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Stellnetze raus: Besserer Schutz für den Schweinswal

Kinder betrauern einen toten Schweinswal am Strand. Am Kopf sind Netzmarken zu sehen, die darauf hinweisen, dass der Wal in einem Fischernetz starb. (C) Jan Haelters
Kinder betrauern einen toten Schweinswal am Strand. Am Kopf sind Netzmarken zu sehen, die darauf hinweisen, dass der Wal in einem Fischernetz starb. (C) Jan Haelters

Elf Meeresschutzgebiete in der Ostsee sind seit Ende Februar für die Fischerei mit Stellnetzen gesperrt. Lediglich die Fischerei mit Fanggeräten, die mit akustischer Abschreckung ("Pingern") ausgestattet sind, ist in den Gebieten erlaubt. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Das Stellnetzverbot in der Ostsee folgt auf jahrelange Kampagnenarbeit von WDC, mit Unterstützung verschiedener NGOs. Unter dem Druck der EU haben Fischerei-Vertreter*innen der EU-Mitgliedstaaten über Jahre verhandelt, wie die letzten Schweinswale in der zentralen Ostsee noch vor dem Aussterben gerettet werden können.

Nur noch rund 500 Individuen umfasst die Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee. Ihre größte Bedrohung sind Stellnetze, die die kleinen Wale nicht orten können und sich folglich in ihnen verfangen. Der Tod als "Beifang" ist von den Fischer*innen nicht beabsichtigt, jedoch für die Schweinswale und zahlreiche andere Meerestiere äußerst qualvoll. Schweinswale gehören zu den Säugetieren: Sie müssen regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen, um Luft zu holen. Hält ein Netz sie fest, sterben sie einen grausamen Erstickungstod – oftmals verlieren Jungtiere dabei ihre Mütter und sind ebenfalls zum Sterben verdammt. Gelingt es ihnen, sich rechtzeitig zu befreien, können dennoch schwere Verletzungen durch die einschneidenden Netzstricke bleiben und ihre Bewegungsfreiheit oder die Fähigkeit zu Jagen einschränken. Dabei ist jeder tote Schweinswal mehr, als die bedrohte Population verkraften kann.

"Die Maßnahmen zum Verbot von Stellnetzen in den Meeresschutzgebieten der Ostsee sind ein echter Durchbruch für die bedrohte Population der Ostsee-Schweinswale, aber auch mehr als überfällig. Wir begrüßen die Entscheidung der EU-Kommission nach jahrelangen Verhandlungen und Forderungen von NGOs nach diesen Sofortmaßnahmen", sagt Sarah Dolman, Leiterin des End Bycatch-Programms bei WDC. "Meeresschutzgebiete müssen nun langfristig zu Null-Nutzungs-Zonen und damit zu echten Erholungsgebieten für Schweinswale werden. Dazu gehört auch ein Verbot der Fischerei mit akustischen Vergrämern in diesen Gebieten. Die ICES-Wissenschaftler*innen, die die Kommission beraten haben, haben auch empfohlen, dass Maßnahmen außerhalb der Meeresschutzgebiete in der Ostsee erforderlich sind, und diese müssen unverzüglich umgesetzt werden. Nur Pinger oder permanente Verbotszonen können den Beifang von Schweinswalen wirksam verhindern, sodass eine dieser beiden Optionen erforderlich ist".

Der EU-Beschluss erlaubt in manchen der Ostsee-Meeresschutzgebieten weiterhin die Fischerei mit sogenannten "Pingern“. Diese werden an den Netzen angebracht und geben regelmäßig Warnsignale ab, sodass die Stellnetze auf akustische Weise "sichtbar" für die Wale werden. In Meeresschutzgebieten dient diese Methode jedoch höchstens als kurzfristige Übergangslösung, da die Pinger zwar vor der Gefahr warnen, die Schweinswale jedoch auch aus den Gebieten vertreiben können, die ihnen eigentlich als Schutzgebiet dienen sollen.

Neben der Gefahr durch die Netze selbst, werden die Schweinswale auch durch die Nahrungsknappheit aufgrund von kollabierenden Fischbeständen in der Ostsee bedroht. Bei ausreichendem Nahrungsangebot können die flinken Wale bis zu 500 Fische pro Stunde fangen.

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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