Zum Inhalt springen
All news
  • All news
  • End captivity
(C) Tim Stenton

WDC und Klima Allianz fordern Meeresschutz in Klimaziele einzubinden

(C) Tim Stenton Rund sieben Monate vor der Bundestagswahl hat die Klima-Allianz Deutschland den Regierungsparteien...
(C) WDC

WDC startet Beifang-Kampagne in Großbritannien

(C) WDC Beifang ist ein weltweites Problem: Mehr als 300.000 Schweinswale, Delfine und Wale sterben...
(C) WDC

Norwegen ergreift Maßnahmen gegen Beifang von Schweinswalen

(C) WDC Die neue Regelung schreibt vor, dass Fischer*innen in Teilen Norwegens sogenannte "Pinger" an...
(C) Dave Ellifrit / Center for Whale Research

Die Southern Residents überraschen uns mit einem neuen Baby

L125 neben seiner Mutter, Orca "Surprise!" (C) Dave Ellifrit / Center for Whale Research Am...

Keine Beweise zur Wirksamkeit von Delfintherapien

Delfin in Gefangenschaft (C) Rob Lott
Delfin in Gefangenschaft (C) Rob Lott

Noch immer werden psychisch und physisch erkrankte Menschen mit Einsatz von Delfinen behandelt – mit der Behauptung, dass die Zusammenarbeit mit den Tieren zur Linderung der Leiden beiträgt. Die Meeressäuger werden dabei oft unter grausamen Bedingungen, in Gefangenschaft gehalten. Ein neues Gutachten belegt erneut, dass delfingestützte Therapien (Dolphin Assisted Therapy, DAT) keine konkreten Genesungserfolge bringen.

WDC stellt die Delfintherapie als Behandlungsmethode seit langem in Frage. Neurowissenschaftlerin und tierische Verhaltenspsychologin Dr. Lori Morino bestätigt die Kritik nun mit ihren neuesten Untersuchungsergebnissen. Viele Einrichtungen bieten die DAT unter hohen Gebühren beispielsweise für Menschen mit Autismus und Depressionen an. Einige Anbieter*innen versprechen sogar die Heilung von Hautkrankheiten. Dr. Morinos Gutachten zeigt nun, dass die Methode keine heilenden Kräfte hat und es auch keine Anzeichen für einen langfristigen Nutzen für die Erkrankten gibt.

"Delfine, die für die DAT eingesetzt werden, sind als Wildtiere für solche Therapieformen völlig ungeeignet“, erklärt Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin bei WDC. "Sie können sich dem Kontakt mit den Menschen nicht entziehen, wenn sie nicht interagieren wollen. Das führt häufig zu Stress und Angst bei den Tieren und kann für die Menschen, die mit den Delfinen zusammentreffen, gefährlich werden. Es wird lediglich mit den Hoffnungen kranker Menschen viel Geld verdient."

Frühere Studien sind zu dem Schluss gekommen, dass die Genesungserfolge eines DAT-Programms nicht höher sind als bei einer Tiertherapie mit einem Haushund. Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass einige Teilnehmer*innen aus Angst zögerten, sich mit den Delfinen ins Wasser zu begeben und mit ihnen zu interagieren. Viele berichteten außerdem, von der Begegnung mit dem Delfin enttäuscht zu sein.

Eine der Pioniere der DAT, Betsy Smith, prangert die Behandlungsmethode inzwischen öffentlich an und erklärt, dass es sich um ein zynisches und betrügerisches Angebot handelt, da ausschließlich die Betreiber*innen der Delfinarien und DAT-Programme profitieren. Einige zertifizierte Therapeut*innen verlangen exorbitante Gebühren für Behandlungen, die auch ohne Delfine durchgeführt werden könnten – teilweise ohne fundierte Kenntnisse über die Meeressäuger vorweisen zu können. Im Zentrum all dieser Therapieprogramme steht laut Betsy Smith die Ausbeutung von verletzlichen Menschen und verletzlichen Delfinen.

Auch in Deutschland werden noch immer Delfine in Gefangenschaft gehalten: Informieren Sie sich in unserem Hintergrundbericht.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Bianca König

Über Bianca König

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bianca König unterstützt bei WDC den Bereich Kommunikation und organisiert bundesweite Clean-Ups. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Patenorcas von WDC beheimatet sind.

Hinterlassen Sie einen Kommentar