Zum Inhalt springen
Alle News
  • Alle News
  • Beifang
  • Delfinarien
  • Grüner Wal
  • Meeresschutz
  • Plastik
  • Walbeobachtung
  • Walfang
(C) Leonardo Da Silva / Flickr

Sorge um Orca Lolita: Alarmierender Bericht über die Bedingungen im Miami Seaquarium

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat einen Bericht über die Zustände im Miami Seaquarium veröffentlicht. Zeitgleich ist...
Getöteter Zwergwal in Norwegen (C) Michael Tenten / IMMCS

Norwegisches Walfleisch geht buchstäblich vor die Hunde

Angesichts der schwindenden Nachfrage als "Delikatesse" verkaufen Norwegens Walfänger*innen Walfleisch nun als  Hundefutter - oder...
Frisch gefangener Fisch auf Eis (C) Pexels

Fischpopulationen der Ostsee schwinden weiter: EU verhandelt über Fangstopp für Hering und Dorsch

Ein Schweinswal fängt einen Fisch. (C) Sara Ortiz Die EU-Mitgliedsstaaten haben am Montag mit Verhandlungen...
IDX4641-Honey-Calf-2-1536x864

Delfine aus Schottland vergrößern ihr Verbreitungsgebiet

Zwei unbekannte große Tümmler verbrachten die letzten beiden Sommer in der Bucht von Weymouth in...

WDC veröffentlicht Hintergrundbericht zu Delfinhaltung in Deutschland

Delfinarium Duisburg
(C) Cristian Jofre-Toro

WDC hat heute einen Hintergrundbericht zur Delfinhaltung in Deutschland veröffentlicht. Darin fordern wir ein Transport- und Zuchtverbot von Delfinen. Etwa 5.000 Menschen haben bereits die Kampagne „FREI – mein Zuhause hat keine Wände“ unterstützt, bei der Emails und Postkarten an die Delfinarien in Nürnberg und Duisburg gesendet wurden.

Zwar haben der Nürnberger Zoodirektor Encke und die Duisburger Zoodirektorin Stewin auf Nachfrage Stellung bezogen, doch Änderungsbedarf in der Delfinhaltung sehen beide derzeit nicht. WDC fordert dennoch Konsequenzen, nachdem enorme Missstände aufgedeckt werden konnten. Deshalb wendet sich die Organisation nun mit dem Hintergrundbericht an verschiedene Politiker*innen und fordert, dass Zucht und Transport von Delfinen in Deutschland unterbunden werden.

WDC konnte in einer Untersuchung von 18 Jahren Haltungsdaten nachweisen, dass die Delfine sehr häufig das Medikament Diazepam bekamen. In den Akten wurden etwa 600 Verabreichungen dokumentiert. Es scheint fragwürdig, Großen Tümmlern Psychopharmaka zu geben. Diazepam stammt aus der Gruppe der Benzodiazepine und wurde ursprünglich als „Valium“ bekannt. Die Akten deuten auf den Gebrauch wegen Appetitlosigkeit hin, aber auch um die Delfine in Stresssituationen ruhigzustellen. In zahlreichen Fällen wird aggressives Verhalten unter den Delfinen beschrieben, das beispielsweise zu gebrochenen Kiefern, Verletzungen von Augen und Haut sowie blauen Flecken geführt hat. Auch ihre Trainer*innen wurden von den Delfinen verletzt.

WDC kritisiert zudem die unzureichende Protokollierung, die das Wohlergehen und die Gesundheit der Delfine gefährden kann. Wenn beispielsweise Medikamentengaben so unzuverlässig dokumentiert werden, wie es im Tiergarten Nürnberg der Fall ist, stellt das ein Gesundheitsrisiko für die Delfine dar. Auch die Geburten im Tiergarten wurden nur mangelhaft dokumentiert. Ein Beispiel dafür ist ein Baby-Delfin, dessen Tod in den Akten auf drei verschiedene Weisen beschrieben wurde. Die schlechte Protokollierung verstößt nach Ansicht von WDC gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 42) und die Empfehlungen der EU.

Der Tiergarten könnte mit der schlechten Protokollierung die Gesundheit der Delfine gefährden. Zu den Risiken für die Delfine in Nürnberg gehören auch die ständigen Transporte, die Stress bei den sensiblen Meeressäugern auslösen können. Die Delfine aus dem Tiergarten wurden in den Jahren 1990-1991 und 2000-2014 insgesamt 18 Mal transportiert. Dies geschah wahrscheinlich zu Zuchtzwecken oder um die Gruppen in den Delfinarien neu zusammenzuwürfeln, weil sich die Delfine untereinander nicht verstehen. Die Eingliederung neuer Delfine in die Gruppe wurde jedoch vom Tiergarten nicht ausreichend dokumentiert.

WDC fordert die Politik auf, wissenschaftlichen Argumenten zu folgen und die Delfinhaltung in Deutschland zu beenden.

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Lexi am 29. Oktober 2020 um 5:40 am

    „Deshalb wendet sich die Organisation an verschiedene Politiker*innen.“
    Genauso gut könnte man gegen eine Wand sprechen. Oder in den Wind blasen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar