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Weltnichtrauchertag: wie Zigarettenkippen unser Grundwasser verschmutzen

wdc-isar-clean-up-muenchen

Wussten Sie, dass eine einzige Zigarettenkippe 40 Liter Grundwasser verseucht? Als ich diese Zahl das erste Mal gehört habe, war ich fassungslos. Denn die Filter sieht man überall: auf dem Gehweg in der Innenstadt, im Urlaub am Strand oder auf der Wiese im Park. Schätzungsweise werden weltweit jedes Jahr 4,5 Billionen Zigarettenkippen weggeworfen. Eine unvorstellbare Menge an giftigem Müll, der in unserer Umwelt landet.

Neben dem Nervengift Nikotin sind in den Zigarettenfiltern auch Chemikalien wie Arsen, Kupfer oder Blei enthalten. Die Zigarettenfilter geben diese Stoffe innerhalb von kürzester Zeit an die Umgebung ab. Regen und Tau sorgen dafür, dass sie ausgewaschen werden und im Boden versickern. Dort verseuchen sie unser Grundwasser. Studien sprechen von mindestens 40 Litern Grundwasser, die von einer Zigarettenkippe mit Schadstoffen belastet werden.

Versuche haben gezeigt, dass schon eine bis vier Kippen pro Liter Wasser ausreichen, um einen Fisch zu töten. Außerdem verwechseln Vögel die Zigarettenstummel mit Nahrung und nehmen die giftigen Kunststoffe auf. Bei Kleinkindern kann schon der Verzehr von einer einzigen Kippe zu Erbrechen und Durchfall führen.

Bei unserem WDC Isar-Clean-Up im vergangen Jahr haben wir in 60 Minuten unglaubliche 690 Zigarettenkippen eingesammelt. Direkt am Flussufer haben wir sie zusammen mit anderem Müll auf einem 100 Meter Abschnitt gesammelt. Wir konnten nicht fassen, wie viele giftige Filter sich dort in der Wiese versteckten. Es scheint, dass die Münchner*innen zwar gern an ihrem Lieblingsfluss sind, sich aber wenig um Naturschutz kümmern.

Studien zeigen, dass Zigarettenkippen der häufigste Müll weltweit sind. Sie machen zwar in Kilogramm nicht die größte Masse an Müll in der Natur aus, aber sie werden im Vergleich mit anderem Müll wie beispielsweise Plastiktüten noch öfter achtlos weggeworfen statt fachgerecht entsorgt.

Außerdem sind sie der am häufigsten gefundene Müll bei Aufräumaktionen an Flüssen und der Küste. Jedes dritte Müllteil, das dort entdeckt wird, ist eine Kippe! Auch beim WDC Beach-Clean-Up an der Ostsee fanden wir an einem Strand, der täglich mehrfach gesäubert wird, jede Menge Zigarettenkippen. Das finde ich erstaunlich, denn wer wirft denn Müll in den Sand, in dem man den ganzen Tag liegen möchte? Strandkorbvermieter*innen bieten in Deutschland oft kostenlose To Go Aschenbecher an, die man beim Heimgehen zurückgeben kann. Leider werden sie viel zu wenig genutzt.

Beach Clean-Up: Zigarettenkippen am Strand

Doch nicht nur in Deutschland haben wir mit den Kippen ein Problem. Selbst in der Arktis wurden schon Zigarettenreste gefunden. Im Salzwasser kann es bis zu 400 Jahre dauern, bis sie sich zersetzen. Doch auch dann sind sie noch nicht aus der Welt – die kleinen Kunststofffasern aus den Filtern bleiben als Mikroplastik im Meer. Während der gesamten Zeit, in der sich die Kippen im Wasser befinden, stellen sie für Meerestiere eine Bedrohung dar.

Wir von WDC finden es gut, dass manche Städte nun höhere Bußgelder für achtlos weggeworfene Zigaretten verlangen. Allerdings halten wir auch Bildungsprojekte für notwendig, denn vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welchen Schaden ihre Kippen in der Natur anrichten. Die Bundesumweltministerin hat außerdem kürzlich vorgeschlagen, Tabakfirmen für die Reinigungskosten aufkommen zu lassen.

Wir nehmen den Weltnichtrauchertag zum Anlass, dieses Thema aufzugreifen und hoffen, dass zukünftig weniger Zigarettenkippen in der Umwelt landen.

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.

2 Kommentare

  1. Avatar Veröffentlich von Michael Kohlberger am 11. Juli 2019 um 10:01 am

    Die Plastikfilter hätten schon lange verboten gehört… Zigaretten sind ohnehin keine Billigware. Da kann man die paar Cent für abbaubare Filter ruhig noch draufschlagen.

    • Michaela Harfst Veröffentlich von Michaela Harfst am 12. Juli 2019 um 7:41 am

      Lieber Herr Kohlberger, vielen Dank für Ihren Kommentar. Es wäre toll, wenn die Filter nicht aus künstlichen Materialien bestehen würden. Die Schadstoffe, die die Filter beim Verbrennen des Tabaks herausfiltern, wären aber dennoch im Filter enthalten und werden an die Umwelt abgegeben. Die meisten Schadstoffe werden direkt in den ersten Tagen abgegeben. Wir würden uns daher wünschen, dass Zigarettenkippen grundsätzlich im Müll entsorgt werden.
      Herzliche Grüße, Michaela Harfst von WDC

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