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Norwegen plant grausame Tierversuche an Zwergwalen

(C) FEE International / Flickr
(C) FEE International / Flickr

Mehr als 50 Wissenschaftler*innen und Tierärzt*innen aus der ganzen Welt haben ihre Besorgnis über Pläne Norwegens geäußert, Zwergwale zu fangen und sie akustischen Tests zu unterziehen.

Bei dem Experiment sollen 12 junge Zwergwale in Netzen vor den Lofoten, Norwegen, gefangen und bis zu sechs Stunden lang zwischen zwei Flößen festgehalten werden, um ihre Reaktion auf akustische Signale mit Elektroden unter der Haut zu messen. Anschließend sollen die Wale mit Peilsendern ausgestattet und wieder freigelassen werden.

Das geplante Experiment zielt darauf ab, das Gehör von Zwergwalen besser zu verstehen, um die Auswirkungen der Lärmbelastung im Meer durch menschliche Aktivitäten besser beurteilen zu können.

Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation hat jetzt im Namen von mehr als 50 Expert*innen an die norwegische Premierministerin Erna Solberg geschrieben und die Absage der Versuche gefordert, da sie aus Sicht des Naturschutzes, der Wissenschaft und des Tierschutzes völlig inakzeptabel sind.

 

"Wenn dies zugelassen wird, könnte es zu erheblichem Leid für die einzelnen Wale führen, die für diese Tests gefangen und gewaltsam festgehalten werden", erklärt Vanessa Williams-Grey, Policy Manager bei Whale and Dolphin Conservation und eine der Unterzeichner*innen. "Dieses Experiment ist sowohl schlecht durchdacht als auch unnötig."

 

In dem Schreiben erklären die Wissenschaftler*innen ihre Besorgnis, dass die Tests ein erhebliches Potenzial für Verletzungen und Stress mit sich bringen. Im schlimmsten Fall könnte dies zu einer "Fang-Myopathie" führen –  eine dauerhafte Schädigung oder gar der Tod von Wildtieren, als Folge von Stress oder Strapazen beim Kampf gegen das Einfangen und Festhalten.

Die Expert*innen äußern auch Bedenken, dass das Projekt die Sicherheit der Forscher*innen gefährdet, da man die Reaktionen dieser großen Meeressäuger nicht abschätzen kann. Die für solche Extremfälle vorgesehene Notfall-Sedierung der Wale wird von den Wissenschaftler*innen als inakzeptabel erklärt und abgelehnt.

Auch die Aussagekraft der Daten steht in Frage, da die Forschung in einem unnatürlichen Kontext erhoben würde. Die unabhängigen Wissenschaftler*innen warnen deshalb davor, die Daten zur politischen Entscheidungsfindung zum Schutz der Wale vor Unterwasserlärm heranzuziehen.

Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die die Genehmigung für das Forschungsinstitut des norwegischen Verteidigungsministeriums erteilt hat, sagte, sie glaube, dass die Ergebnisse sowohl den Zwergwalen als auch anderen Walen zugutekommen würden, da man mehr darüber erfahren würde, wie die Lärmbelästigung im Meer die Tiere stören kann.

Die Behörde sagte auch, dass die Konsequenzen für das Wohlergehen der Tiere sorgfältig abgeschätzt wurde und dass das Verfahren und die Entscheidung, die Genehmigung zu erteilen, gerechtfertigt waren.

Das Forschungsinstitut des norwegischen Verteidigungsministeriums sagte, dass die Studie von US-Öl- und Energiebehörden, Fischereibehörden und der US-Marine finanziert wird, mit dem Ziel, die Auswirkungen von menschlich verursachtem Lärm durch Sonare und seismische Untersuchungen auf Wale zu erforschen.

Die internationalen Wissenschaftler*innen erklären weiter: "Wir fordern, dass dieses Projekt gestoppt wird, da es zu erheblichen Traumata für die anvisierten Wale führen kann, ohne zu einer nützlichen Wissenschaft beizutragen. Wir haben ernste Bedenken über die Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere".

 

"Zwergwale, besonders Jungtiere, neigen dazu, scheu zu sein. Das Risiko einer Fang-Myopathie und anderer Folgen eines extrem stressigen Ereignisses wie diesem ist hoch. Wenn man es zulässt, könnte es zu erheblichem Leid für die einzelnen Wale führen, die für diese Tests gefangen und gewaltsam festgehalten werden. Das ist keine gute Wissenschaft", schließen die Unterzeichner*innen des Appels an die norwegische Regierung.

 

Die Erklärung wurde von Expert*innen von Organisationen wie Whale and Dolphin Conservation, Orca, Hebridean Whale and Dolphin Trust in Schottland und Wissenschaftler*innen aus Ländern wie Großbritannien, Kanada, Australien, Peru und Norwegen unterzeichnet.

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Brigitte Jacobs am 21. Juni 2021 um 5:59 pm

    HE Spezies Mensch, lasst endlich Eure Pfoten von Tierversuchen

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