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Besondere Orcas und ihre Geschichten (Teil 1)

(C) Dave Hurwitz / Simon's Town Boat Company
(C) Dave Hurwitz / Simon's Town Boat Company

Viele Menschen kennen die bewegenden Geschichten von gefangenen Orcas wie Tilikum, Lolita, Morgan oder Keiko („Free Willy“). Doch auch in freier Wildbahn gibt es besondere Individuen, deren Geschichten zwar weniger bekannt, aber nicht weniger spannend und bewegend sind …  

Port und Starboard sind zwei männliche Orcas, die seit 2009 regelmäßig in den Gewässern vor Südafrika beobachtet werden. Ihr Erscheinungsbild ist einzigartig: ihre Rückenflossen sind jeweils zu einer Seite gebogen. „Port“ bedeutet Backbord, der Begriff für die linke Seite eines Schiffes und „Starbord“ bedeutet Steuerbord, respektive die rechte Seite. In freier Wildbahn kommen gebogene Rückenflossen selten vor, während in Gefangenschaft 100 Prozent der männlichen Individuen eine gebogene Rückenflosse aufweisen. Was die Ursache bei Port und Starbord ist, ist nicht bekannt. In Gefangenschaft liegt es daran, dass die Orcas aufgrund von Platzmangel nicht schnell und tief schwimmen können und viel Zeit an der Wasseroberfläche verbringen. Dadurch erschlafft das Gewebe in der Rückenflosse, die keine Knochen enthält.

 

(C) Dave Hurwitz / Simon's Town Boat Company

 

Aber nicht nur das Erscheinungsbild von Port und Starboard ist besonders, sondern auch ihre Nahrungsgewohnheiten. Laut einer Untersuchung im Auftrag der südafrikanischen Regierung sind unter anderem diese beiden Orcas dafür verantwortlich, dass es im einstigen Hai-Hotspot False Bay kaum noch Weiße Haie zu sehen gibt. Die Jagd von Orcas auf andere Hai-Arten, Mondfische und einen Brydewal konnte dort schon beobachtet werden.

Schwertwale haben weltweit vielfältige und interessante Beute-Präferenzen und Jagd-Strategien. In Neuseeland zum Beispiel gehören Stachelrochen zu ihrer Leibspeise, in Argentinien werfen sich die Orcas an den Strand, um Seelöwen zu erbeuten, die WDC-Patenorcas Uma und Curry hingegen bevorzugen Lachs. Andere Orca-Gruppen im selben Gebiet an der Westküste Kanadas ernähren sich von kleineren Meeressäugern, wie zum Beispiel Robben und Schweinswalen. Schwertwale benötigen vielseitige Schutzmaßnahmen, da sich ihre Nahrungsgewohnheiten und Verhaltensweisen von Region zu Region stark unterscheiden.

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Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Lisa am 7. Juni 2021 um 11:27 am

    Das ist ja spannend! Von den beiden wusste ich gar nichts. Danke für den interessanten Beitrag 😀

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