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Wissenschaft trifft Magie: Erste WDC-Erlebnisreise nach La Gomera

Diesen Blogbeitrag haben WDC-Meeresbiologe Fabian Ritter und Ulla Christina Ludewig, unsere Referentin für verantwortungsvolles Whale Watching verfasst. Beide begleiteten die Reise als Expert:innen vor Ort.

 

Als wir Anfang November auf die kanarische Insel La Gomera reisten, um dort die erste WDC Whale Watching-Erlebnisreise durchzuführen, konnten wir nicht ahnen, wie wohlgesonnen uns die Insel sein und wie erfolgreich alles verlaufen würde. Im Gegenteil, wir hatten viele Fragen im Kopf: Werden die Wetterbedingungen stimmen? Wie wird sich die Gruppendynamik entfalten? Und vor allem: Wie viele Wale und Delfine werden wir sehen?

Die WDC-Erlebnisreise, die in enger Kooperation mit dem WDC-Partner M.E.E.R. durchgeführt wurde, einer kleinen NGO, die schon seit über 20 Jahren auf La Gomera aktiv ist, war die erste ihrer Art. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle OCEANO Whale Watching La Gomera, die uns die respektvollen Ausfahrten aufs Meer ermöglichten. Vom 05. bis 16. November wechselten sich Tage mit Whale Watching-Touren mit Zusammenkünften der neun Teilnehmer:innen ab, bei denen über die Erlebnisse auf dem Meer reflektiert und umfangreiches Hintergrundwissen vermittelt wurde. Dies beinhaltete zum Beispiel eine Übersicht der Arbeit von WDC, einen Vortrag über die "Intelligenz und Kultur bei Walen und Delfinen" sowie spannende Fakten zur Biologie, Ökologie und Kommunikation der Meeressäuger.

Schon am ersten Tag ging es direkt aufs Meer und wir sichteten zum ersten Mal Grindwale.

Auch bei der zweiten und dritten Tour konnten wir diese wunderschönen, bei den Kanaren fest ansässigen Tiere bei verschiedenen Verhaltensweisen beobachten. Während der ersten Treffen an Land interpretierten wir ihr Verhalten, schauten uns die auf See gemachten Fotos an und ergänzten die Erlebnisse mit wertvollen Einzelheiten zur Lebensweise der Grindwale.

Grindwale vor der Küste La Gomeras. (C) WDC / Ulla C. Ludewig

Die vierte Tour brachte uns ein weiteres Highlight. Eine große Gruppe mit geschätzt 200 Zügeldelfinen interagierte intensiv mit unserem Boot und wir konnten diese quirligen Gesellen aus nächster Nähe begutachten – direkter Blickkontakt inklusive! Unvergessliche Momente ... Unter den Zügeldelfinen befand sich auch ein rätselhafter, anders aussehender Delfin, der entweder der Vertreter einer anderen Art oder aber ein Hybrid gewesen sein könnte.

Zügeldelfine vor La Gomera. (C) WDC / Ulla C. Ludewig

Die weiteren der insgesamt sechs Ausfahrten aufs Meer, die alle der Philosophie des sanften Whale Watching folgten – d.h. sich ganz langsam an die Wale und Delfine anzunähern, den Mindestabstand einzuhalten und den Tieren stets den notwendigen Raum zu lassen, um sie möglichst wenig zu stören – hielten noch weitere Überraschungen bereit. Junge Grindwale, die sich sehr verspielt ums Boot tummelten, seltene Schnabelwale, eine frühe Morgentour mit Grindwalen zum Sonnenaufgang und zum Abschluss eine extrem interessante Sichtung von Großen Tümmlern, die ganz eindeutig nur "das Eine" im Sinn hatten.

Die Teilnehmer:innen, die aus ganz Deutschland und der Schweiz nach La Gomera gekommen waren, konnten – genauso wie wir – ihr Glück kaum fassen, welches wir an diesen magischen 12 Tagen hatten: Beste Wetterbedingungen für die Walbeobachtung, eine Sichtungsquote von 100 Prozent und fantastische Erlebnisse auf dem Meer sowie an Land. Das schweißte die Gruppe nicht nur zusammen, sondern erlaubte auch einen tiefen und vertrauensvollen Austausch über die vielen sehr emotionalen Momente der Reise. Ein Ausflug über die wunderschöne Kanareninsel mit Besuch im Nationalpark Garajonay rundete das Programm genauso ab, wie eine meeresbiologisch geleitete Exkursion ins Felswatt.

Der Nebelwald auf La Gomera. (C) WDC / Fabian Ritter

Natürlich thematisierten wir bewusst auch die zahlreichen Umweltprobleme, welchen Delfine und Wale heutzutage ausgesetzt sind und die auch vor den Kanaren nicht Halt machen: Müll im Meer (regelmäßig holten wir Plastik an Bord, einmal sogar ein riesiges Stück Fischernetz!), Kollisionen mit Schiffen, Unterwasserlärm und vieles mehr. Im Zentrum stand aber auch immer die Frage, was jeder Einzelne tun kann, um die Meere zu schützen. Dass uns die Begegnungen mit den Walen und Delfinen dazu stark animierten, wurde in den Diskussionen und Gesprächen rund um die Erlebnisse mehr als deutlich.

Am Ende der Reise, als es hieß Abschied zu nehmen, floss so manche Träne und dies war der sichtbare Ausdruck dafür, dass uns die Meeressäuger sehr tief berührt hatten. Dies ist Grundlage dafür, dass wir Menschen unseren Umgang mit Walen und Delfinen, den Meeren und der Natur als Ganzes überdenken und verändern. Und genau dies war eines der ausgesprochenen Ziele der Erlebnisreise.

Wir sind dankbar, dass wir die Reise dieses Jahr erstmals mit einer so enthusiastischen und aufgeschlossenen Gruppe umsetzen konnten und hoffen, das dieser Erfolg nun der Startschuss für weitere WDC-Erlebnisreisen ist.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Olaf Hein am 29. Dezember 2022 um 12:10 pm

    Moin Herr Ritter,

    vielen Dank für ihre hervorragende Arbeit.

    Sind weitere Reisen geplant? Wie sind die Teilnahmebedingungen?

    In meinem nächsten Roman spielt ein Orca die Hauptrolle.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team einen Guten Rutsch ins Jahr 2023.

    Mast und Schotbruch

    Olaf Hein

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