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FAQ zum neuen Strandungsprogramm für Meeressäuger

Seehund am Strand (C) WDC NA
Seehund am Strand (C) WDC NA

 

 

Vor kurzem hat WDC ein Rettungsteam für gestrandete Wale und Delfine  aufgestellt.

Dank unserer Kollegin Sarah McCormack, die das Strandungsprogramm koordiniert, ist dieses Projekt nun in vollem Gange! Da Sarah neu zu unserem Team dazugestoßen ist, haben wir die Gelegenheit genutzt, ihr all unsere Fragen über die Rettung von Meeresäugern zu stellen!

Was ist denn die Aufgabe eines Strandungsteams?

Sarah: Unser Team greift ein, sobald lebende als auch tote Meeressäuger in der von uns festgelegten Region (Marshfield bis Plymouth, Massachusetts) stranden.

Da diese Ereignisse allerdings nicht vorhersehbar sind, kann jeder Tag komplett anders verlaufen als der nächste. An manchen Tagen ist unser Team an einem Strand unterwegs, um eine Robbe zu beobachten oder etwa Informationen über einen verstorbenen Delfin zu sammeln. An Tagen, an denen keine Meeressäuger stranden, sitzen wir im Büro und gehen unsere Daten durch. Die von uns gesammelten Daten werden dann in eine nationale Datenbank eingegeben, die Informationen über Strandungen im ganzen Land erfasst. Damit wird die Forschung unterstützt und es können bessere Entscheidungen getroffen werden, wie man einer Spezies hilft.

Was bedeutet es, wenn Du sagst, dass Wale und Delfine "gestrandet" sind?

Sarah: Gute Frage! Ein Meeressäuger kann in mehreren Fällen als gestrandet betrachtet werden: Wenn das Individuum a) noch lebt und medizinische Hilfe benötigt oder wenn es nicht ohne Hilfe ins Wasser zurückkehren kann, b) sich nicht in seinem Lebensraum befindet oder c) tot ist – am Strand oder im Wasser.

Ähnlich wie Rettungssanitäter*innen und Ersthelfer*innen für Menschen, begibt sich unser Rettungs- und Einsatzteam an den Strand und untersucht die gestrandeten Meeressäuger, um festzustellen, welche Art von Behandlung erforderlich ist. Unser Team misst die Vitalwerte (Temperatur, Herz- und Atemfrequenz), nimmt Blutproben und behandelt kleinere Verletzungen oder Beschwerden, wie z. B. Dehydration.

Wenn wir feststellen, dass ein Wal, Delfin oder eine Robbe eine umfassendere Behandlung benötigt, können wir den "Patienten" manchmal in ein Rehabilitationszentrum bringen. Unabhängig davon, ob das Individuum am Strand behandelt oder in ein Rehabilitationszentrum gebracht wird, ist es unser Ziel, gestrandete Meeressäuger so schnell wie möglich wieder ins Meer zu entlassen.

Wenn ein totes Individuum gemeldet wird, kann das Team eine Autopsie durchführen, um nach Hinweisen für die Todesursache zu suchen. Diese sogenannten Nekropsien umfassen eine umfangreiche Daten- und Probensammlung. Dabei wird nach Krankheiten oder menschlichen Einflüssen gesucht und versucht, zum Verständnis der Biologie dieser Arten beizutragen.

Wie läuft all das ab, wenn tatsächlich ein Wal oder Delfin strandet?

Sarah: Unser Team ist auf Meldungen angewiesen, die bei unserer Hotline eingehen, um uns auf einen gestrandeten Meeressäuger aufmerksam zu machen. Je eher wir von einem Vorfall erfahren, desto eher können wir einem Wal oder Delfin in Not helfen.

Wenn Sie auf einen gestrandeten Meeressäuger stoßen, sollten Sie als erstes daran denken, Abstand zu halten. Wir empfehlen, dass Sie mindestens 50 Meter Abstand zu dem gestrandeten Individuum halten, da es mit Stress reagieren und sich selbst oder Sie verletzen kann. Das wollen wir vermeiden.

Notieren Sie als Nächstes Ihren Standort, damit die Rettungskräfte wissen, wo sie den gestrandeten Wal oder Delfin finden können. Am hilfreichsten ist es, den Standort auf Ihrem Smartphone zu markieren oder den Längen- und Breitengrad zu speichern, aber auch einfache Orientierungspunkte am Strand helfen unserem Team.

Zoomen Sie mit der Kamera Ihres Handys heran, um das Tier aus der Entfernung zu fotografieren. Aus diesen Bildern können wir jede Menge Informationen gewinnen!

