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Getöteter Zwergwal in Norwegen (C) Michael Tenten / IMMCS
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Nach Delfinmassaker auf Färöern: Norwegische Walfänger schlachten über 570 Wale

(C) Michael Tenten / IMMCS
(C) Michael Tenten / IMMCS

Dies ist die höchste Fangquote seit 2016, obwohl eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Norweger*innen kein Walfleisch essen möchte und ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes beim Walfang hat.

Norwegische Walfänger*innen töteten in dieser Saison mit 575 Tieren die höchste Anzahl von Zwergwalen seit fünf Jahren – obwohl die öffentliche Nachfrage nach Walfleisch schwindet. Damit ist das europäische Norwegen Walfangland Nr. 1, deutlich vor Japan oder Island.

"Nur wenige Tage nach dem Rekordschlachten von fast 1.500 Delfinen vor den Färöer Inseln und inmitten der Klima- und Artenschutzkrise reiht sich Norwegen somit in die Riege europäischer Länder, die weiterhin am Raubbau des Ozeans und dem gezielten Töten von Meerssäugern festhalten", sagt Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin bei Whale and Dolphin Conservation (WDC).

Die norwegische Walfangsaison geht heute offiziell zu Ende, es nahmen 14 Fangschiffe an der Jagd teil. Dies geht aus der Statistik der norwegischen Fischereiorganisation (Råfisklaget) hervor. Im vergangenen Jahr schlachteten Walfänger*innen 503 Wale.

Laut einer neuen Umfrage im Auftrag von NOAH, Norwegens größter Tierschutz-NGO, dem Animal Welfare Institute (AWI), und WDC, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die höhere Zahl der in dieser Saison getöteten Wale zu höheren Gewinnen für die Walfangindustrie führt.

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen: Nur zwei Prozent der Norweger*innen essen noch häufig Walfleisch, gegenüber vier Prozent im Jahr 2019. Von den befragten Frauen isst nur ein Prozent häufig Walfleisch, während niemand unter 35 Jahren angibt, häufig Walfleisch zu essen. Die Umfrage unter 1.037 Norweger*innen im Alter von 18 bis 87 Jahren wurde Anfang dieses Monats von Respons Analyze AS durchgeführt.

"Das Schlachten solch einer Anzahl von Großwalen ist im Prinzip Ökozid – ein Verbrechen an der Natur", so Astrid Fuchs weiter. "Das kommerzielle Töten von Walen ist absolut unentschuldbar, insbesondere angesichts der wesentlichen Rolle, die sie in unseren Ozeanen spielen. Wale sind unsere Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel und ein essentieller Teil des Ökosystems Meer."

Die Umfrage ergab auch, dass norwegische Bürger*innen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Durchführung der Jagden haben. So stimmten fast zwei Drittel der Befragten zu, dass es inakzeptabel ist, dass fast jeder fünfte Wal nicht sofort stirbt, wenn er von einer Harpune getroffen wird; 63 Prozent fanden es inakzeptabel, dass zwei Drittel der getöteten Wale weiblich sind, von denen fast die Hälfte trächtig ist.

"Wale erleiden weiterhin einen qualvollen Tod durch Granatenharpunen. Es ist völlig inakzeptabel, dass 18 Prozent der gejagten Wale nicht sofort sterben und bis zu 25 Minuten lang leiden müssen", sagte Dr. Siri Martinsen, Tierärztin bei NOAH. "Diese Umfrage-Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Wohlergehen der Wale für Norwegerinnen und Norweger ein wichtiges Anliegen ist."

"Für eine Branche, die seit Jahren darum kämpft, einen Markt für Walfleisch aufzubauen, sind diese Umfrage-Ergebnisse ein absoluter Rückschlag", so Susan Millward, Direktorin des Meerestierprogramms bei AWI. "Trotz Millionen von Kronen, die in den letzten zwei Jahrzehnten für Marketingprogramme ausgegeben wurden – teilweise von der norwegischen Regierung finanziert – sind die Norwegerinnen und Norweger eindeutig nicht daran interessiert, Walfleisch zu essen."

Die Umfrage ergab auch, dass die meisten Norweger*innen der Meinung sind, dass der Walfang in für den Tourismus wichtigen Gebieten verboten werden sollte. Diese Frage wurde von jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren besonders stark beantwortet; 71 Prozent waren der Meinung, dass Norwegen Zonen mit "Walfangverboten" ähnlich denen in Grönland und Island schaffen sollte. In den letzten Jahren sollen in der Nähe von Spitzbergen Schiffe in Sichtweite von Tourist*innen Wale getötet haben. Im Mai beschwerten sich Einheimische über den Walfang entlang der Küste in Vardø, einem beliebten Touristenziel.

 

Informationen zum Thema Walfang und wie sich WDC dagegen einsetzt, finden Sie hier

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Gabriele Steinbach am 1. Oktober 2021 um 10:41 am

    Es ist soooooo erschütternd, dass eigentlich zivilisierte Menschen in der heutigen Zeit, in der die Tiere dieses Planeten ums Überleben kämpfen müssen, durch alle Belastungen und Zerstörungen, die Menschen der Erde antun, noch die letzten Wale und Delphine abgeschlachtet werden. Die entsetzliche Massentierhaltung reicht den gierigen Menschen nicht, nein, sie müssen auch noch frei lebende Tiere bestialisch abschlachten. Es muß ein Ende haben!!! Norweger, Isländer, Japaner hört auf, euch an hilflosen Tieren zu vergreifen! Ich schäme mich dafür, ein Mensch zu sein!

    • Veröffentlich von Sarah am 23. Oktober 2021 um 4:51 pm

      Definitiv! Ich finde das geht gar nicht ich bin vor Jahren Vegetarierin geworden und will Meeresbiologin werden. Jedes mal, wenn ich solche Artikel lese muss ich fast weinen. Es ist so eine Schande diese unschuldigen, intelligenten und schönen Tiere so kaltblütig abzuschlachten. Das muss definitiv ein Ende haben!!!!

  2. Veröffentlich von Thorsten Fell am 2. Oktober 2021 um 3:50 pm

    TrächtigeWeibchen töten? Das muss verboten werden!

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