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Genies unter Wasser: Die Intelligenz und Gefühlswelt der Wale

(C) Vanessa Mignon
(C) Vanessa Mignon

Wale und Delfine haben große Gehirne und einige Dinge mit anderen "großhirnigen" Lebewesen gemeinsam: Sie leben ein langes Leben, sind gesellig und zeigen komplexe Verhaltensweisen. Die Weibchen bringen nur wenige Nachkommen zur Welt, kümmern sich jedoch außerordentlich um jedes Neugeborene: Sie geben wichtiges Wissen an ihren Nachwuchs weiter und lehren ihn, unabhängig zu werden.  

Die Meeressäuger zeigen ein Verhalten, das von Intelligenz und einem hoch entwickelten Verstand zeugt. Sie lernen nicht nur als Individuen, sondern geben ihr Wissen auch an andere weiter.

Wie wir, haben auch Wale und Delfine spezielle Zellen in ihren Gehirnen – die sogenannten Spindelneuronen. Diese werden mit fortgeschrittenen Fähigkeiten wie Erkennen, Erinnern, Kommunizieren, Wahrnehmen, Anpassen an Veränderungen, Problemlösen und Verstehen in Verbindung gebracht. Es scheint also, dass Wale und Delfine tiefgründige Denker sind.

Und nicht nur das: Der Teil des Wal- und Delfingehirns, der Emotionen verarbeitet, ist möglicherweise noch komplexer als der unsere – ihr Sozialleben ist kompliziert und erfordert viel Geschick, um Beziehungen erfolgreich zu gestalten.

Die Neurowissenschaftlerin Lori Marino hat es gut ausgedrückt, als sie sagte, dass "ein Delfin allein nicht wirklich ein Delfin ist: Ein Delfin zu sein bedeutet, in ein komplexes soziales Netzwerk eingebettet zu sein – sogar noch mehr als beim Menschen. Für Arten wie Orcas und Große Tümmler sind Familie und Gemeinschaft alles. Die emotionalen Verbindungen, die sie aneinander binden, sind von einer Komplexität, die wir uns nicht einmal vorstellen können".

Wenn die Menschen verstehen würden, was für intelligente und emotionale Wesen Wale und Delfine sind, und erkennen würden, dass sie auf eine Art und Weise miteinander verbunden sind, die wir nur versuchen können zu verstehen – würden wir sicherlich aufhören, sie zu töten oder sie zu unserem eigenen Vergnügen in Becken einzusperren.

Haben Sie das gewusst?

Wow_C_WDC

Das Gehirn eines Delfins

Forscher*innen in den USA haben eine neue Technik zur Bildgebung des Gehirns eingesetzt, um besser zu verstehen, wie Delfine die Welt wahrnehmen.  Indem sie das Gehirn eines Delfins (der tot in Carolina angeschwemmt worden war) in ein MRT-Gerät legten, konnten sie erstmals ein Bild des gesamten Delfingehirns mit all seinen Verbindungen erstellen. Das wunderschöne Bild nebenan ist eine Computersimulation, die die verschiedenen Bahnen im Gehirn eines Delfins zeigt. Beeindruckend! Oder?

 

Scan-Delfingehirn_C_ProfGBerns

Fakten über das Gehirn

  • Pottwale haben die größten Gehirne der Welt.
  • Orcas haben die zweitgrößten Gehirne der Welt.
  • Delfine haben nach dem Menschen das zweitgrößte Verhältnis von Gehirn zu Körper.
  • Delfine und alle Zahnwale nutzen einen Teil ihres Gehirns für die Echoortung – sie können mit Hilfe von Sonar "sehen".

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Martin Reifinger am 18. März 2022 um 3:17 pm

    Ich „liebe“ alle Lebewesen und respektiere selbstverständlich Ihre spezielle Begeisterung für Wale. Vielleicht ist es diese „Balaenophilie“, die Sie leitet, wenn Sie meinen, der Delphin habe „nach dem Menschen das zweitgrößte Verhältnis von Gehirn zu Körper“. Es gibt Primaten, deren relative Gehirngröße wesentlich über der des Menschen steht (nur ein Beispiel: Totenkopfäffchen haben in Bezug auf ihre Körpergewicht ein etwa 2 bis 3 mal so großes Gehirn, wie wir); aber schon Zwerghunderassen wie Chihuahuas sind uns bezüglich relativer Gehirngröße überlegen. Bekanntlich ist es aber die Zahl an Neuronen und Ihre Vernetzung, die die Leistungsfähigkeit dieses Organs ausmachen (ich lehne allerdings Anthropomorphismen ab, die uns weismachen wollen, dass Intelligenz oder Sozialverhalten, also Eigenschaften, die wir für typisch menschlich halten, ein Lebewesen wertvoller oder schützenswerter machen; sonst müssten wir auch innerhalb der Wale, unabhängig von ihrem Gefährdungsstatus, verschiedene Schutzkategorien festlegen).

    Ihnen und Ihren „Schützlingen“ alles Gute und danke für Ihr Engegement,

    Martin Reifinger

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