Fischfang: Welche Auswirkungen hat das MSC-Siegel auf Wale und Delfine?

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Japan: Whale Watching wird immer beliebter

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Die Vorbereitungen für den Transport der Belugas nach Island gehen weiter

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Ölpest vor Frankreichs Küste bedroht Meeressäuger

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Beluga-Refugium: Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung

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Belugas rufen sich beim Namen

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Die Kultur von Walen sollte bei ihrem Schutz eine Rolle spielen

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WDC beim Workshop zu Unterwasserlärm in Split

Im Dezember bin ich nach Split (Kroatien) gereist, um mich bei einem internationalen Expertenworkshop in die Diskussion über Lärmverschmutzung in den Meeren einzubringen. Der Schwerpunkt des Workshops – an dem Wissenschaftler, NGO-Vertreter sowie Repräsentanten aus der Politik und der Industrie teilnahmen – lag auf seismischen Untersuchungen für die Öl-und Gassuche unter dem Meer. Bei diesen Untersuchungen werden sogenannte Schallkanonen eingesetzt, die sehr laut sind. Sie erzeugen enorme Schallimpulse die so intensiv sind, dass ein Mensch oder ein Wal, der sich direkt daneben aufhielte, auf der Stelle tot wäre. Für die Untersuchungen werden Schallkanonen hinter Schiffen hergezogen und etwa alle zehn Sekunden gezündet – über Wochen und manchmal über Monate hinweg.

Es ist wichtig, darüber nachzudenken, was das mit dem Ökosystem Meer macht. Weichtiere, Krebstiere, Plankton, Fische und natürlich Meeressäuger sind davon zum Teil erheblich betroffen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass lauter Schall die Entwicklung von Organismen sowie das Verhalten und/oder das Gehör von Tieren massiv stören kann.

 
Die Teilnehmer des Workshops erläuterten dies offen und deutlich, wenngleich die Sichtweisen natürlich auseinander gingen. Klar war uns allen, dass es notwendig ist, alternative Technologien in Betracht zu ziehen. Die Industrie zögert jedoch, diese einzusetzen – aus Angst vor Verlusten bzw. vor den Kosten. Eindringliche Plädoyers, fachlich fundierte Stellungnahmen und Diskussionen in Kleingruppen standen auf dem Programm. So brachte der Workshop eine Reihe von Empfehlungen hervor, wie man Umweltauswirkungen bestehender Aktivitäten mindern und zukünftig die Probleme besser vermeiden kann.
 
Im Mittelmeer wird sehr intensiv nach Öl und Gas gesucht, es sind massenweise Einsätze von Schallkanonen geplant. Unserer Auffassung nach muss die Suche grundsätzlich außerhalb bestimmter Zeiten und Gebiete stattfinden. In der Paarungszeit oder in Schutzgebieten muss die Suche nach Öl und Gas eingestellt werden bzw. darf erst gar nicht erlaubt werden.

 
Ich fahre nach solchen Workshops immer mit gemischten Gefühlen nach Hause. Einerseits lerne ich neue Lösungsansätze kennen und vertrete die Interessen der Delfine und Wale. Andererseits ist die Lage oft sehr bedrückend und die „Gegner“ so groß, dass man manchmal schon fast den Sand in den Kopf stecken mag.
 
Aber: Der „Gegner“ ist in diesem Fall die Öl- und Gasindustrie. Und die wird durch den (unendlichen) Hunger der Menschen nach (endlichen) Rohstoffen groß gehalten – also durch uns! So lange wir alle diesen Hunger schüren, wird es den durchschlagenden Wandel weg vom Öl und Gas und hin zu den erneuerbaren Energieträgern nicht geben. Insofern ist es zwar wichtig, mit Experten über den Wandel zu sprechen und neue Wege aufzuzeigen, aber ebenso dringend müssen wir unser eigenes Verhalten überdenken. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass die Energiewende beschleunigt wird.
Fabian Ritter

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutzgebietekampagne - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.