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© Elena Gladilina

Die Delfin- & Schweinswalopfer des Ukraine-Krieges

Im Schwarzen Meer entlang der ukrainischen Küste leben seltene, bedrohte Unterarten von Delfinen und Schweinswalen....

Fünf Fakten über Orcas

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Grausame Walexperimente sollen trotz Protest stattfinden

Trotz einer chaotischen und glücklicherweise gescheiterten ersten Test-Saison im Jahr 2021, will das gemeinsame US-amerikanisch-norwegische...
Tokitae in captivity

Im Gespräch mit TUI – werden sie aufhören die Gefangenschaft von Walen und Delfinen zu unterstützen?

Letzten Donnerstag bin ich zu einem lang ersehnten Treffen mit der Geschäftsführung von TUI nach...

Tote Schweinswale – Wann ist das Fass leer?

Gestrandeter Schweinswal auf Sylt

Im August dieses Jahres führte die NATO im Rahmen eines Manövers Sprengungen in der Ostsee durch – inmitten eines ausgewiesenen Meeresschutzgebietes. In der Folge wurden 18 Schweinswale tot an den Stränden gefunden, berichtet der NABU. Dass es hier einen Zusammenhang gibt liegt nahe, denn solche Sprengungen können für die heimischen Meeressäuger, die ein sehr feines Gehör haben, leicht tödlich enden. Militärübungen in Schutzgebieten, noch dazu während der Wurfzeit der Schweinswale, der sensibelsten Zeit im Jahr? Ist das nicht verboten? Die Antwort lautet leider NEIN.

In derselben Region, nahe Fehmarn, sorgt nun auch die Regierung des Landes Schleswig-Holstein für Schlagzeilen. Denn seit 2013 gibt es hier eine Vereinbarung mit Fischer*innen zum Beifang von Schweinswalen, die jetzt verlängert werden soll. Die Fischer*innen haben sich dazu verpflichtet, freiwillig kürzere Netze einzusetzen. Zudem ist auch die Zeit kürzer, in der die Netze im Meer sind. So sollen weniger Schweinswale als Beifang in den Netzen verenden. Leider ist dies wenig sinnvoll, genau wie der großflächige Einsatz von Pingern, welche die Schweinswale von den Netzen fernhalten sollen. Wirklich wirksam wäre nur eine Verbannung der Fischerei aus den Schutzgebieten. Aber ist Fischerei in Schutzgebieten denn nicht verboten? Die Antwort lautet auch hier wieder NEIN.

Gleichzeitig liest man dieser Tage viel von der Entwicklung der Offshore-Windkraft in Deutschland. Bis 2030 sollen zahlreiche weitere Windparks im Meer entstehen. Das Problem dabei: Der Bau dieser Anlagen ist enorm laut und könnte Schweinswale töten sowie viele andere Organismen schädigen. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer: Erstmals soll ein kompletter Windpark mit einer alternativen und lärmarmen Gründungsmethode errichtet werden, indem die Fundamente nicht mehr in den Meeresgrund gerammt, sondern einvibriert werden sollen. Baubeginn: 2021. Wird es in den Meeren deswegen leiser? Da es unter Wasser so viele andere menschengemachte Lärmquellen gibt, lautet die Antwort erneut NEIN.

Aber hat nicht vor kurzem das Bundeslandwirtschaftsministerium (BML) verlauten lassen, dass es bei der Schweinswal-Population einen positiven Trend gibt? Die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen jedoch genau das Gegenteil. Die Behauptung des BML ist also nicht belegbar. Das Ministerium ist nämlich auch für die Fischerei zuständig und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen deren Einschränkung. Das BML fungiert im Grunde als effektive Lobby für die Fischereiwirtschaft und nimmt dabei sogar das Aussterben der Schweinswale in der zentralen Ostsee in Kauf. Nimmt die Bundesregierung den Schweinswalschutz also ernst? Die Antwort lautet NEIN.

Ich werde mich trotz dieser Herausforderungen weiter für einen effektiven Meeres- und Schweinswalschutz in Deutschland stark machen. Das mühsame Verhandeln in Fachgruppen und mit Entscheidungsträger*innen, die mahnenden Worte gegenüber der Industrie, die Aufklärung der Öffentlichkeit in Sachen Fischerei, all das bringt kleine Erfolge, die sich irgendwann auch zu größeren summieren. Damit wir eine Welt erschaffen, in der alle Wale und Delfine in Freiheit und Sicherheit leben!

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.

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