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In der Seine verirrter Orca tot aufgefunden

Orca in der Seine © Reuters / dpa
Orca in der Seine © Reuters / dpa

*** Update, 17.07.2022 ***

Der Autopsie-Bericht des tot aufgefundenen Orcas in der Seine liegt vor. Die Behörden in Frankreich, wo der verirrte Schwertwal nach seinem Tod untersucht wurde, gingen zunächst davon aus, dass der Wal krank gewesen sei und daran gestorben ist. Die genauere Untersuchung offenbarte nun jedoch, dass der Orca außerdem eine Schussverletzung erlitt. Im Fleisch des Kadavers wurde Munition einer Handfeuerwaffe gefunden. Die Tatzeit konnte aus der Untersuchung des betroffenen Gewebes nicht mehr abgeleitet werden – es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Schussverletzung zum Tod des Wals geführt habe. Die Verletzung könnte allerdings zur Schwächung und Desorientierung des Orcas geführt haben, was letztlich in dessen Tod endete. Es werden nun unter Ausstellung einer Belohnung Hinweise gesucht, die zur Aufklärung und Überführung des Täters beitragen. Einen Monat nach dem Tod des Orcas verirrte sich auch ein Finnwal in die Seine. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen schließt die ermittelnde Behörde nicht aus.

 

07.06.2022 | Anfang April hatte sich ein Orca im französischen Fluss Seine verirrt und hielt sich dort über mehrere Wochen auf. Drohnenbilder gaben Aufschluss über den geschwächten Gesundheitszustand des Schwertwals. Versuche, den Orca zurück ins Meer zu leiten waren zuletzt gescheitert – jetzt ist der Wal gestorben.

Ein männlicher Orca wurde seit Anfang April immer wieder entlang der nordfranzösischen Kanalküste bis hinauf in die Seine gesichtet und sorgte für großes Aufsehen. Orcas sind für gewöhnlich weder allein unterwegs, noch halten sie sich in diesen Gewässern auf. Üblicherweise sind diese Wale in engen Familienverbänden, unter anderem vor den Küsten Schottlands, Islands und Norwegens zu Hause.

Auf Drohnenaufnahmen war zu sehen, dass der Orca unter einem starken Ausschlag litt, der auf einen Pilzbefall hinweisen könnte. Schlimme Pilzbefälle betreffen nicht nur die Haut der Wale, sondern können sich auch auf die inneren Organe, unter anderem das Gehirn, auswirken. Dies könnte eine Ursache für die Orientierungslosigkeit des Orcas gewesen sein.

Da sich der Zustand des Wals, der sich in die Seine verirrt zu haben schien, zusehends verschlechterte, versuchte ein Rettungsteam aus Polizei, Feuerwehr, Wissenschaftler*innen und weiterer Unterstützung, den Orca aus der Seine zurück ins Meer zu leiten. Mit Hilfe von Orca-Geräuschen, die unter Wasser abgespielt wurden, sollte der Wal zurück ins offene Meer geleitet werden. Leider blieb der Versuch erfolglos. Auf Grundlage des gescheiterten Rettungsversuches und des kritischen Gesundheitszustandes beschloss man, den Orca einzuschläfern. Doch der Wal wurde kurz nach dem Beschluss bereits tot vorgefunden.

"Auf den verfügbaren Fotos konnte man erkennen, dass der Orca in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand war", erklärt Ulla Ludewig von WDC Deutschland. "Weitere Rettungsversuche hätten wohl vor allem Stress für das geschwächte Individuum bedeutet. Wir hoffen, dass die Ergebnisse der Nekropsie nun Aufschluss darüber geben werden, was zur Desorientierung des Orcas geführt haben könnte".

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Wilma Stickler am 30. Juni 2022 um 5:24 pm

    Liebes WDC Team,
    ist dieser Pilzbefall auch auf andere Wale oder andere Tiere übertragbar?
    Liegt der Pilzbefall an der Wasserqualität, oder wie kommt es dazu?
    Vielen Dank für Eure Arbeit und die Antwort.
    Liebe Grüße
    Wilma Stickler

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