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Zwergwal © Ursula Tscherter / ORES
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Grausame Walexperimente sollen trotz Protest stattfinden

Trotz einer chaotischen und glücklicherweise gescheiterten ersten Test-Saison im Jahr 2021, will das gemeinsame US-amerikanisch-norwegische Forschungsteam ab dem 18. Mai 2022 erneut versuchen, Zwergwale in riesigen Netzen vor den Lofoten in Nordnorwegen zu fangen. Es ist geplant, das Gehör der Wale mit Hilfe von Elektroden, die ihnen unter die Haut implantiert werden, zu testen. Diesmal dauert die Forschungssaison bis zum 1. Juli und ist damit etwas länger als im letzten Jahr.

Das Projekt wird von Dorian Houser von der US-amerikanischen National Marine Mammal Foundation und Petter Kvadsheim, dem leitenden Wissenschaftler des norwegischen Defence Research Establishment, geleitet. Die Forscher behaupten, dass sie mehr über das Hörvermögen von Bartenwalen herausfinden wollen. Dafür haben sie junge Zwergwale − die kleinsten und daher potentiell am leichtesten zu handhabenden Bartenwale − ausgewählt.

Zwergwal © Ursula Tscherter / ORES
Zwergwal © Ursula Tscherter / ORES

So können Sie helfen

Senden Sie eine vorgefertigte Protest-Mail oder einen automatisierten Tweet an den norwegischen Premierminister. Beides geht schnell und ganz einfach!

Wer finanziert das, und warum in Norwegen?

Diese millionenschweren Experimente werden vom angesehenen US-Unterausschuss für Meereswissenschaft und -technologie (SOST) gesponsert und daher direkt von der US-Regierung finanziert, zusammen mit den norwegischen Verteidigungsbehörden und der Öl- und Gasindustrie. Angesichts der mächtigen Interessen, die hier im Spiel sind, ist es ziemlich offensichtlich, dass die Geldgeber herausfinden wollen, wie viel Lärm Wale vertragen können, bevor sie zu Schaden kommen.

Es ist keine Überraschung, dass das amerikanische Forschungsteam als Hauptgeldgeber in dieses Projekt investiert − obwohl sie weit weg von den USA in Norwegen tätig sind. Forscher*innen arbeiten oft in Regionen, in denen die Tierschutzregelungen lockerer sind. Dieses Vorgehen ermöglicht es ihnen, Forschungen durchzuführen, die in ihren Heimatgewässern nicht erlaubt wären − ein Prozess, der als "Offshoring" bekannt ist. Die norwegische Regierung unterstützt den Zwergwalfang und betrachtet hat daher kein Problem mit dieser Art der invasiven Forschung.

 

Was ist der Plan?

Die norwegische Regierung hat die Genehmigung erteilt, bis zum Jahr 2024 jährlich bis zu 12 junge Zwergwale zu fangen, die auf ihrem Weg nach Norden zu ihren Futterplätzen in der Barentssee durch die Region ziehen. Der Weg der Wale wird durch Netze versperrt, die auf einer Länge von etwa 1,7 Kilometer über die Meerenge bei Vestfjord gespannt sind. Schwimmt ein Wal in den Netzbereich, wird der Ausgang geschlossen und der gefangene Wal in ein kreisförmiges Fischzuchtgehege getrieben. Die Netze werden unter dem Wal hochgezogen, um den Wal so an der Oberfläche zu halten.

Einmal gefangen, sollen Elektroden unter die Haut des Wals implantiert und seine Gehirnströme gemessen werden. So will man feststellen, wie er auf Unterwasserlärm reagiert. Sollte der Wal zu gestresst sein und in Panik geraten, ist eine Sedierung vorgesehen − ein höchst riskantes Verfahren, das bei Bartenwalen bisher kaum durchgeführt wurde. Danach wird jeder Wal mit einem Satellitensender versehen und freigelassen. Die gesamte Tortur kann bis zu vier Tage dauern.

Versuchsaufbau 2021 (C) WDC
Der Stress könnte sie töten

Der kombinierte Stress durch den Fang, die Fixierung und das Einsetzen von Elektroden unter der Haut könnte bei den Zwergwalen einen Zustand auslösen, der als "Fangmyopathie" bekannt ist. Im schlimmsten Fall könnten die Wale dabei sterben.

 

Was ist letztes Jahr passiert?

