Tag des Ostseeschweinswals: Was Sie für den kleinen Wal tun können

Tag des Ostseeschweinswals: Was Sie für den kleinen Wal tun können

Schweinswale sind die einzigen in Deutschland heimischen Wale. Doch sowohl in der Nord- als auch...
Merck Finck Stiftung unterstützt WDC

Merck Finck Stiftung unterstützt WDC

Weltweit demonstrieren Schüler*innen im Rahmen von Fridays for Future für den Klimaschutz. Doch wie ist...
Artensterben und Klimakrise betreffen uns alle

Artensterben und Klimakrise betreffen uns alle

(C) Vanessa Mignon Der vergangene Woche veröffentlichte Bericht des UN Weltbiodiversitätsrats zum Artensterben sollte der...
Russischer Militär-Beluga in Norwegen aufgetaucht

Russischer Militär-Beluga in Norwegen aufgetaucht

(C) GREMM Ein Fischer hat einen Belugawal im Norden von Norwegen entdeckt. Der Wal trug...
Challenge Ja(hr) zu weniger Plastik: ein Interview mit dem Speisecafé Rigoletto

Challenge Ja(hr) zu weniger Plastik: ein Interview mit dem Speisecafé Rigoletto

Franziska Gruber: Super, dass Ihr bei unserer Challenge mitmacht! Im Rigoletto wird schon lange darauf...
Kanarische Inseln: Nachhaltiges Whale Watching statt Delfinarienbesuch

Kanarische Inseln: Nachhaltiges Whale Watching statt Delfinarienbesuch

(C) Kerstin Steenken Auf den Kanarischen Inseln befinden sich insgesamt vier Delfinarien, die sieben Orcas...
Walgefängnis wird geschlossen – Orcas und Belugas bald in Freiheit

Walgefängnis wird geschlossen – Orcas und Belugas bald in Freiheit

Belugas im Walgefängnis in Russland (C) Free Russian Whales Der Kreml hat beschlossen, dass die...
Wale beobachten statt jagen!

Wale beobachten statt jagen!

Buckelwal-Mutter mit Baby (C) Scott Portelli WDC versucht immer, positive Alternativen zu bewerben. Wir sagen...

Artensterben und Klimakrise betreffen uns alle

Buckelwal unter Wasser (C) Vanessa Mignon

Der vergangene Woche veröffentlichte Bericht des UN Weltbiodiversitätsrats zum Artensterben sollte der ultimative Weckruf sein für alle, die das Verschwinden von Arten und die Veränderungen des Weltklimas nach wie vor für Themen der Zukunft halten. Der Verlust von Arten, Ökosystemen und ökologischer Vielfalt schreitet weltweit voran und ist zu einer generationenübergreifenden Bedrohung für die Menschheit geworden.

Statt kurzfristiger Wahlgeschenke und Klientelpolitik besteht dringender politischer Handlungsbedarf in ganz anderer Richtung. Um das Leben unserer Kinder und Enkelkinder auf diesem Planeten auch noch in mehreren Jahrzehnten lebenswert zu erhalten, müssen wir jetzt handeln!

Es steht viel auf dem Spiel. Die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen wie Nahrung und sauberes Wasser verschlechtern sich dramatisch: Das Artensterben ist heute mindestens Dutzende bis Hunderte Male größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. Bis zu eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Bereits jetzt sind viele Lebensräume zerstört oder stark gefährdet: 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind demnach bereits stark verändert. Die negative Entwicklung ist auf direkte Treiber wie beispielsweise Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung und Klimawandel zurückzuführen. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verloren gegangen. Zwischen 2010 und 2015 sind 32 Millionen Hektar Primärwälder und seit den 1870er-Jahren etwa die Hälfte der Korallen verschwunden.

Der jährlich früher eintretende Overshoot day ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wir mit den natürlichen Ressourcen umgehen. So lag er 2019 in Deutschland bereits bei Anfang Mai: wir hatten also bis dahin die natürlichen Ressourcen, die uns eigentlich innerhalb eines Jahres zur Verfügung stehen, schon im Mai verbraucht.

