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WDC räumt auf – Beach Clean Up auf Sylt

Ich freue mich immer sehr, wenn ich auf Sylt ankomme. Das liegt vor allem am Meer. Am Weststrand der Insel kann man nicht nur sehr gut Schweinswale beobachten (besonders in den Sommermonaten), sondern auch wunderbar den Blick in die Ferne schweifen und die Seele baumeln lassen.

Mitte September bin ich aber mit einem klaren Auftrag angereist: Wir wollen den Strand auf Sylt säubern! Anlässlich des International Coastal Cleanup Day haben wir zusammen mit der Schutzstation Wattenmeer ein sogenanntes Beach Clean Up organisiert. Diese Idee traf auch bei den lokalen Medien auf reges Interesse und so machte ich mich nach der Ankunft direkt vom Bahnhof auf ins Studio von Antenne Sylt und gab ein kleines Interview zu unserer Aktion.

Danach ging es weiter zur Lagebesprechung mit dem Leiter der Arche Wattenmeer, Dennis Schaper, und meiner Kollegin Luisa Knüppe, die extra die weite Reise von München nach Sylt hinter sich gebracht hat, um mit dabei zu sein. Ergänzt wird unser Team von Nena Weiler, unsere ehemaligen Praktikantin, die WDC auch weiterhin als freiwillige Helferin unterstützt.

Am darauffolgenden Morgen fanden sich rund 20 Freiwillige an der Arche ein. Ausgerüstet mit Müllsäcken, Handschuhen und veganer Schokolade als „Kraftnahrung“ geht es Richtung Meer. Dort macht sich die Gruppe daran, alles einzusammeln was nicht an den Strand gehört. Und das ist eine Menge! Zwar werden die touristisch genutzten Strandabschnitte auf Sylt regelmäßig gesäubert, aber es kommt ganz offenbar immer sehr viel Müll nach – er wird vom Meer angespült. Vor einigen Tagen gab es einen heftigen Sturm, und vielleicht liegt der Spülsaum deswegen heute besonders voll mit unzähligen Plastikpartikeln, Flaschenverschlüssen, Paraffin-Klumpen, Styroporteilchen und vielem mehr. Bis hoch in die Dünen (ein ebenfalls sehr sensibler Lebensraum!) wird all dieser Unrat geweht, wenn er erst einmal seinen Weg ans Land gefunden hat.

Wir sind erschrocken über die Menge des Mülls, den wir nach etwa dreieinhalb Stunden eingesammelt haben. Er füllt einige große Abfallsäcke! Wir schauen nochmal ganz genau hin: Zwei Säcke werden exemplarisch geleert und der Inhalt penibel sortiert. Wir notieren alles auf einem eigens dafür vorgesehenen Erfassungsbogen, der später an das Abkommen zum Schutz des Nordost-Atlantiks (OSPAR) eingesendet wird. So hat unsere Aktion über ihren direkten Nutzen hinaus auch noch einen wissenschaftlichen Wert.

Aber natürlich haben wir heute das Meer nicht gesäubert. Unsere Aktion ist nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Die eigentliche Ursache der Problematik geht uns alle an! Jede Plastikflasche, jede von uns aufgegabelte Verpackungsfolie könnte unsere eigene gewesen sein. Und klar ist auch: Der meiste Müll bleibt im Meer, sinkt dort auf den Grund oder wird von den Meereslebewesen verschluckt. Auch bei Schweinswalen findet man mittlerweile regelmäßig Müll im Magen! So bleibt von diesem „schönen Tag am Meer“ vor allem die Erkenntnis, dass es vor allem um Müllvermeidung geht, wenn wir dieses globale Problem bekämpfen wollen. Dabei kann jeder mithelfen!

Beach Clean Up Sylt

Danke an Patagonia für die Förderung des Beach Clean Ups

Unterstützt unsere Kampagne Weniger Plastik ist Meer

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.