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Roboter-Delfine: eine Alternative für Delfinarien?

Der täuschend echt aussehende Roboter-Delfin. (C) Edge Innovations

Vor einiger Zeit machte ein täuschend echt aussehender Roboter-Delfin weltweit Schlagzeilen und regte die Diskussion an, ob Roboter wie dieser eine Alternative zur Haltung von echten Delfinen und Walen in Freizeitparks bieten könnten.

Da die Kritik an der Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft wächst, wird nach Alternativen gesucht. Ein Ingenieurbüro in den USA entwickelte einen Roboter-Delfin, der sich als Alternative eignen könnte: Er ist zweieinhalb Meter lang, wiegt 250 kg und seine Haut ist aus medizinischem Silikon gefertigt. Der künstliche Delfin ähnelt einem Großen Tümmler so sehr, dass man aus der Ferne kaum einen Unterschied feststellen kann. Der Preis? Rund 21,4 Millionen Euro.

WDC befürwortet die Idee, das Leid von Walen und Delfinen in Gefangenschaft auf solch innovative Weise zu beenden. Ein Leben in einem Betonbecken, ganz zu schweigen von Fang und Transport, ist für diese intelligenten und sozialen Säugetiere extrem belastend und grausam.

Wir glauben jedoch nicht, dass es damit getan ist, lebende Delfine in Gefangenschaft einfach durch Attrappen zu ersetzen. Anstatt die "Robo-Delfine" in der sterilen Umgebung eines Beckens unterzubringen, sollten sie besser in einer natürlichen Umgebung präsentiert und das natürliche Verhalten von Delfinen erklärt werden. So könnten sie zu einem wirklich wirkungsvollen, pädagogischen Mittel werden. Im Gegensatz dazu kann die Beobachtung von Roboter-Delfinen in einem Betonbecken dazu beitragen den Mythos aufrecht zu erhalten, dass sich Delfine in Delfinarien wohlfühlen – und das Risiko bergen, dass Menschen weiterhin mit echten Delfinen schwimmen und interagieren wollen.

Das Leiden von Delfinen und Walen in Gefangenschaft muss endlich ein Ende haben. Die einzige Lösung ist daher die Schaffung von Meeresrefugien, wie das Beluga-Refugium, das WDC in Zusammenarbeit mit dem SEA LIFE Trust in Island aufgebaut hat. Hier können ehemals gefangene Belugas in einer natürlichen Umgebung leben – und anstatt in Shows präsentiert zu werden, können sie selbst wählen, wie sie ihren Alltag gestalten.

In Zukunft werden mehr dieser Refugien benötigt, damit auch andere Wal- und Delfin-Arten aus der Gefangenschaft befreit werden können. Doch die Entwicklung solcher Projekte braucht Zeit.

In der Zwischenzeit bedarf es vor allem einer Änderung der Wahrnehmung in unserer Gesellschaft: Ob echte Delfine oder Roboter, anstatt sie in Becken zu sperren und zu Unterhaltungszwecken zu präsentieren, sollten wir etwas über ihr natürliches Verhalten, ihre sozialen Strukturen und ihre Schutzbedürftigkeit in freier Wildbahn lernen und weitergeben. Die Roboter-Delfine und Fortschritte in der Technologie haben das Potenzial, dabei enorm zu helfen.

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Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Ulla Ludewig

Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.

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