Ölplattform

Hunderttausende Wale und Delfine sterben jedes Jahr durch zerstörerische Fanggeräte der Fischereiflotten als sogenannter Beifang. Nach wie vor werden in nicht wenigen Weltmeeren Wale und Delfine eingefangen, um sie zahlendem Publikum vorzuführen. Wale und Delfine werden gejagt und getötet. Regelmäßig werden Wale und Delfine an Stränden tot angespült, weil sie bei vollem Magen an verschluckten Plastikteilen verhungert sind. Der heimische Schweinswal an unseren Küsten wird seiner Lebensgrundlage beraubt und findet nicht einmal in sogenannten Meeresschutzgebieten Schutz. Die Forderungen, die wir als Wal- und Delfinschutzorganisation stellen, sind also weder utopisch noch ungerechtfertigt, sondern sollten zu entschlossenem und sofortigen Handeln der regierenden Parteien führen.

Selbst wenn jetzt konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um dem menschengemachten Artensterben und Klimaveränderungen gegenzusteuern, dann sind viele Prozesse leider nicht mehr umkehrbar und können allenfalls noch abgemildert werden. Der industrielle Walfang und seine Folgen bildet ein eindrückliches Beispiel dafür: von diesem haben sich die Walpopulationen weltweit bis heute nicht vollständig erholt. Laut aktueller Studien speichern die weltweit verbliebenen Großwale als direkte Folge des Walfangs rund neun Millionen Tonnen weniger Kohlenstoff als vor dem Walfang. Alternativ würde eine allmähliche Erholung der Walbestände die Entfernung von rund 200.000 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr bedeuten, was in etwa der CO₂ Speicherung von 110.000 Hektar Wald entspricht.

Ich bin der Überzeugung, dass die Verantwortung zwar nicht an Einzelne abgegeben werden darf, denn primär müssen politische Anreize geschaffen werden, die klimaschädliches Verhalten und Ressourcenraubbau bestrafen. Dennoch gibt es einiges, das wir selbst durch unsere Lebensweise beeinflussen können: Fahrrad fahren, zu Fuß gehen, Bus und Bahn fahren, anstatt ins Auto steigen, in den Urlaub nicht mit dem Flugzeug reisen, regional, saisonal und biologische Lebensmittel einkaufen, reparieren und gebraucht statt neu kaufen, möglichst wenig Fisch und Fleisch essen und wenn dann biologisch bzw. aus nachhaltigem Fang, auf Plastiktüten komplett verzichten und stattdessen Stoffbeutel verwenden, kein verpacktes Obst und Gemüse kaufen, Ökostrom beziehen, usw. Dies nur, um zu verdeutlichen, welche Einflussmöglichkeiten bzw. Lenkungsmöglichkeiten wir als Konsument*innen haben.

Dem steht jedoch gegenüber, dass Güter, Waren und Dienstleistungen für uns in Deutschland immer und überall verfügbar sind. Konventionell hergestellte Lebensmittel, Fleisch, Kleidung und Elektronik sind viel zu billig und man kann bequem von überall und zu jeder Tag und Nachtzeit Dinge bestellen, die zu einem nach Hause geliefert werden. Dass all dies auf Kosten der Ökosysteme geht, in denen wir leben, dringt nur langsam in unser Bewusstsein.

Es ist höchste Zeit, gegenzusteuern, denn das Artensterben und die Klimakrise sind längst bei uns angekommen. Wer hätte gedacht, dass 30 Jahre nach Gründung unserer Organisation und gut 30 Jahre nach dem Verbot des kommerziellen Walfangs, die Gründe, sich für Wale und Delfine und ihren Lebensraum Wasser einzusetzen, dringlicher sind als je zuvor?

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Franziska Walter

Über Franziska Walter

Geschäftsführerin - Franziska Walter leitet das Deutschland-Büro von WDC.

Hinterlassen Sie einen Kommentar