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Der Angriffskrieg auf die Ukraine verursacht mutmaßlich auch den Tod vieler Delfine

Gewöhnlicher Delfin © Charlie Phillips
Gewöhnlicher Delfin © Charlie Phillips

Vor einigen Wochen erschienen die ersten Berichte über den Einsatz von Militärdelfinen in Zusammenhang mit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine. Nun kommt es zu erhöhten Strandungszahlen von Delfinen und Schweinswalen im Schwarzen Meer. Es scheint, dass auch sie Opfer des andauernden Krieges geworden sind.

Die menschliche Tragödie, verursacht durch den Krieg in der Ukraine, ist aufs Engste verbunden mit den Auswirkungen auf die dortige Natur. In den letzten Wochen stranden deutlich vermehrt Delfine und Schweinswale an den Küsten. Wissenschaftler*innen nehmen an, dass die Zunahme des Unterwasserlärms durch die Aktivitäten der russischen Marine im nördlichen Schwarzen Meer mit dem unerwarteten Anstieg der Todesfälle von Delfinen in Zusammenhang steht. Entlang der Schwarzmeerküste wurden in der letzten Zeit knapp 100 Gewöhnliche Delfine tot aufgefunden. Einige von ihnen wurden an der türkischen und bulgarischen Küste angespült, andere in Fischernetzen oder anderen Fanggeräten der Region vorgefunden.

Untersuchungen der Turkish Marine Research Foundation (Tudav) ergaben, dass ein akustisches Trauma als Todesursache für einige der Delfine infrage kommt, verursacht z.B. durch Unterwasserexplosionen im Rahmen der Kampfhandlungen oder durch den Einsatz extrem lauter militärischer Sonargeräte. Dies stellt auch ein Risiko für andere Arten in dieser Region dar, wie etwa Schweinswale, die vom Schwarzen Meer in Richtung Asowsches Meer wandern.

„Es ist außerordentlich traurig zu sehen, wie die Menschen in der Ukraine leiden. Dass die Natur ebenfalls leidet, zeigen die neuesten Erkenntnisse zu den Delfinstrandungen. Die im Schwarzen Meer lebenden Gewöhnlichen Delfine, Großen Tümmler und Schweinswale stellen allesamt Unterarten ihrer  Spezies dar, die entweder als gefährdet oder bedroht gelten. Dass der Krieg ihre Lage jetzt verschlimmert, ist tragisch“, so Fabian Ritter, Meeresschutzexperte bei WDC.

Unterwasserlärm bedroht Wal- und Delfinpopulationen, weil es ihr natürliches Verhalten stört und sie aus für sie überlebenswichtigen Gebieten vertreibt. Schlimmstenfalls verursacht der Lärm Verletzungen oder gar den Tod von Walen und Delfinen, für die das Hören so wichtig ist, wie das Sehen für uns Menschen. Denn Sie jagen, navigieren und kommunizieren mithilfe des Echolokationssinns über Schall.

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.

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