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Rissos dolphin entagles in fishing line and plastic bags
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Der Ozean ist von Plastik überflutet – können wir ihn jemals säubern?

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Sie alle kennen die Bilder von Plastikmüll, der sich an Stränden ansammelt oder von Kindern, die in einem weit entfernten Meer durch Müll schwimmen. Und wie ich haben Sie sich wahrscheinlich gefragt, ob und wie wir dieses Chaos jemals beseitigen können.

Plastikmüll im Meer ist eine globale Umweltproblematik und eine ernsthafte Bedrohung für die Meeresfauna. Schätzungen zufolge sind allein im Jahr 2016 bis zu 23 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangt. Plastikmüll schwimmt an der Oberfläche oder in der Wassersäule und wird durch Wind, Wellen und Sonne in Mikroplastik zerlegt, das sich in der Nahrungskette anreichert. Kunststoffe sinken auch − Schätzungen zufolge befinden sich 80 Millionen Tonnen Plastik auf dem Meeresboden.

 

Echte Vorfälle

Wale und Delfine sind von all dem Plastik direkt betroffen, da sie es mit Nahrung verwechseln oder sich darin verheddern können. Im Jahr 2016 strandeten 30 Pottwale an den Küsten des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, der Niederlande und Deutschlands. In neun der Wale wurde Plastikmüll gefunden, darunter Teile eines Eimers und ein Stück einer Motorabdeckung eines Autos. Und auf den Philippinen starb ein junger Cuvier-Schnabelwal an einem "Magenschock", nachdem er 40 Kilogramm Plastiktüten verschluckt hatte. Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Verstopfung beträchtliche Schmerzen verursachen würde − was für eine schreckliche Art zu sterben. Dies sind nur einige Beispiele für eine allzu häufige und zunehmende Bedrohung für Wale und Delfine.

 

Im Magen eines Pottwals wurden mehrere große Plastikteile gefunden. (C) Tiho ITAW

 

Fantastische Plastikprojekte

Weltweit gibt es verschiedene Projekte, die versuchen, das Problem zu lösen. Ein koreanisches Programm bezahlt z.B. Fischer*innen dafür, Plastik auf See zu sammeln. In Baltimore, USA, schöpft "Mr. Trash Wheel" − ein karikaturhaftes, Müll sammelndes Wasserrad − an einem Tag bis zu 17 Tonnen Müll aus dem Hafen der Stadt. Das in Singapur ansässige Unternehmen "Drone Solutions" hat den "WasteShark" entwickelt, eine autonome Drohne, die schwimmende Plastikteile in Häfen aufsaugt, nach dem Vorbild der Walhaie, die Plankton herausfiltern. Kläranlagen erforschen das Potenzial der Nanotechnologie, um Mikroplastik während der Klärung aus dem Wasser zu entfernen. Die Universität Nagasaki in Japan hat ein halbautomatisches Robotersystem entwickelt, das mit Kameras ausgestattet ist und Plastikmüll auf dem Meeresboden findet und aufzeichnet. Zu den weiteren Bemühungen gehören das Einsammeln alter Netze in Häfen; die Einführung einer Währung, um Anreize für das Einsammeln von Plastik zu schaffen; der Einsatz von millionenschweren Barrieren, um Plastik von der Meeresoberfläche abzuschöpfen; und freiwillige Taucher*innen, die den Meeresboden von Plastik reinigen.

Bei den meisten dieser Maßnahmen werden größere Plastikteile entfernt, bevor sie zu Mikroplastik zerfallen und nicht mehr abgefangen werden können. Aber die harte Realität ist, dass es bereits zu viel Plastik im Meer gibt. Der überwiegende Teil ist zu klein oder unerreichbar, um jemals geborgen zu werden, da er entweder in der Wassersäule schwebt, sich auf dem Meeresboden abgesetzt hat oder so klein ist, dass er nur schwer entdeckt oder eingesammelt werden kann.

 

Den Wasserhahn zudrehen

Die Beseitigung des Plastikmülls im Meer ist vergleichbar mit einem überfluteten Haus. Niemand würde versuchen, das Leck eines geplatzten Rohrs zu beseitigen, während das Wasser noch das Haus überflutet. Man würde das Leck reparieren und dann den Boden wischen. Wir müssen dafür sorgen, dass der ständige Strom von Plastik ins Meer gestoppt wird. Erst dann haben die Bemühungen um eine Reinigung einen Sinn.

Es ist nicht leicht, den Hahn zuzudrehen. In reichen Ländern erfordert es politische Veränderungen, die eine bessere Abfallwirtschaft fördern, Einwegartikel verbieten, Anreize für wiederverwendbare und nachfüllbare Optionen schaffen und letztlich zu einer Kreislaufwirtschaft für Plastik führen. In ärmeren Ländern sind all diese Maßnahmen sowie ein umfassenderes Abfallwirtschaftssystem erforderlich.

 

Plastic is not Whale Food - Plastik ist keine Nahrung für Wale und Delfine. Organisieren Sie eine Müllsammelaktion am Flussufer oder am Strand. (C) WDC

 

Lokaler Einsatz

Es wird immer billiger und effektiver sein, zu verhindern, dass Plastik in die Umwelt gelangt, als die Ozeane zu säubern. Eine gute Möglichkeit als Privatperson der Plastikflut entgegenzuwirken, sind Müllsammelaktionen in Städten und entlang von Flüssen, um zu verhindern, dass der Müll überhaupt erst ins Meer gelangt und unsere geliebten Wale und Delfine beeinträchtigt. Auch im Alltag können wir auf viele Produkte verzichten, die aus Plastik bestehen oder Plastikverpackungen haben und uns für umweltfreundliche Alternativen entscheiden. Ich werde also weiterhin auf dem Schulweg mit meinen Kindern, bei einem Spaziergang in der Natur oder beim Spielen der Kinder im Park Müll aufsammeln und mich beim Einkaufen bewusst für lose, wiederverwendbare und/oder wiederbefüllbare Produkte entscheiden, um weniger Abfall zu erzeugen und meinen eigenen Plastikfußabdruck zu verringern.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

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