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Außergewöhnlicher Fund: Archäologen entdecken Überreste eines Schweinswals

Auf der kleinen Insel Chapelle Dom Hue im Ärmelkanal haben Archäologen einen äußerst ungewöhnlichen Fund gemacht. Die Forscher fanden Überreste eines Schweinswals, der nach Traditionen des mittelalterlichen Christentums beigesetzt wurde.

Wissenschaftler der Oxford University und des Guernsey Museums and Galleries arbeiteten daran, die Grundmauern eines kleines Bauwerkes freizulegen, das im Mittelalter Benediktinermönchen als Rückzugsort gedient hatte. Dabei stießen sie in der Nähe der Gemäuer auf ein Grab. Aufgrund der typischen Ost-West-Ausrichtung des Grabes rechneten die Archäologen mit den Gebeinen eines Mönchs. Schon bald wurde aber klar, dass die Gebeine in keinem Fall menschlichen Ursprungs sein konnten. Nach einer Untersuchung haben die Forscher feststellen können, dass es sich um Knochen eines jungen Schweinswals handelt. Die Gründe dafür, weshalb ein Wal nach christlichem Ritus des 14. Jahrhunderts begraben wurde, sind unklar. Meeresbiologen sollen nun die Knochen analysieren.

Im Mittelalter dienten Schweinswale und Delfine oftmals als Nahrung. Eine Theorie wäre somit, dass der Wal konserviert und vergraben, danach aber vergessen wurde. Eine Andere Theorie geht von einer religiösen Bedeutung des Wals aus. Delfine hatten zwar im frühen Christentum einen Stellenwert, jedoch wurde nie zuvor von einem ähnlichen Fund berichtet.

„Es handelt sich um einen Schweinswal, der für die christliche Gemeinschaft offenbar von einer besonderen Bedeutung war. Denkbar wäre auch, dass der Wal strandete, von Mönchen gerettet wurde und sich so eine außergewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Tier herausbildete“, so Fabian Ritter von WDC. „Nicht selten werden besonders menschenfreundliche Delfine zu großen Attraktionen für Menschen, auch heute noch. Zu Zeiten der alten Griechen wurden Menschen schwer bestraft, wenn sie einem Delfin etwas zuleide taten. Wer weiß, in welchem Verhältnis die Mönche zu dem vergrabenen Schweinswal standen, offenbar habe sie ihn aber in Ehren gehalten. So etwas wünscht man sich in der heutigen Zeit, wo diese Tiere unter so vielen menschengemachten Einflüssen unter Druck stehen“

Schweinswale in Deutschland