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Taiji: Jagd auf zwei weitere Delfinarten

Laut Berichten aus Japan sind zwei neue Delfinarten in die Liste der Delfine aufgenommen worden, die Jäger aus der Stadt Taiji töten oder für die Delfinarienindustrie fangen dürfen. Zu den neun bereits auf der Liste stehenden Arten hat die japanische Fischereibehörde jetzt auch den Rauzahndelfin und den Breitschnabeldelfin hinzugefügt.

Damit folgt die Behörde einer von Fischern aus den Präfekturen Okinawa und Wakayama bereits 2006 gestellten Forderung. Begründet wird die Entscheidung damit, dass die Populationen angeblich jeweils 5.483 Rauzahndelfine und 50.889 Breitschnabeldelfine umfasst und angesichts dieser Zahlen das Überleben der Arten trotz der Jagden nicht gefährdet sei. Die Behörde behauptet sogar, dass selbst bei konstanter Jagd auf die Tiere über einen Zeitraum von 100 Jahren die Populationsgrößen nicht verringert würden.

Die Pläne der Delfinjäger sehen vor, jährlich 46 Rauzahndelfine zu fangen und anschließend an Delfinarien zu verkaufen. Insgesamt bis zu 704 Breitschnabeldelfine sollen gefangen und geschlachtet werden. Eine Fangquote für die übrigen Arten auf der Liste ist für die nächste Saison noch nicht veröffentlicht worden.

Möglicherweise wurde der Rauzahndelfin der Liste hinzugefügt, weil Große Tümmler und Weißstreifendelfine seltener werden. Bisher werden Rauzahndelfine kaum in Gefangenschaft gehalten und es ist wahrscheinlich, dass die Tiere auch für ein in Taiji geplantes Delfinarium vorgesehen sind.

Die Treibjadsaison beginnt im September und dauert bis April. Während der Treibjagden werden die Delfine im Meer von Booten eingekreist und dann in eine Bucht getrieben, wo sie entweder grausam getötet oder für den Verkauf an Delfinarien in der ganzen Welt gefangen werden.

Wie profitabel die Jagden für die Jäger sind, hängt von der Zahl der Verkäufe lebend gefangener Tiere ab: etwa 9.000 Dollar kostet ein lebender Großer Tümmler, das Fleisch eines Tieres ist etwa 200 Dollar wert.

Die Haltung in Gefangenschaft ist für die hochsensiblen und intelligenten Tiere eine Qual und muss endlich beendet werden!