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Zwei Hector-Delfine vor Neuseeland (C) Mike Bossley
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Kampagnen-Fortschritt: Neuseeland ergreift Maßnahmen zum Schutz von Hector-Delfinen

Ein Hector-Delfin, der sich in einem Netz verfangen hat. (C) HERO IMAGE
Ein Hector-Delfin, der sich in einem Netz verfangen hat. (C) HERO IMAGE

Viele Jahre setzen wir uns jetzt schon für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Hector-Delfine in Neuseeland ein – jetzt hat die neuseeländische Regierung neue Maßnahmen angekündigt … aber werden diese ausreichen, um die Delfin-Population zu retten?

Hector-Delfine leben ausschließlich rund um Neuseeland. Ihre Sicherheit und ihr Überleben sind gefährdet, weil sie als "Beifang" in Fischernetzen sterben. Wir setzen uns seit vielen Jahren intensiv dafür ein, dass die gefährlichen Netze aus den Gebieten, in denen die Delfine leben, verbannt werden.

Jetzt konsultierte das Landwirtschaftsministerium der neuseeländischen Regierung die Öffentlichkeit und NGOs, darunter WDC, zu zwei Maßnahmen zum Schutz der Delfine. Würden diese Maßnahmen umgesetzt, könnten sie sowohl der Regierung als auch den Fischer*innen helfen, die Beifang-Problematik besser zu verstehen und in Zukunft zu reduzieren.

Die erste Konsultation drehte sich um die Einführung von Kameras an Bord der Fischerboote. Wir unterstützten diese Maßnahme voll und ganz: Durch die Kameras können Delfine, die sich in Netzen verfangen haben, entdeckt und manchmal auch befreit werden. Die Kameras könnten zu positiven Verhaltensänderungen der Fischer*innen führen. Gleichzeitig würden der transparente Umgang mit Beifang und die Einblicke in das Geschehen auf See das Vertrauen in die Fischereiindustrie erhöhen.

Die Kameras alleine reichen jedoch nicht aus: Es müssen zeitgleich Maßnahmen ergriffen werden, die zur Vermeidung von Beifang beitragen. Denn warum sollte man Überwachungsdaten sammeln, wenn es keine präventiven Maßnahmen gibt?

In diesem Sinne haben wir uns auch an der zweiten Konsultation beteiligt, welche die Einschränkung der Fischerei zum Schutz der Hector-Delfine vor der Südinsel vorsieht. Konkret haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Kiemennetz- und Schleppnetzfischerei aus allen Gewässern mit einer Tiefe von weniger als 100 Metern verbannt werden. Dies ist derzeit die einzige Möglichkeit, Beifang zu verhindern und das Delfinsterben zu stoppen – und es ist auch die Empfehlung der IUCN, der UN Naturschutz-Organisation, die Regierungen zum Schutz gefährdeter Arten berät.

 

Eine Gruppe von Hector-Delfinen springt aus dem Meer. (C) Rob Pine

 

Klar ist, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind und dass alle Hector-Delfin-Populationen vor Fischereien geschützt werden müssen, die ihr Überleben bedrohen. Wir dürfen aber nicht nur über den Schutz ganzer Populationen nachdenken – denn es geht letztlich darum, jeden einzelnen Delfin vor Schaden zu bewahren. In Netzen verfangene Tiere können Verletzungen, Traumata und Stress erleiden, selbst wenn sie entkommen und überleben. Dieses Leid muss dringend beendet werden.

Es reicht nicht, Obergrenzen für den Beifang zu setzen – Ziel muss sein, den Beifang von Delfinen gänzlich zu verhindern. Dieses Ziel hat die Regierung bereits in der neuseeländischen Biodiversitätsstrategie "Te Mana o te Taiao/Aotearoa"  festgelegt. Es muss jetzt gehandelt werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Die neuseeländische Regierung schlägt vor, einen Plan zur Verringerung der Beifänge zu entwickeln, der für die gesamte Südinsel gelten soll. Angesichts der geringen Größe der lokalen Populationen besteht die einzige praktische und wirksame Lösung jedoch darin, im gesamten Lebensraum der Hector-Delfine delfinsichere Fischereimethoden einzusetzen.

Kurz gesagt, die Vorschläge der neuseeländischen Regierung sind notwendig, aber sie gehen noch nicht weit genug, um das Leiden und Sterben dieser wunderschönen, einzigartigen kleinen Delfine in den Fischernetzen zu beenden und die Erholung ihrer Populationen zu gewährleisten.

 

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