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(C) Fabian Ritter
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Neue Bundesregierung will die Meere besser schützen

Springender Schweinswal (C) Chrys Mellor
Springender Schweinswal (C) Chrys Mellor

Am Mittwoch haben SPD, Grüne und FDP den Koalitionsvertrag zur künftigen "Ampel"-Regierung vorgestellt. Mit der Grünen-Partei im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium deuten sich nun gute Chancen auf einen politischen Paradigmenwechsel an: Die designierte neue Umweltministerin Steffi Lemke hat sich in der Vergangenheit immer wieder für einen besseren Schutz der Meere engagiert. WDC ist auch erfreut über die Nennung einer Meeresoffensive im Koalitionsvertrag – eine gleichnamige Initiative wurde im letzten Jahr durch Umweltverbände (darunter WDC) lanciert.

Die Meere bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche und ihre Ökosysteme beherbergen eine unermessliche Artenvielfalt. Sie produzieren die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen. Die Meere haben seit 1970 bis zu 30 Prozent des vom Menschen emittierten Kohlenstoffdioxids und 90 Prozent der aus der Klimakrise resultierenden Wärme absorbiert. Dies macht deutlich, dass sich die Klimakrise nicht bewältigen lässt, wenn die Meere nicht effektiv geschützt werden. Doch fand sich effektiver Meeresschutz während der Merkel-Ära kaum in politischen Realitäten wieder.

2020 schlossen sich mehrere NGOs, darunter auch WDC, zusammen und erstellten ein Forderungspapier an die Bundesregierung – das Resultat war die Meeresoffensive 2020. Parallel dazu veranstalteten sie eine Reihe von virtuellen Webinaren mit den Bundestagsfraktionen von SPD, GRÜNEN, FDP und den LINKEN.

"Dass im Koalitionsvertrag auch deutliche Worte für eine Neustrukturierung der Meeresschutzpolitik erscheinen, ist erfreulich. Wir führen das auf unsere Forderungen und die Gespräche mit den Fraktionen in diesem Jahr zurück", sagt Fabian Ritter, Leiter Meeresschutz bei WDC.

Auch die Fischerei will die Koalition künftig strenger kontrollieren. So sollen beispielsweise die Grundschleppnetz-Fischerei beschränkt und Fangtechniken auf bestimmte Arten begrenzt und angepasst werden. Die Stellnetz-Fischerei, die zu hohen Beifang-Zahlen unter Schweinswalen und Seevögeln führt, soll "naturschutzgerecht reguliert" werden. Als äußerst problematisch muss der extreme Ausbau der Offshore Windkraft auf 70 GW bis 2045 angesehen werden. Dies ist kaum naturverträglich umzusetzen.

"Es gibt also einerseits gute Zeichen für eine Neuorientierung beim Meeresschutz. Andererseits wäre, gemessen an der Wichtigkeit der Meere für den Klimaschutz, ein noch ambitionierterer Ansatz wünschenswerter gewesen. Wir werden die neue Bundesregierung an ihren Ankündigungen messen", schließt Ritter.

Die Umweltschutzverbände inkl. WDC haben in ihrer Meeresoffensive 2020 folgende Kernforderungen aufgestellt:
Meere schützen und nachhaltig nutzen
  • Mindestens 50% der Meeresschutzgebiete müssen aus der wirtschaftlichen Nutzung heraus genommen werden
  • Auf 30% der globalen Meeresfläche muss bis 2030 eines Netzwerk effektiv gemanagter Schutzgebiete etabliert werden
  • Die Fischerei muss mithilfe von Maßnahmen reguliert werden, die sich an ökologischen Kriterien orientieren
Meere in der Klimakrise stärken
  • Klima- und Naturschutz müssen untrennbar miteinander verbunden werden
  • Klimarelevante Funktionen der natürlichen, marinen Ökosysteme und deren Bewohner müssen in alle relevanten politischen Entscheidungen einbezogen werden
Schutz der Hohen See und der Tiefsee
  • Ein rechtsverbindliches UN-Abkommen zum Schutz der Biodiversität in Meeresgebieten jenseits nationaler Rechtsprechung (Hochsee) muss abgeschlossen werden
  • Ein Meeresschutzgebiet im antarktischen Weddellmeer durch die zuständige „Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (CCAMLR) muss ausgewiesen werden
  • Der Abbau von mineralischen Ressourcen durch Tiefseebergbau muss vorbeugend verboten werden
Menschen und Meere im Zentrum nachhaltiger Entwicklung

In umwelt- und entwicklungspolitischen Konventionen und Programmen muss Deutschland für eine faire und transparente Raum- und Ressourcennutzung eintreten. Dabei müssen regionale Gremien und die Zivilgesellschaft einbezogen werden.

Meerespolitik erfordert starke Strukturen
  • Der Schutz der Meere muss eine zentrale Rolle in allen umwelt- und meerespolitischen Entscheidungen spielen. Die verantwortlichen Behörden sind personell und finanziell besser auszustatten.
  • International verabschiedete Abkommen müssen konsequent national umgesetzt werden.

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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