Wenn wir einschreiten, kann unser Team entscheiden, das Individuum ruhen zu lassen oder einzugreifen und es gegebenenfalls zu untersuchen. Wenn es bereits verstorben ist, können wir eine Obduktion durchführen, um herauszufinden, was passiert ist.

Wenn ein totes Individuum gemeldet wird, kann das Team eine Autopsie durchführen, um nach Hinweisen für die Todesursache zu suchen. Diese sogenannten Nekropsien umfassen eine umfangreiche Daten- und Probensammlung. Dabei wird nach Krankheiten oder menschlichen Einflüssen gesucht und versucht, zum Verständnis der Biologie dieser Arten beizutragen.

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Unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz von Walen & Delfinen mit einer Spende!

Warum stranden die Tiere?

Sarah: Meeressäuger stranden aus verschiedenen Gründen, z.B. durch Krankheit, Hungersnot, wenn sie sich in Müll oder Fischereigeräten verfangen haben, durch Zusammenstöße mit Schiffen, Haiangriffe, Belästigung durch Strandbesucher*innen oder mütterliche Vernachlässigung, um nur einige Gründe zu nennen.

Das "Warum" ist nicht immer offensichtlich und deshalb sammeln Einsatzkräfte wie wir so viele Informationen wie möglich über jedes einzelne Individuum, um das Puzzle zusammenzusetzen. All diese Informationen helfen uns, Wale, Delfine, Schweinswale und Robben zu schützen. Dies ist nicht nur aus Sicht des Tierschutzes wichtig, sondern auch wegen der wichtigen Rolle, die sie in unserem Ökosystem spielen. Jede Meeressäugerart hat eine wertvolle Aufgabe und ihr Schutz bewahrt unsere Umwelt vor drastischen Veränderungen.

In welchen Fällen wird das Rettungsteam eingreifen?

Sarah: In Massachusetts leben viele Meeressäugerarten – von Robben über Delfine bis hin zu Walen. Unser Team rechnet damit, dass von Dezember bis Februar, wenn die Kegelrobben ihre Jungen zur Welt bringen und von Mai bis Juni, wenn die Hafenrobben ihren Nachwuchs gebären, viele Seehunde Hilfe brauchen werden.

Robbenbabys werden "Welpen" genannt und die "Welpensaison" ist die Zeit, in der Robbenbabys geboren werden. Entwickeln sich die Welpen schlecht oder werden die Robben von Strandbesucher*innen belästigt, werden wir wahrscheinlich häufiger Anrufe über Robbenbabys erhalten, die von ihren Müttern verlassen wurden.

Darüber hinaus steht unser Team bereit und ist gut ausgerüstet, um auf die gelegentlichen Strandungen lebender Delfine oder Wale zu reagieren und bei verstorbenen Individuen am Strand einzugreifen.

Wie hilft dieses Programm Walen und Delfinen?

Sarah: Kurzfristig bietet das Programm zur Rettung von Meeressäugern direkte Unterstützung und medizinische Behandlung für in Not geratene Individuen.

Langfristig liefern Strandungen Informationen, die sonst nicht gesammelt werden könnten. Die bei Strandungen gesammelten Daten und Proben ermöglichen es Wissenschaftler*innen, den Gesundheitszustand unserer Ozeane zu überwachen, indem sie zum Beispiel schädliche Algenblüten, Schadstoffe oder die Verfügbarkeit von Nahrung ermitteln.

Wir sind ständig auf der Suche nach Trends in unseren Daten. Wenn wir eine erhöhte Anzahl von Strandungen bei einer bestimmten Art feststellen, können wir nach anderen Zusammenhängen suchen und die Proben, die wir sammeln, anpassen, um mehr darüber zu erfahren.

Die Daten können auch dazu verwendet werden, den Behörden zu helfen, Managemententscheidungen zu treffen, die zu einer langfristigen Erhaltung einer Art führen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Dokumentation der Todesfälle von Glattwalen im Nordatlantik, die durch Schiffskollisionen in den frühen 2000er Jahren verursacht wurden. Durch die Informationen wurden die Schifffahrtskanäle geändert und Geschwindigkeitsbegrenzungen für Schiffe eingeführt, um die Zusammenstöße mit den Glattwalen zu verringern.

Vielen Dank an Sarah für die Beantwortung unserer häufig gestellten Fragen! Wenn Sie weitere Fragen haben, hinterlassen Sie sie bitte in den Kommentaren unten!

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Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

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