichs zusammen mit den Landesregierungen eine neue Regelung zur Überwachung von Beifang durchgesetzt. Sie verpflichtet Fischer:innen, den Fang von Meeressäugern in Netzen zu melden – mit dem Ziel, den Tod in Fischernetzen in Zukunft zu reduzieren. Aktuelle Zahlen zeigen allerdings, dass die Beteiligung am Selbstmeldesystem sehr gering war: nur 18 Meldungen von gerade einmal sechs Schiffen gingen bisher ein. Die Mehrheit davon waren Nullmeldungen, nur in zwei Fällen wurde tatsächlich ein Meeressäuger verletzt oder getötet. Im selben Zeitraum kamen nach Berichten des Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra) in Wirklichkeit eine große Zahl von Walen und Delfinen in Netzen zu Schaden.

Die fehlgeschlagene Regelung könnte außerdem die britischen Fischausfuhren in die USA gefährden: Um Fischereierzeugnisse in die USA zu exportieren, müssen diese bestimmte Auflagen erfüllen. Dazu zählt unter anderem, dass Beifangmengen laufend überwacht werden. Mit der Gründung des Beifang-Minderungsprogramms (Bycatch Mitigation Programme) hatte das Vereinigte Königreich versucht, diese Anforderungen zu erfüllen. Aufgrund der extrem niedrigen Beteiligung am Meldesystem des Programms ist dieser Versuch gescheitert.

"Als wir uns bei Defra über die Anzahl der Selbstmeldungen von Beifängen im letzten Jahr erkundigten, waren wir schockiert", sagt Bianca Cisternino, WDC-Koordinatorin für Beifang. "Die gemeldeten Fälle sind eine grobe Unterschätzung des tatsächlichen Beifangvolumens. Die Methode ist also völlig unzureichend, um den Tod von Meeressäugern in Netzen und Fanggeräten korrekt zu überwachen".

"Wir haben die Regierung gewarnt, dass ihr System nicht funktionieren würde. Frühere Untersuchungen legten diese Vermutung nahe. Trotzdem wurde das Selbstmeldesystem durchgesetzt und die Fischer:innen völlig im Stich gelassen: Sie bekamen keinerlei Schulung, um zu lernen, Fänge richtig zu melden und Arten korrekt zu identifizieren", erklärt Cisternino. "So mangelte es ihnen nicht nur an Zeit und Motivation, sondern auch an der Ausbildung, um korrekte Meldungen zu machen. Der Fehler liegt bei Defra und der Meeresmanagement-Organisation (MMO), die keinerlei Aufwand betreiben und sich auf wirkungslose Selbstmeldemethoden verlassen".

In Zukunft muss die Regierung auf andere Methoden zurückgreifen, um die Überwachung von Beifang auf Fischereiflotten zu gewährleisten: Die elektronische Fernüberwachung ("REM-System") wird auf Fischereifahrzeugen eingeführt. Außerdem müssen Zielvorgaben für die Einführung von REM-Systemen mit einer 100-prozentigen Abdeckung auf bestimmten Flotten festgelegt werden.

Beifang ist weltweit die größte Bedrohung für Wale und Delfine. Defra und die MMO haben bisher nicht annähernd genug getan, um dieses Problem in britischen Gewässern anzugehen – und sie halten sich bis heute nicht an geltende Rechtsvorschriften.

 

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[shariff]

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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