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Bedrohte Southern Resident Orcas: nur noch 73 Individuen

Das Center for Whale Research (CWR) hat die Ergebnisse seiner jährlichen Zählung der Southern Resident Orca Population veröffentlicht, die leider wieder auf einen historischen Tiefstand von nur noch 73 Orcas gesunken ist. Obwohl im vergangenen Jahr zwei neue Geburten zu verzeichnen waren, darunter das erste neue Baby im K-Pod seit 2011, verlor die Gemeinschaft auch drei Individuen: Cappuccino (K21), Ripple (K44) und Solstice (L89). Darüber hinaus hat die zuständige Behörde, das Department of Fish and Wildlife, Anfang dieses Jahres 13 Mitglieder der Population als "gefährdet" eingestuft.

K21 Cappuccino © Hysazu Photography | Sara Shimazu

Die Southern Residents sind eine der am besten erforschten Orca-Populationen weltweit. Da sie sehr sozial sind, können Forscher:innen Familiengruppen beobachten und Geburten und Todesfälle dokumentieren. Dies führt zu einer nahezu exakten jährlichen Zählung.

Das Center for Whale Research (CWR) führt diese Zählungen bereits seit 1976 durch und hat damit einen der längsten Datensätze für Meeressäuger überhaupt zusammengestellt. Diese Langzeitstudie hat Trends in der Population aufgezeigt. Rückgang und Wachstum hängen unmittelbar mit den Hauptbedrohungen wie Nahrungsverknappung, Verschmutzung ihres Lebensraums sowie Lärmbelastung und Störungen z. B. durch die Schifffahrt zusammen.

Aufgrund der engen Familienstruktur stellen die Forscher:innen einen Todesfall fest, wenn ein Familienmitglied bei einer bestimmten Anzahl Sichtungen der Gruppe nicht anwesend ist. Alle drei Todesfälle seit Juli 2021 wurden nach dieser Methode dokumentiert, wobei zwei Todesfälle in diesem Jahr besonders besorgniserregend sind.

© Hysazu Photography | Sara Shimazu

Cappuccino (K21), ein 1986 geborener männlicher Orca, wurde zuletzt stark abgemagert und von seiner Familiengruppe getrennt gesehen. Im Juni 2022 wurde ein toter männlicher Orca gemeldet, der sich weit vor der Küste von Oregon in Fischereigerät verfangen hatte. Da nur wenige Fotos des Wals vorliegen und keine biologischen Proben entnommen wurden, ist es unmöglich zu sagen, ob es sich um ein Mitglied der Southern Residents handelte. Die Forscher:innen des Center for Whale Research wissen jedoch, dass der K-Pod sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebiet aufhielt und der Orca die Größe eines jugendlichen Southern Resident hatte.

Als Ripple (K44) bei späteren Sichtungen nicht mehr mit seiner Familie gesehen wurde, vermutete das CWR, dass er der verstorbene Orca gewesen sein könnte. Leider werden wir ohne weitere Informationen über diese beiden Todesfälle nie genau wissen, warum die Individuen gestorben sind.

Während sich große Wale wie Buckel- oder Grauwale dort häufig versehentlich in Fischereigerät verfangen, passiert dies bei Orcas nur selten. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um einen tragischen Einzelfall handelt oder um eine neue Gefahr für die gefährdeten Southern Residents.

WDC arbeitet in den USA mit staatlichen und regionalen Behörden zusammen, um das Risiko zu verringern, dass sich Wale in Fischereigerät verfangen.

Drei Todesfälle in einer kleinen Population sind ein großer Verlust - für diejenigen, die die Gemeinschaft kennen und lieben und sich für ihren Schutz einsetzen, und vor allem für die Orcas selbst. Der Silberstreif am Horizont sind jedoch zwei neue Babys, die gesund und wohlauf zu sein scheinen.

Mit 73 Orcas hat die Population erneut ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Zählung erreicht und liegt deutlich unter dem Stand von 89 Individuen, als sie erstmals als gefährdet eingestuft wurden.

In den letzten Jahren wurden vermehrt Maßnahmen ergriffen, um den Rückgang zu stoppen und die Bedrohungen für die Gemeinschaft zu bekämpfen: Die von der Washingtoner Task Force skizzierten Schritte werden weiter vorangetrieben, Oregon ergreift weitere Maßnahmen, Kalifornien erforscht einzigartige Lösungen für die Erholung der Lachspopulationen, und wir sind dem Abriss der Dämme am Snake River näher als je zuvor. Die Erholung kann quälend langsam voranschreiten, aber wir sind zuversichtlich, dass im kommenden Jahr weitere Fortschritte für die Orcas zu verzeichnen sind und dass diese Zählung den Entscheidungsträger:innen erneut die Dringlichkeit aufzeigt, diese Orcas noch mehr zu schützen.

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