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Kanarische Inseln: Nachhaltiges Whale Watching statt Delfinarienbesuch

Orca im Loro Parque, Teneriffa
(C) Kerstin Steenken

Auf den Kanarischen Inseln befinden sich insgesamt vier Delfinarien, die sieben Orcas und 30 Große Tümmler halten. Das bekannteste Delfinarium befindet sich im Loro Parque auf Teneriffa, der jährlich schätzungsweise eine Million Besucher*innen anzieht. Dabei sind die Kanarischen Inseln einer der besten Orte auf der Welt, um Wale und Delfine im Meer zu beobachten. WDC ruft Tourist*innen dazu auf, Delfinarien zu meiden und stattdessen auf nachhaltiges Whale Watching zu setzen.

„Wir fordern Urlauber*innen dazu auf, keine Delfinarien zu besuchen - weder in Deutschland noch in anderen Ländern!“, so WDC-Biologe David Pfender. „Die intelligenten Meeressäuger leiden in Gefangenschaft. Sie zu Unterhaltungszwecken in kleine Becken zu sperren ist grausam!“, so Pfender weiter.

Die Kanarischen Inseln wurden im Jahr 2018 von mehr als 18 Millionen Tourist*innen aus der ganzen Welt aufgesucht. Auch bei deutschen Reisenden sind die Inseln als Urlaubsziel nach wie vor beliebt. Viele Besucher*innen der Delfinarien zweifeln jedoch zu Recht an den Haltungsbedingungen, wenn sie die riesigen Orcas in den kleinen Becken mit eigenen Augen sehen. „Wir waren entsetzt, als wir gesehen haben, wie klein die Becken im Loro Parque sind!“, so eine deutsche Touristin gegenüber Pfender.

Delfine im Loro Parque, Teneriffa

(C) Kerstin Steenken

Orcas legen in freier Wildbahn jeden Tag weite Strecken zurück, teilweise bis zu 100 km, und leben in Familienverbänden. In Delfinarien wie dem Loro Parque werden sie häufig in separate Becken gesperrt, da es immer wieder zu sozialen Spannungen aufgrund der unnatürlichen Gruppenzusammensetzung kommt.

Das Argument der Bildung und Aufklärung wird häufig angeführt, um die Gefangenschaftshaltung zu rechtfertigen. Doch die Wale und Delfine müssen in Shows zu lauter Musik Kunststücke vorführen, die nicht ihrem natürlichen Verhalten entsprechen. Der Lerneffekt für Besucher*innen ist deshalb fragwürdig. WDC rät davon ab, Delfinarien zu besuchen und empfiehlt verantwortungsvolles Whale Watching als Alternative. Die Beobachtung von Walen und Delfinen in ihrem natürlichen Lebensraum unter fachkundlicher Begleitung ist weitaus nachhaltiger und faszinierender.

Orca im Loro Parque, Teneriffa

(C) Kerstin Steenken

Vor den kanarischen Inseln konnten bereits 30 der etwa 90 weltweit bekannten Wal- und Delfinarten gesichtet werden. Diese Artenvielfalt ist einzigartig und die Chancen auf eine Sichtung bereits in Küstennähe sehr hoch. WDC stellt auf der Website zahlreiche Tipps bereit, wie man verantwortungsvolle Touren findet und setzt sich im Rahmen der Dolphinaria Free Europa Koalition dafür ein, Missstände in europäischen Delfinarien aufzudecken.

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.

2 Kommentare

  1. Avatar Veröffentlich von Patrick Burt am 7. Juni 2019 um 11:39 am

    Hallo Frau Harfst, ich interessiere mich intensiver mit dem Meer seit 2007 und habe im Bereich Walfang viele Briefe an die Walfangnationen und die Mitglieder der Walfang-Kommission geschrieben. Ich bin auch Mitglied der World Foundation for Natural Science http://www.naturalscience.org und bin an den Infoständen, so auch diesen Samstg in Liestal, Schweiz am Tag der Meere. Die Plastik-Problematik ist da ganz im Fokus. Es gibt auf der Website Faltprospekte zum herunterladen. Ich bin so dankbar für Ihr Engagement für unseren wunderbaren Planeten! Viele herzliche Grüsse Patrick Burt

    • Michaela Harfst Veröffentlich von Michaela Harfst am 7. Juni 2019 um 11:46 am

      Lieber Herr Burt, wir danken Ihnen für Ihr wichtiges Engagement und Ihr Interesse an unserer Arbeit. Herzliche Grüße aus München, Michaela Harfst

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