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Russisches Walgefängnis: Neue Pläne zur Freilassung der Orcas und Belugas

Walgefängnis in Russland - Orca
(C) Free Russian Whales

Noch immer befinden sich die Belugas und Orcas im russischen Walgefängnis. WDC und andere NGOs unterzeichneten im März einen Brief an Präsident Putin. Darin wurde das Staatsoberhaupt aufgefordert, Expert*innen Zutritt zum Walgefängnis zu verschaffen. Ein Team rund um den Wissenschaftler Jean-Michel Cousteau erhielt daraufhin Zutritt.

Der Meeresbiologe kam zu dem Schluss, dass die Wale ausgewildert werden können. Das Vorgehen bedarf jedoch einer genauen Planung und viel Vorbereitung. Die regionale Regierung gab im April bekannt, dass die Wale in die Freiheit entlassen werden sollen.

Das zuständige Ministerium hat am 15. Mai in einer Pressemitteilung den Plan zur Auswilderung mitgeteilt. Die Freilassung der Orcas soll früher als gedacht stattfinden. Bereits Ende Mai bis Anfang Juni sollen sie direkt aus der Bucht von Srednyaya freigelassen werden, statt wie ursprünglich vorgeschlagen in der Region, in der sie gefangen wurden. Die Bucht befindet sich jedoch weit weg von den Heimatgewässern, in dem sie gefangen wurden.

Die Freilassung der ersten Belugas soll hingegen im Ochotskischen Meer stattfinden. Die ersten drei bis vier Individuen sollen im Sommer 2019 dorthin transportiert werden.

Das Team rund um den Meeresbiologen Cousteau hat die Pressemitteilung kommentiert und die Regierung aufgefordert, die Pläne zur Freilassung der Orcas zu überarbeiten. Es muss ausreichend Zeit eingeplant werden, um die Wale auf das Leben in der freien Natur vorzubereiten. Außerdem sollte vor der Freilassung und dem Training der Gesundheitszustand jedes einzelnen Orcas überprüft werden. Zudem müssen die Wale in der Region ausgewildert werden, in der sie gefangen wurden. Dort treffen sie womöglich wieder auf ihre Familien und haben ausreichend Nahrung zur Verfügung. Das Ministerium hat bisher nicht reagiert.

Jedoch meldete sich ein Betreiber des Walgefängnisses zu Wort (Alexei Reshetov). Er gab bekannt, dass er die Wale nicht freilassen möchte. Welchen Einfluss diese Aussage auf die Auswilderung der Wale haben wird, ist bisher unklar.

Das Forschungsinstitut für Fischerei und Ozeanographie in Russland hat kürzlich seine Empfehlungen für Fangquoten im Jahr 2020 herausgegeben. Darin wird empfohlen, 2020 keine Orcas zu fangen. Diese Entwicklung gibt Hoffnung, dass in Russland auch zukünftig keine Schwertwale mehr für die internationale Delfinarienindustrie gefangen werden.

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Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.

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