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Russland verbietet vorübergehend Export von Walen und Delfinen

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Nachdem Russland das Fangverbot für wildlebende Wale und Delfine in russischen Gewässern bis mindestens 2023 verlängert hatte, ist nun auch der Export von gefangen gehaltenen Walen und Delfinen in andere Länder gesetzlich untersagt. Das Verbot gilt zunächst für sechs Monate und für Staaten, die nicht zur Eurasischen Wirtschaftsunion gehören.

In dieser Zeit soll es einen Antrag von Russland an die Eurasische Wirtschaftskommission geben, um das Verbot permanent einzurichten. "Das Hauptziel ist der Schutz der Meeressäugerpopulationen, die im Ausland sehr gefragt sind. Sie werden in Aquarien und Delfinarien aktiv zur Unterhaltung eingesetzt", heißt es in einer Erklärung des Kabinetts.

"Das sind gute Nachrichten. Das Verbot betrifft China und Japan, die beiden Länder mit der größten Nachfrage nach gefangenen Walen und Delfinen", sagt Erich Hoyt, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei WDC und Mitbegründer des Far East Russia Orca Project, das seit 1999 die Orca-Populationen in Russland erforscht.

Zwischen 2012 und 2018 wurden mindestens 29 Schwertwale in russischen Gewässern gefangen, 15 von ihnen wurden nach China exportiert. Für weltweites Entsetzen sorgte im Jahr 2018 das sogenannte "Walgefängnis". Elf Orcas und 87 Belugas waren ihrem natürlichen Lebensraum entrissen worden und in einer Bucht nahe Nakhodka in provisorischen Becken gefangen gehalten. Sie waren für den Verkauf nach China bestimmt, wo die Delfinarienindustrie seit einigen Jahren enorme Dimensionen erreicht. Im Mai 2021 gab es dort laut Informationen der China Cetacean Alliance bereits 85 Delfinarien, weitere 31 befanden sich im Bau. Ende 2020 belief sich die Zahl der gefangenen Wale und Delfine in China auf 1.082 Individuen.

Nach Protesten von Wissenschaftler*innen und Organisationen weltweit, darunter WDC, sowie der Bevölkerung wurde im Frühjahr 2019 die Freilassung der Orcas und Belugas aus dem Walgefängnis angeordnet. Im November 2019 wurden die letzten Individuen in ihren natürlichen Lebensraum zurückgebracht, allerdings nicht in der Region, aus der sie ursprünglich stammten.

"Vermutlich ist das Verbot die Folge der russischen Öffentlichkeitskampagne, die auf das Walgefängnis-Fiasko folgte. Aber warum es nur vorübergehend gilt und was darauf folgen wird, bleibt abzuwarten", schließt Hoyt.

 

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Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.

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