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Soziale Gerechtigkeit und Diversität: Unabdingbar für den Wal- und Delfinschutz

(C) Unsplash / Cameron Venti
(C) Unsplash / Cameron Venti

Der Planet braucht Wale und Delfine und die Meeressäuger brauchen uns – ALLE von uns, nicht nur einige von uns.

Wale haben als „Gärtner der Meere“ viel zu tun: Sie düngen mit ihren Ausscheidungen das Phytoplankton, das wie eine Art schwimmender Wald die Hälfte unseres Sauerstoffs produziert und dabei CO2 aus der Atmosphäre entfernt. Wale speichern in ihren Körpern zeitlebens und über viele Jahrzehnte hinweg Kohlenstoff und verhindern so, dass er sich zu klimaschädlichem CO2 verbindet. Durch ihre Schwimmbewegungen fördern Wale außerdem den Nährstoffaustausch von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee und fördern damit gesunde Fischbestände. Wir brauchen die Wale also dringend.

 

 

Beim Wal- und Delfinschutz geht es jedoch auch um Menschen

Wale kommen seit Millionen von Jahren ohne den Menschen aus. Aber es ist vor allem das menschliche Handeln, das ihnen Stress und Schaden zufügen kann. Um Wale zu schützen, müssen wir daher Gespräche mit MENSCHEN führen.

 

Wer muss Wale und Delfine schützen?

Wir ALLE müssen Wale und Delfine schützen, nicht nur einige von uns. Es gilt, Barrieren zu beseitigen und allen Interessierten Zugang zum Umwelt- und Artenschutz zu ermöglichen – und das ist der Punkt, an dem sich soziale Gerechtigkeit und der Kampf gegen Rassismus und Ungleichheit mit dem Meeresschutz überschneiden. Der erste Schritt zur Beseitigung von Barrieren besteht darin, festzustellen, wo sie existieren.

 

Finanzielle Mittel

Hürden liegen beispielsweise im finanziellen Bereich: Die meisten Menschen in unserem Tätigkeitsfeld (Meeres- und Umweltschutzorganisationen) mussten im Durchschnitt drei unbezahlte Praktika absolvieren, bevor sie eine bezahlte Stelle antreten konnten. Nicht alle können es sich jedoch leisten, im Durchschnitt ein ganzes Jahr ohne Bezahlung zu arbeiten, was folglich eine sozioökonomische Barriere darstellt.

Unbezahlte Arbeit ist nicht unbedingt dienlich für den Wal- und Delfinschutz. Die meisten Non-Profit-Organisationen haben sich lange Zeit auf diejenigen gestützt, die ihre Zeit spenden, um zu helfen. Um Wale studieren und erforschen zu können, nehmen einige engagierte Menschen sogar Kosten in Kauf. Das wiederum beschränkt den Zugang zu diesem Gebiet auf diejenigen, die die Leidenschaft und die Mittel haben – und schließt diejenigen aus, die die Leidenschaft, aber nicht die Mittel haben. Bezahlte Praktika öffnen diesen Zugang und ermöglichen es talentierten Menschen, in diesem Bereich aufzusteigen und den Walen eine Stimme zu.

Viele Stiftungen fördern nur Kosten für Ausrüstung oder Material, nicht aber die Gehälter der Mitarbeiter*innen von Organisationen. NGOs sind tatsächlich stark auf die Gelder von Stiftungen angewiesen. Doch ohne die Gehälter der Mitarbeiter*innen, die die gestifteten Hilfsmittel einsetzen, sind diese bedeutungslos. Nicht das Hilfsmittel rettet die Wale, sondern das engagierte und kompetente Personal. Stiftungen müssen deshalb erkennen, dass die Finanzierung von bezahlten Stellen unerlässlich ist.

 

Bildung

Viele Arbeitgeber*innen im Bereich des Wal- und Delfinschutzes bevorzugen auch Kandidat*innen mit gehobenen Abschlüssen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Erlangung eines Hochschulabschlusses ganz wesentlich mit der Herkunft von Menschen zusammenhängt.

Der Mangel an nationaler Vielfalt in der Hochschulbildung ist nicht neu, aber das Feld der Wal- und Meeresforschung hat dies nur langsam erkannt und als Nachteil für unseren Tätigkeitsbereich identifiziert.

Denken Sie beim Begriff "Wissenschaftler" auch an einen weißen Mann im Laborkittel? Traurigerweise halten sich solche Stereotypen hartnäckig. Doch in der Wissenschaft geht es nicht um Männer mit Doktortitel und Laborkittel – in der Wissenschaft geht es schlicht um Menschen, die neugierig auf die Erforschung ihrer Umwelt sind.

Intellekt und Bildung sind nicht das Gleiche.  Viele leidenschaftliche und innovative Menschen haben keinen Zugang zur Meeresforschung und zum Wal- und Delfinschutz – weil sie keinen Zugang zu einem Abschluss hatten.

Wir müssen den Tier- und Naturschutz ALLEN Menschen nahe bringen. Wissen und der Zugang zum Wissen darf nicht von einem akademischen Abschluss abhängig sein. Es ist wichtig, allen Menschen die Wichtigkeit des Walschutzes näher zu bringen und begreiflich zu machen.

Diversität und Vielfalt sind für die Wissenschaft unverzichtbar

 

Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Ethnien, sexuellen Orientierungen, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religionen und Kulturen für wissenschaftliche Themen zu gewinnen ist wichtig, um Ungleichheiten zu beseitigen. Dies ist aber auch unverzichtbar, weil es zu einer besseren Wissenschaft führt: Wissenschaftlicher Fortschritt beruht auf Problemlösung und Zusammenarbeit. Gruppen, die sich aus Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Fachgebieten zusammensetzen, sind tendenziell kreativer und innovativer. Die Art und Weise, wie Wissenschaftler*innen Antworten auf Fragen suchen, kann stark von ihren Wertvorstellungen beeinflusst werden – nur durch eine größtmögliche Vielfalt können wir neue Ansätze entwickeln, die zu neuen Erkenntnissen und wissenschaftlichem Fortschritt führen.

Was tut WDC?

 

WDC hat sich einer Unternehmenskultur verschrieben, die soziale und nationale Barrieren erkennen und diese beseitigen soll.  Wir wollen eine Welt schaffen, in der Wale und Delfine die Unterstützung und den Schutz von uns ALLEN bekommen können.

 

  • Selbstverpflichtung: Alle WDC-Büros weltweit haben sich auf Maßnahmen geeinigt, um Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion in unserer Arbeit zu berücksichtigen.

 

  • Soziale Gerechtigkeit und Diversität: WDC Deutschland ist Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt. Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt im Unternehmen sind uns wichtig. Alle Mitarbeiter*innen sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung.

 

  • Praktika: WDC Deutschland setzt sich dafür ein, durch private Spender*innen in Zukunft auch bezahlte Praktika anbieten zu können.

 

  • Neueinstellung: WDC prüft regelmäßig die Prozesse bei der Neueinstellung von Kolleg*innen, um Vorurteile bei der Neueinstellung zu ermitteln und auflösen zu können.

 

Wir erkennen an, dass wir mehr tun müssen, um auf eine Welt hinzuarbeiten, in der alle Wale und Delfine frei und in Sicherheit leben können; und dass ALLE Menschen eine Rolle dabei spielen können, um dies zu erreichen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Franziska Walter

Geschäftsführerin - Franziska Walter leitet das Deutschland-Büro von WDC.

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