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Isländischer Walfangbericht gibt Anlass zur Sorge

Ein gerade veröffentlichter und lang erwarteter Bericht über die wirtschaftlichen Auswirkungen des isländischen Walfangs unterstützt die Fortsetzung der isländischen Waljagd. Der Bericht wurde vom isländischen Ministerium für Industrie und Innovation in Auftrag gegeben. Zu diesem gehört auch das Fischereiministerium. Im Bericht wird angegeben, dass der Walfang für die Wirtschaft insgesamt von Vorteil ist und sich nicht negativ auf den Tourismus auswirkt.

Laut Oddgeir Ágúst Ottesen, der den Bericht mit verfasste, hat der Walfang 2017 Einnahmen in Höhe von 1,7 Milliarden ISK erzielt. „Wir haben bei der Bewertung alle positiven und negativen Aspekte untersucht. Zusammengenommen ist es wirtschaftlich vorteilhaft, Wale zu jagen “, sagte Oddgeir.

Einige zentrale Elemente des Berichts sind höchst fragwürdig, einschließlich der Behauptung, dass die Waljagd auf andere Arten wie Seiwale, Buckelwale und Pottwale ausgedehnt werden könnte.

Das Argument der Walfänger auf der ganzen Welt, dass „Wale Fisch essen, und somit in großer Zahl getötet werden müssten, um unsere Fischbestände für den menschlichen Verzehr zu schützen“, wird in dem Bericht wiederholt. Ottesen behauptet „Wale konsumieren sieben bis acht Mal mehr Fisch als wir fangen. Dies hat einen ungeheuren Einfluss [auf die Fischerei]. Die Walpopulationen nehmen stark zu, und die Auswirkungen ihres Fressverhaltens könnten zunehmen. Die Schlussfolgerung war, dass die Fischbestände von der Tatsache profitieren, dass die Walpopulationen reduziert werden.“ In dem Bericht wird auch behauptet, dass eine Reduzierung der Bestände der Finn- und Zwergwale (die derzeit von isländischen Walfängern bejagten Arten) um rund 40% der Fischerei mit mehr als 13 Mrd. ISK zu Gute kommen würde.

Das Argument, dass Wale die Fischerei beeinträchtigen, gilt in der Wissenschaft als längst überholt. Die Forscher stimmen zunehmend darin überein, dass gesunde Fischbestände – und der Zustand unserer Meere – von gesunden Walpopulationen abhängen. WDC setzt sich seit langem für das Konzept der Wale als „Ökosystemingenieure“ ein.

Nach der Feststellung, dass Wale zu viele Fische essen, äußert der Bericht paradoxerweise die Sorge, dass Walbeobachtung – eine äußerst beliebte und wirtschaftlich wichtige Branche für Island – sich negativ auf die Wale und ihr Fressverhalten auswirken könnte.

Der Bericht soll in eine umfassendere staatliche Überprüfung des Walfangs einfließen, die in den kommenden Wochen abgeschlossen wird. Bereits im August 2018 forderte die isländische Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdottir eine gründliche Überprüfung des isländischen Walfangs, einschließlich sozioökonomischer Aspekte und des Tierschutzes. Die Regierung will in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Fangquoten für Finnwale erneuert werden oder nicht

Der Bericht wurde auch in Island mit viel Kritik aufgenommen. Politiker und Vertreter der Walbeobachtungsindustrie bezeichneten den Inhalt als Propaganda und Fantasie.

Über Astrid Fuchs

Astrid Fuchs leitet bei WDC Deutschland den Bereich Policy und strategische Entwicklung. Daneben koordiniert sie die EU-Arbeit und betreut die Bereiche Walfang und Delfinarien.