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Beach Clean-up – Let´s do this!

Ein Gastbeitrag von Laura Lazar, die als Taucherin und Meeresbiologin in Australien arbeitet und Beach Clean-Ups organisiert. Die Inhalte und Ansichten in diesem Beitrag sind die der Autorin und müssen nicht mit denen von WDC übereinstimmen.


Mit mehr als 25.000 km Küstenlinie und berühmten Stränden wie Bondi, Whitehaven Beach oder dem atemberaubenden Great Barrier Reef ist Australien ein beliebtes Urlaubsland für Reisende aus der ganzen Welt. Auch viele Einheimische schätzen die traumhafte Natur ihres Heimatlandes und genießen ihre Wochenenden an einsamen Palmenstränden abgelegen vom hektischen Treiben der Großstadt. Vor zweieinhalb Jahren zog es mich an den atemberaubenden Ort Townsville im Nordosten Australiens, in der Nähe des Great Barrier Reefs, für ein Masterstudium in der Meeresbiologie. Seit Abschluss meines Studiums habe ich als Taucherin gearbeitet sowie als Meeresbiologin in einem lokalen staatlichen Aquarium (Reef HQ), das sich aktiv für den Schutz und den Erhalt des Great-Barrier-Reefs einsetzt. Wir nehmen kranke Meerestiere auf (vor allem Schildkröten), die dann gesund gepflegt und wieder ausgesetzt werden. Außerdem haben wir eine Vielzahl von freiwilligen Helfern, die den Besuchern einen Überblick über das Ökosystem geben und über die Dringlichkeit des Meeresschutzes aufklären.

Trotz dem Status als Weltkulturerbe und seiner ökologischen und ökonomischen Bedeutung geht es dem marinen Ökosystem jedes Jahr schlechter. Klimaerwärmung, Massentourismus, kommerzielle Fischerei und der Ausbruch von Krankheiten und Dornenkronenseesternen kosten jedes Jahr viele Tierarten das Leben. Die Dringlichkeit, etwas dagegen zu unternehmen, wurde vielerorts noch nicht erfasst. Ich selbst war geschockt zu sehen, wie wenig auf umweltfreundliche Strategien gesetzt wird. Trotz mehr als 320 Sonnentagen im Jahr besitzen nur wenige Häuser Solaranlagen, Windkraftwerke sind so gut wie nirgends zu sehen. Stattdessen wird Geld für Kohlekraftwerke eingesetzt, die temporär mehr Arbeitsplätze einbringen sollen. Eine funktionierende Mülltrennung gibt es nicht, Haushalte bekommen lediglich die Option zwischen “Recycling” und “Restmüll” Tonnen, und selbst hier gibt es Zweifel was davon wirklich zur Wiederverwendung genutzt wird. Pfandsysteme, Altglas-oder Aluminium Sammlungen, Biotonnen oder der gelbe Sack fehlen. Der meiste Müll wird ins Ausland transportiert. Das Ergebnis: Flaschen, Kosmetik, Tüten, Fischernetze und Zubehör, Hygieneprodukte, Verpackungen und Zigarettenstummel – nicht gerade der Anblick, den man sich unter perlweißen Sandstränden mit kristallklaren Gewässern in Down-Under vorstellt. Es gibt kein Entkommen, Plastikprodukte findet man inzwischen selbst in den entlegensten Buchten.

Statt abzuwarten, dass sich etwas tut, gibt es vielerorts gemeinnützige Organisationen, die sich für die Umwelt und besonders den Meeresschutz einsetzen. Schon während meines Studiums habe ich bei unzähligen Aktionen als freiwillige Helferin mitgearbeitet, um selber aktiv zu werden und auch um wertvolle Erfahrung zu sammeln: von Studien zum Schutz der Haie über die Aufzucht von Schildkröten bis hin zur Arbeit als wissenschaftliche Scuba-Taucherin auf mehrwöchigen Schiffstouren entlang des Riffs.

