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Mehr Schutz für Orcas in Russland

Orca

Während es in den meisten Ländern inzwischen verboten ist, Schwertwale ihrem natürlichen Lebensraum zu entreißen und in Gefangenschaft zu bringen, wurden in Russland zwischen 2012 und 2017 mehr als 20 von ihnen gefangen. Sie gehören zum Ökotyp der „wandernden Orcas“ (Transients) und stammen aus dem Ochotskischen Meer.

Berichten zufolge hat die für Umweltangelegenheiten zuständige stellvertretende Premierministerin Russlands, Viktoria Abramtschenko, nun angekündigt, dass diese Orcas in das Russische Rote Buch gefährdeter Arten aufgenommen werden sollen.

In den vergangenen Jahren war es in Russland offiziell erlaubt, Orcas zu fangen. Die Individuen wurden nach China exportiert. Drei von ihnen sind in einem Delfinarium in Moskau, wo sie in Shows zur Unterhaltung zahlender Gäste vorgeführt werden.

Das sogenannte „Walgefängnis“ in der Nähe von Vladivostok machte im Jahr 2018 weltweit Schlagzeilen: Elf Orcas und 90 Belugas wurden dort in provisorischen Becken gehalten, um dann nach China verkauft zu werden. Drei Belugas und ein Orca verschwanden, die anderen Individuen wurden nach und nach wieder ins Meer entlassen. Erste Berichte deuten darauf hin, dass zumindest einige von ihnen überlebt haben.

So wurde zum Beispiel Ende August 2019 berichtet, dass eines der ausgewilderten und mit einem Satelliten-Sender ausgestatteten Orca-Weibchen beim Jagen zusammen mit einer Gruppe Schwertwale gesichtet wurde. Sie fingen zwei Seehunde und teilten die Beute dann in der Familiengruppe. Analysen der Fotos aus dem Walgefängnis und von dieser Begegnung ergaben, dass es sich um Orca-Weibchen Vasilyevna handelte, die am 27. Juni zusammen mit einem Orca namens Leha ausgewildert wurde.

Das von WDC unterstützte Far East Russia Orca Project (FEROP) hat einen großen Beitrag dazu geleistet, die wandernden Orcas auf die Liste der bedrohten Arten in Russland zu setzen. Wissenschaftliche Berichte der Forscher*innen des Projekts stellten dar, dass es in russischen Gewässern zwei unterschiedliche Ökotypen von Schwertwalen gibt: Die Ortsansässigen (Residents), die sich von Fisch ernähren, und die Transients, die sich von anderen Meeressäugern ernähren. Es handelt sich um genetisch komplett verschiedene Populationen, die sich untereinander nicht fortpflanzen.

„Wir warten nun darauf, dass die wandernden Orcas offiziell in das Russische Rote Buch eingetragen werden“, so WDC-Forscher Erich Hoyt. „Dies wird die Orcas davor schützen, erneut für chinesische oder russische Meereszoos und Delfinarien gefangen zu werden“.

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