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© CSIP-ZSL

Wie helfen uns tote Wale?

Wale, die nach ihrem Tod an Land gespült werden, sind eine lebenswichtige Nahrungsquelle für viele...
© Christopher Swann

Um die Erde zu schützen, müssen wir über Wal-Kot und -Kadaver sprechen

Wir wissen, dass der Schutz der Wale unerlässlich ist, wenn wir die Erde retten wollen....
Rundkopfdelfin © Andy Knight

Wenn wir Rundkopfdelfine schützen wollen, müssen wir sie kennenlernen

Ehrenamtliche Bürger:innen helfen uns mit ihren Fotos, die Rundkopfdelfine vor Schottland besser zu verstehen. Rundkopfdelfine...

WDC im Kampf gegen den kommerziellen Walfang

Ereignisreiche Tage liegen hinter uns - was für eine Erfahrung! Die Konferenz der Internationalen Walfangkommission...

Schweinswal ahoi!

Wenn mich jemand fragt, wie es denn auf Sylt war, wo wir am 23. Juni Schweinswale vom Weststrand aus beobachten wollten, kann ich keine passende Antwort finden. Denn einerseits machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Windstärke 6-7 bei herbstlichen Temperaturen war unser Unterfangen praktisch unmöglich. Die kleinen und recht scheuen Wale in der Weißwasserbrandung und meterhohen Wellen zu erspähen kommt einem Lotteriegewinn gleich. Dennoch hatten wir eine Schweinswal-Sichtung, und zwar aus allernächster Nähe. Nur handelte es sich dabei um einen angespülten Wal, der tot am Strand lag. So hatte die Wetterlage auch für diesen Fund gesorgt, der für uns alle sehr überraschend kam.

Soll man das jetzt als „Glücksfall“ bezeichnen? Sicher nicht. Und doch war es für mich als Biologe sehr interessant, das gestrandete Tier zu sehen und (oberflächlich) zu untersuchen. Mit seinen rund 95 cm Körperlänge war es ein Jungtier, das im letzten Jahr geboren worden war. Obwohl der kleine Wal bereits von Möwen stark angefressen war, konnten wir keine deutlichen Spuren von Verletzungen erkennen. Allenfalls wirkte er ein wenig abgemagert.

Nun kommt so etwas leider gar nicht so selten vor. Im Jahr 2016 strandeten zum Beispiel 106 Schweinswale nur auf Sylt. Das Walschutzgebiet direkt vor der Insel, das eigens für den Schweinswal eingerichtet wurde, um diese enorm wichtige Kinderstube zu schützen, scheint nicht sehr wirksam zu sein. Nicht jeder gestrandete Schweinswal ist notwendiger Weise aufgrund von menschlichen Einflüssen gestorben. Doch der gefährliche Mix aus Umweltgefahren – Überfischung, Meeresverschmutzung, Unterwasserlärm und Schifffahrt (um nur einige zu nennen) – macht den Tieren das Leben sehr schwer. Deshalb müssen wir leider davon ausgehen, dass auch der von uns gefundene kleine Wal wegen uns Menschen sein Leben lassen musste. Um das heraus zu finden, bedarf es natürlich einer eingehenden Untersuchung des Tieres. So informierten wir unverzüglich den verantwortlichen Seehundjäger (der auf Sylt auch für Walstrandungen zuständig ist), damit der Kadaver in die Forschungsstelle in Husum gebracht wird. Dort werden gestrandete Tiere seziert und auf die Todesursache hin untersucht. So bleibt immerhin zu hoffen, dass der kleine tote Schweinswal auch nach seinem kurzen Leben dazu beiträgt, dass wir die Probleme der Meeresumwelt besser verstehen – und vor allem besser in den Griff bekommen

Auf jeden Fall war es eine interessante Erfahrung und eine wichtige Chance, die Teilnehmer der Veranstaltung über die Lage des Schweinswals in Nord- und Ostsee zu informieren. Das tut im Übrigen auch der Sylter Wal-Pfad, der mit zahlreichen interaktiven Infotafeln entlang der gesamten Sylter Westküste über die Tiere und ihren Lebensraum informiert. Der Walpfad wird zukünftig übrigens auch in ein neues Projekt von WDC auf Sylt eingebunden – bald findet ihr mehr Informationen dazu auf unserer Website!

Infotafel Walfpad Sylt


Danke an Nationalpark Wattenmeer und Rangerin Anne Schacht, die uns während der Exkursion begleitet hat. Teilnehmer Steven Hille hat bereits aus seiner Sicht über das Erlebnis geschrieben.

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.