Während das Forschungsteam wochenlang seine Netze auslegte, passierte glücklicherweise sehr wenig, und die meisten Wale blieben der Gefahrenzone fern.

Am 16. Juni 2021 fand jedoch ein Zwergwal den Weg in das Außengehege. Die Forscher*innen verschlossen den Ausgang, aber der kleine Wal konnte noch in derselben Nacht spurlos entkommen. Die Forscher*innen mutmaßten, der Wal müsse sich unter dem Netz hindurchgedrückt haben, aber sie haben keine Ahnung, was danach geschah. Hat der junge Wal überlebt oder wurde er verletzt, als er sich aus dem Netz befreien konnte?

Die Forscher*innen räumten ein, dass zwei weitere Wale in das Außengehege gelangten: der erste war ein erwachsener Zwergwal, der zu groß war, um in den Versuchsbereich zu passen, und deshalb freigelassen wurde; der andere Wal war ein Buckelwal und durfte daher, wie die Forscher*innen sagten, "weiterschwimmen". Aber allein die Tatsache, dass ein Wal einer anderen Art überhaupt in das mit Netzen versehene Gebiet schwimmen konnte, gibt Anlass zu großer Besorgnis und zeigt, dass diese riesigen Netze das Potenzial haben, andere Meeresbewohner in der Nähe zu gefährden.

Die norwegische Regierung unterstützt den Zwergwalfang und genehmigte auch die Experimente. © Vanessa Mignon
Die norwegische Regierung unterstützt den Zwergwalfang und genehmigte auch die Experimente. © Vanessa Mignon
Was unternimmt WDC?

Letztes Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit NOAH, der führenden norwegischen Tierschutzorganisation, und dem US-amerikanischen Animal Welfare Institute eine Beschwerde bei der norwegischen Regierung eingereicht. Außerdem unterzeichneten über 50 der weltweit führenden Expert*innen für Wale und Unterwasserlärm sowie Tierärzt*innen für Meeressäuger, WDCs offenen Brief an die norwegische Premierministerin. Dieser wurde weltweit in zahlreichen Medien aufgegriffen und fast 100.000 Unterstützer*innen haben unsere Petition gegen die Tests unterzeichnet.

Die Forscher*innen ließen sich nicht beirren und behaupteten, das Projekt sei zwar "hochriskant" und ein "gewagtes Experiment", aber nicht gescheitert.

Bis heute haben wir noch keine Antwort auf zahlreiche Fragen zum Tierschutz und den Bedenken hinsichtlich der Experimente erhalten. Dies ist typisch für die Strategie der norwegischen Regierung, die diese Tierwohl-Bedenken zu ignorieren scheint und hofft, dass die Proteste einfach aufhören.

Auch in diesem Jahr wollen wir mit Ihrer Unterstützung unseren Widerstand verdoppeln. Zuletzt äußerte Studienleiter Petter Kvadsheim, dass "das Experiment abgebrochen würde, wenn der [Wal] Anzeichen von Stress zeigt". In einem Video, das auf der Projektseite veröffentlicht wurde, bestätigt Co-Studienleiter Dorian Houser, dass "jeder, der mit Wildtieren gearbeitet hat, weiß, dass sie gestresst sind, wenn sie von Menschen angefasst werden".

Ausschnitt aus dem Video mit Studienleiter Dorian Houser.
Ausschnitt aus dem Video mit Studienleiter Dorian Houser.
Unsere Unterstützer können sicher sein, dass wir die Forscher*innen und ihre Geldgeber wieder zur Rechenschaft ziehen werden. Wir werden Sie zu den Ereignissen auf dem Laufenden halten. Bitte halten Sie sich bereit, uns zu unterstützen!

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Vanessa Williams-Grey

Policy manager - Stop Whaling and Responsible Whale Watching

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Reiner Hess am 27. Mai 2022 um 8:37 am

    Leider konnte ich an der Aktion nicht teilnehmen. Alle Felder wurden von mir vollständig und korrekt ausgefüllt. Dennoch erhalte ich bei dem Sendevorgang stets die Fehlermeldung, dass nicht alle Felder ausgefüllt seien. Sehr schade!

  2. Veröffentlicht von Ulrich Rauschenberger am 30. Mai 2022 um 3:55 pm

    Bitte führt keine Experimente an den unschuldigen Zwergwalen durch. Norwegen muss ihre politische Ausrichtung gegenüber Walen komplett überdenken. Walfang, Walexperimente, dies sind Relikte einer lang vergessenen und dunklen Zeit…

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