Seit über einem Jahr bin ich auch aktives Mitglied der Organisation “Reef Check Australia”, die Teil des weltweit größten Internationalen Programms zur Datenerhebung des Gesundheitszustandes des Korallenriffs ist. Wir führen aber auch Aufklärungsaktionen durch und versuchen, die Bevölkerung für den Schutz der Meere zu sensibilisieren. Mehrmals jährlich werden Aufräumaktionen an lokalen Stränden angeboten, die mehr als erfolgreich sind. Fast drei Kilogramm Müll sind bei einer einzelnen Aktion, in einem etwa 100m langen Strandabschnitt auf „Magnetic Island“, direkt vor Townsville gelegen, in nur einer Stunde mit 10 Beteiligten gesammelt worden. Von Plastikprodukten, Geisternetzen, Kosmetika, Essensverpackungen bis hin zu Flaschen, Dosen oder auch das ein oder andere Kleidungsstück ist alles dabei. Ein trauriger Anblick, wenn man bedenkt, wie viel Müll in so einem kleinen Abschnitt in so kurzer Zeit zusammengekommen ist und wie viel mehr noch auf uns wartet und jeden Tag neu dazukommt. Doch jedes Teil, dass man aufhebt, gibt einem das Hochgefühl, etwas Gutes für jedes Tier im Meer getan zu haben. Teilnehmer werden außerdem ermuntert ein öffentliches Umweltversprechen abzulegen, um etwa mehr wiederverwendbare und umweltfreundliche Artikel zu benutzen, öfter das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder in Eigeninitiative Müll einzusammeln. Bereits im März hatten bei einer Clean-Up Aktion auf der gesamten Insel mehrere hundert Menschen dutzende Müllsäcke voll gesammelt. Teilweise werden die Aktionen von lokalen Unternehmen unterstützt, die Preise für besonders aktive Teilnehmer vergeben: Von Buchpreisen bis hin zu Schnorchel-Trips. Es lohnt sich also teilzunehmen, abgesehen davon, dass man nebenbei auch die Umwelt entlastet!

Trotz solch großartiger Organisationen und unaufhaltsamer Helfer, die ihre Freizeit aufgeben, um aktiv etwas für den Naturschutz zu tun, sind die Veränderungsmöglichkeiten leider begrenzt. All diese Aktionen und der Zuspruch der Bevölkerung bewirken vor allem eines: Sie erregen die Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden! Diese können etwas verändern um den Müllverbrauch gesetzlich einzugrenzen – besonders den Gebrauch von Einwegplastik. Queensland, der nordöstliche Staat Australiens, ist nun einer der letzten die seit Juli 2018 die kostenlose Ausgabe von Einweg-Plastiktüten in Supermärkten verboten hat. Außerdem bieten immer mehr Lokale umweltfreundlichere Einwegprodukte, wie zum Beispiel Bambus-Strohhalme, Rabatt bei der Mitnahme wiederverwendbarer Kaffeebecher oder der gratis Nutzung von gekühlten Wasserspendern statt dem Verkauf von Plastikflaschen an, auch werden mehr und mehr Solarplantagen gebaut um ökologische Alternativen zu Kohle und Erdöl anzubieten.

Es gibt also Grund zur Hoffnung! Jedoch liegt es an uns allein, unsere Einstellung zu umweltfreundlicheren Alternativen zu überdenken. Zum Beispiel kann man versuchen, gezielt im Geschäft nach unverpackten Produkten zu suchen und eher das lose Gemüse (am besten noch vom lokalen Markt) oder Shampoo-Seifen statt der Plastikflaschen zu kaufen. Jeder Strohhalm, jeder Kaffeebecher, jede Einkaufstüte oder Flasche, die durch wiederverwendbare und schicke Alternativen aus Metall, Glas oder Bambus ersetzt werden, landen nicht als Plastikmüll in der Natur! Und wenn dann noch jeder bei Aufräumaktionen mithilft oder einfach auf seinen täglichen Spaziergängen etwas Müll einsammelt, können wir zusammen viel bewirken! Let’s do this!

WDC Beach Clean Up Guide zum Download

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.