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Corky im SeaWorld-Park San Diego (C) Rob Lott
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52 Jahre Lockdown: heute gedenken wir Orca Corky

Corky im SeaWorld-Park San Diego (C) Rob Lott
Corky im SeaWorld-Park San Diego (C) Rob Lott

Orcas können in freier Wildbahn gut 80 Jahre alt werden. Knapp drei Viertel ihres Lebens verbrachte Orca Corky jedoch nicht zusammen mit ihrer Familie in den Gewässern vor Kanada, sondern eingesperrt in einem Betonbecken. Mit nur vier Jahren, am 11. Dezember 1969, wurde Corky aus ihrem Familienverband im offenen Meer herausgerissen und an die Delfinarienindustrie verkauft, um künftig zur Unterhaltung zahlender Menschen Kunststücke zu vollführen.

Heute ist sie eine der wenigen wildgefangenen Individuen in den Vereinigten Staaten, die noch am Leben sind – und die einzige gefangengenommene Überlebende der Northern Residents. Corky war Teil des A5 Pods, eine Orca-Gruppe, die das OrcaLab regelmäßig während der Sommermonate vor British Columbia beobachten kann.

In freier Wildbahn hat Corky einen Bruder (Fife) und eine Schwester (Ripple), die sie jedoch niemals kennenlernen durfte. Die beiden schwimmen mit ihrer Familie im Nordost-Pazifik. Auch Corky wäre bei ihrer Mutter Stripe geblieben und hätte ihr geholfen, ihre jüngeren Geschwister Fife und Ripple aufzuziehen. Und hätte Corky eigene Kinder bekommen, wäre ihre Mutter Stripe für sie und die Enkel da gewesen.

Doch für Corky kam alles anders: Nach ihrer Gefangennahme verbrachte sie erst 20 Jahre im Marineland Kalifornien, bevor sie zu SeaWorld San Diego transportiert wurde. Sieben Babys brachte sie im Laufe der Jahre in Gefangenschaft zur Welt, doch alle starben bereits vor ihrem ersten Geburtstag.

Statt mit ihrer Familie den Lachsströmen zu folgen, wird Corky fast ihr ganzes Leben lang in Betonbecken mit totem Fisch gefüttert.

Auch wenn SeaWorld sein Zuchtprogramm inzwischen eingestellt hat, gibt es keine Pläne, die derzeit noch in Gefangenschaft gehaltenen Meeressäuger in Meeresrefugien zu überführen, wo sie ihr restliches Leben unter natürlicheren Bedingungen führen könnten. Dabei wäre Corky eine perfekte Kandidatin für ein Refugium in den Gewässern ihrer Heimat:

Dr. Paul Spong, der das OrcaLab auf Hanson Island leitet, erklärt (auf Englisch) in diesem Video, wie das Refugium für Corky auf der Rückseite der Insel, in Dong Chong Bay, aussehen könnte.

 

WDC wird auch weiterhin dafür kämpfen, dass die Gefangenschaftshaltung jedes einzelnen Wals und Delfins ein Ende findet – so dass auch Corky vielleicht irgendwann ihre Familie wiedersehen kann.

Bis dahin möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen dem Brauch des OrcaLab anschließen und an diesem Tag eine Kerze für Corky anzünden, um an sie zu denken und ihr Kraft zu senden.

53JahreCorky

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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