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World Wildlife Conservation Day: WDC ruft zum Schutz gefährdeter Arten auf

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World Wildlife Conservation Day: WDC ruft zum Schutz gefährdeter Arten auf

Schweinswal
(C) ORES Ursula Tscherter

Anlässlich des am 4.12.2019 stattfindenden World Wildlife Conservation Day ruft WDC dazu auf, dass auch die weniger bekannten gefährdeten Arten nicht in Vergessenheit geraten. Dazu gehört beispielsweise der Glattschweinswal in Asien. Glattschweinswale sind auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet verzeichnet. Anfang des Jahres wurde auf einem Markt in China ein lebendiges Individuum zum Verkauf angeboten, obwohl der Handel in China strikt verboten ist.

Der etwa 1,70 Meter große und rund 50 kg schwere Glattschweinswal fiel Tierschutzaktivist*innen auf, die seine verzweifelten Schreie auf dem Markt von Xuwen hörten. Ein Händler bot das Fleisch des bedrohten Tieres für umgerechnet 2,60 Euro pro Kilo zum Verkauf an. Wahrscheinlich wurde das Tier im Pearl River in der chinesischen Provinz Guangdong gefangen. Glattschweinswale leben eher in seichteren Gewässern mit sandigem Grund, beispielsweise in Flussmündungen, Buchten oder Mangrovenwäldern.

„Dieser Vorfall zeigt, wie gefährdete Arten nicht nur achtlos behandelt, sondern auch noch für den menschlichen Konsum vermarktet werden. In mehr als 60 Ländern der Erde werden Delfine auch heute noch gejagt und verzehrt, obwohl es meist gesetzlich verboten ist. Die Kontrollen sind zu lasch oder schlicht nicht existent“, so Fabian Ritter, Meeresschutzexperte bei WDC.

Die chinesischen Helfer*innen boten an, das Tier für etwa 23 Euro zu erwerben und brachten den Wal daraufhin zurück ins Meer. Ob er die Rettungsaktion überlebt hat, ist unklar. Schätzungsweise 200 Tiere dieser Art leben noch in der Region, in der der Wal gefangen wurde – somit ist die Art seltener als der Große Panda. Der Glattschweinswal ist durch Schifffahrt, Fischerei, chemische und akustische Umweltverschmutzung, Bauprojekte sowie Jagd und Lebendfang zu Ausstellungszwecken bedroht.

Doch auch in Deutschland gibt es gefährdete Populationen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Dazu gehört der Schweinswal in der zentralen Ostsee, der ebenfalls durch Fischerei und Meeresverschmutzung vom Aussterben bedroht ist. Die Population besteht nur noch aus wenigen Hundert Tieren.
„Es ist immer bequem, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen, wenn es um Artenschutz geht. Doch nur wenigen ist bewusst, dass die Lage bei uns nicht viel besser ist. Es gibt unzählige Arten in Deutschland, die stark bedroht sind. Dass einer Population der einzigen in Deutschland heimischen Walart ebenfalls dazu gehört, ist ein Armutszeugnis für die Meeresschutzpolitik der Bundesregierung“, so Ritter weiter.

WDC setzt sich seit vielen Jahren für den heimischen Schweinswal ein und fordert unter anderem effektive Meeresschutzgebiete, die Reduzierung von Lärm im Meer und eine strengere Regulierung der Fischerei, die hauptverantwortlich ist für den prekären Zustand der Schweinswale in Nord- und Ostsee.

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.

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