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Schweinswal-Ausstellung in der Nordsee-Akademie eröffnet

Da standen und hingen sie nun, als würden sie schon immer zueinander gehören. Wir hatten gerade an der Nordsee-Akademie in Leck (Schleswig-Holstein) die ersten Werke unserer Ausstellung „Die letzten 300“ an die Wand gebracht, und siehe da: Sie passen perfekt zu den bereits ausgestellten Skulpturen meines Bruders Oliver Ritter, der seine Werke schon seit Mitte des Jahres an der Nordsee-Akademie präsentierte. Ich war froh und stolz, dass alles so harmonisch ineinander greift. Unsere Ausstellung, die seit 2015 auf das Schicksal des Ostseeschweinswals aufmerksam macht und bereits in Stralsund, Berlin und auf Sylt zu sehen war, ist im November 2017 nach Leck umgezogen. Dort fand am 01. Dezember die Eröffnungsfeier statt.

Zur Ausstellungseröffnung kamen unter anderem auch der Bürgermeister von Leck und die Lokalpresse. Am selben Abend konnte ich dem Publikum einen Vortrag über Schweinswale präsentieren. Auch diese Veranstaltung stand ganz im Zeichen des notwendigen Schutzes der Schweinswale in deutschen Gewässern.

Die Vielfalt der Werke – von Illustrationen, Malereien, Skulpturen, Filmen und Animationen bis hin zu liebevoll gestalteten Objekten – ist immer wieder faszinierend. Wir hatten damals, als wir den gleichnamigen Wettbewerb starteten, niemals erwartet, dass sich so viele Menschen noch dazu auf so kreative Weise mit den Schweinswalen in der Ostsee beschäftigen würden. Die Ausstellung, die aus den Einreichungen zu diesem Wettbewerb entstand, ist ein kraftvolles Zeichen dafür, wie sehr den Menschen in Deutschland das drohende Aussterben der in der zentralen Ostsee lebenden Schweinswale nahegeht. Mit der Nordsee Akademie Schleswig-Holstein konnten wir erneut einen wunderbaren Ausstellungsort finden, denn dieses Haus hat mit seinen vielen Veranstaltungen und Seminaren eine stark meeresschutz-orientierte Agenda.

Nun ist es nicht immer einfach, so viele Werke harmonisch in die vorhandenen Räume einzufügen, doch gelang uns dies an der Nordsee Akademie ausgesprochen gut, wie ich finde. Die Skulpturen von Oliver Ritter regen durch ihre Figürlichkeit zum Nachdenken über sich selbst an. Ein Beispiel dafür ist die Hüterin des Lebens, die stark meeresbezogene Elemente enthält. Sie schlägt eine Brücke zu den Motiven, die der Ausstellung zugrunde liegen: denn auch Umweltschutzorganisationen wollen zum Nachdenken anregen.

Unsere Botschaft lautet: Wir können nicht so weitermachen wie bisher! Insofern ist es uns wichtig, nicht nur auf die Problematiken der Meeresverschmutzung, des Unterwasserlärms und des Beifangs in Fischernetzen aufmerksam zu machen, sondern dem Besucher der Ausstellung durch gezielte und fundierte Informationen auch die Mittel in die Hand zulegen, sein eigenes Verhalten sinnvoll zu verändern. Es ist nicht nur „die Politik“ oder „die Fischerei“, die den Schweinswalen und vielen anderen Meeresorganismen das Leben schwermacht. Es sind auch wir, jeder Einzelne von uns, mit unserem Konsumverhalten, unserer Mobilität und unserem Streben nach mehr, die einen Beitrag zu all diesen Bedrohungen leisten. Wenn wir aber alle ein Teil des Problems sind, sind wir im Umkehrschluss auch alle ein Teil der Lösung!

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.