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Samen in Norwegen wollen Delfine jagen

Das indigene Volk der Samen in Norwegen will Delfine und Schweinswale jagen. Ein entsprechender Antrag wurde vom Sami-Parlament – dem Sameting – einstimmig angenommen. Die internationale Wal-und Delfinschutzorganisation WDC lehnt den Vorstoß entschieden ab.

Das Sameting, das die Sami-Bevölkerung in Norwegen, Nordfinnland, Teilen Russlands und Schwedens vertritt, wird den Vorschlag nun der norwegischen Regierung zur Genehmigung vorlegen. Die Verfasser gehen davon aus, dass die Anzahl der Delfine in norwegischen Gewässern groß genug für eine gezielte Bejagung ist. Es ist allerdings momentan völlig unklar, ob die Daten über die Populationen von Delfinen und Schweinswalen in der Region ausreichend sind. Eine gegenwärtige Entscheidung würde auf Schätzungen beruhen.

WDC-Wissenschaftlerin Nicola Hodgins äußert sich besorgt: „Abgesehen von tier- und artenschutzrechtlichen Bedenken stellt die Kleinwaljagd ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Das Fleisch und Fett der meisten Delfinarten – insbesondere in arktischen Gewässern – ist stark mit Giftstoffen wie Quecksilber belastet und der Konsum solcher Produkte kann eine Reihe schwerwiegender Erkrankungen verursachen. Eine Genehmigung der Delfinjagd wäre allein aus diesem Grund völlig unverantwortlich. Wir können momentan nur spekulieren, was die Samen zu ihrem Antrag veranlasst hat und ob er politisch motiviert ist. Wir rufen sie aber dazu auf, den Vorschlag zurück zu ziehen. Die Kleinwaljagd wäre für die Delfine und die Samen eine schlechte Entscheidung.

Die internationale Gemeinschaft erkennt die Rechte bestimmter indigener Völker an, eine begrenzte Anzahl von Walen zu jagen. Die Gründe dafür sind die Sicherstellung ihrer Ernährung (=Subsistenz) und die Ausübung kultureller Praktiken. In den letzten Jahren wurden diese Rechte jedoch immer wieder zu kommerziellen Zwecken missbraucht: Walfleisch wird in Grönland beispielsweise in Restaurants gezielt an Touristen verkauft.

Einige indigene Völker in Grönland, Kanada und Alaska bejagen verschiedene Delfinarten in arktischen Gewässern. Die Samen hoffen, dass ihnen von der norwegischen Regierung nun ähnliche Jagdrechte gewährt werden. Für den Antrag der Sami gibt es keinen offensichtlichen Subsistenzbedarf. Die Antragsteller verweisen lediglich auf kulturelle Gründe und entsprechende Jagden in früheren Jahrhunderten. Norwegische Online-Kommentatoren haben bereits erklärt, dass Fangquoten – sofern gewährt – auch für nicht-indigene norwegische Fischer gelten sollten.

Die Tötung von Kleinwalen, Delfinen und Schweinswalen ist auch deshalb kontrovers, weil es kein internationales Organ gibt, das die Tötungen überwacht. Die Internationale Walfangkommission reguliert nur die Fangquoten für Großwale. Die Kleinwaljagden werden ausschließlich von den jeweiligen Regierungen überwacht, es fehlt die internationale Kontrolle.

Die Jagd auf Kleinwale ist äußerst grausam: Die verwendeten Harpunen und Gewehre können tiefe Schnitte, Organ- oder Knochenschäden und sogar den Verlust von Flossen verursachen. Verletzte Tiere, die den Jägern entkommen und nicht innerhalb von Stunden oder Tagen sterben, leiden oft den Rest ihres Lebens und sterben frühzeitig.

Häufig ist die Zahl der getöteten Tiere daher höher als die tatsächlichen Quoten: wenn verletzte Delfine auf den Meeresgrund sinken oder die Jäger sie nicht anlanden, werden sie nicht in der Statistik angegeben.