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Abstand halten! Leitlinien für die Wal- und Delfinbeobachtung

(C) Charlie Phillips
(C) Charlie Phillips
Wale und Delfine üben auf Menschen eine ungemein große Anziehungskraft aus. Doch was ist bei der Begegnung mit Meeressäugern im offenen Meer zu beachten? WDC, die Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) haben jetzt gemeinsam die ersten Leitlinien zur Beobachtung von Walen und Delfinen in Deutschland veröffentlicht.

Immer mehr Menschen möchten auch hierzulande Wale und Delfine in freier Wildbahn beobachten. In der Vergangenheit gingen Personen deshalb in der Nähe von Schleusen oder Wasserstraßen schwimmen, wo sie zum Beispiel dem Menschen zugewandte Große Tümmler hautnah erleben wollten. Dies ist für die Tiere mit sehr viel Stress verbunden, birgt aber auch Verletzungsgefahren für den Menschen. Immerhin wird ein Großer Tümmler bis zu 3,80 m lang und rund 600 kg schwer. Leitlinien für ein angemessenes Verhalten bei der Begegnung mit den Tieren zu erstellen war deshalb dringend nötig.

Fabian Ritter, Meeresbiologe bei WDC ordnet die Bedeutung des neuen Verhaltenskodex ein: „Wir sind sehr stolz auf diesen neuen Leitfaden, der darstellt, wie respektvolles und angemessenes Verhalten gegenüber Walen und Delfinen aussieht. Diese Tiere üben verständlicherweise eine große Faszination auf Menschen aus und viele möchten ihnen näherkommen. Doch trotz ihrer Größe und ihrem oft neugierigen Verhalten dem Menschen gegenüber sind sie auch sehr sensibel und verletzlich. Wir sind der Überzeugung, dass der neue Leitfaden dem Wohl und der Sicherheit der Tiere und des Menschen gleichermaßen zugutekommt."

Bei den nun vorgelegten ersten Verhaltensregeln für den Umgang mit Walen und Delfinen in Deutschland handelt es sich um einen Meilenstein bei den Schutzbemühungen von WDC. Im Kern geht es darum, den Menschen deutlich zu machen, dass sie stets einen respektvollen Abstand zu den Tieren halten und sehr vorsichtig agieren sollen. Wesentlich ist es darüber hinaus, dass den Tieren die Entscheidung überlassen wird, ob sie in Interaktion mit uns Menschen gehen wollen oder nicht.

Link zu den offiziellen Leitlinien

WDC setzt sich seit vielen Jahren für die nachhaltige Gestaltung des Walbeobachtungstourismus ein. So hat WDC in den USA das WHALE SENSE und das SEE A SPOUT Programm mit ins Leben gerufen, in Schottland werden jedes Jahr öffentliche „Shorewatch“-Tage veranstaltet (Whale Watching von Land aus zum Mitmachen) und in Deutschland hat WDC das Geocaching-Projekt Schweinswal Ahoi auf Sylt initiiert.

 

 

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.

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