Zum Inhalt springen
WDC klagt den Schutz der bedrohten Atlantischen Nordkaper ein

WDC klagt den Schutz der bedrohten Atlantischen Nordkaper ein

Nordatlantischer Glattwal mit Jungtier. (C) Chris Slay Etwas mehr als die Hälfte der seit 2017...
Roboter-Delfine: eine Alternative für Delfinarien?

Roboter-Delfine: eine Alternative für Delfinarien?

Da die Kritik an der Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft wächst, wird nach...
Das leise Verschwinden der Schweinswale aus der deutschen Nordsee

Das leise Verschwinden der Schweinswale aus der deutschen Nordsee

(C) Charlie Phillips Die Populationen wurden per Flugzeug aus der Luft, durch Zählungen und entsprechende...
Gefangener Zwergwal in Taiji wurde getötet

Gefangener Zwergwal in Taiji wurde getötet

Die japanische NGO "Life Investigation Agency" dokumentierte in den vergangenen 19 Tagen die Notlage des...

Gestrandeter Orca weist alarmierende PCB Belastung auf

Bereits vor einem Jahr wurde das Orcaweibchen Lulu tot an der Westküste Großbritanniens aufgefunden. Nun enthüllen die Autopsie-Befunde eine traurige Geschichte.

Lulu war eine der letzten ihrer Art. Sie gehörte zu einer kleinen Gruppe von nur acht Orcas, die in britischen Gewässern heimisch sind. Diese akut vom Aussterben bedrohte Population hatte seit über 20 Jahren keinen Nachwuchs mehr. Nun legen die Untersuchungsergebnisse von Lulus Körper nahe, warum dies der Fall sein könnte: Lulu war stark mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet.

Es ist bereits seit Jahren bekannt, dass die Meere Westeuropas ein globaler Hotspot für PCB-Belastung sind. PCB wurde beispielsweise als Weichmacher in Kunststoffen verwendet. Diese toxische Chemikalie wurde in Europa in den 1980er Jahren verboten, doch sie ist extrem widerstandsfähig und wird im Meer nicht einfach zersetzt.  Deshalb ist sie nach wie vor in unseren Ozeanen zu finden und hat einen verheerenden Effekt auf Lebewesen im Meer. Hohe PCB-Konzentrationen können Einfluss auf die Fortpflanzungsrate von Walen und Delfinen haben und ihrem Immunsystem schaden. Die Konzentration von PCB ist bei einigen Wal- und Delfinarten in Europa besonders hoch – sowohl bei männlichen als auch weiblichen Tieren. Das ist alarmierend, denn weibliche Wale und Delfine geben Schadstoffe mit der Muttermilch an ihre Nachkommen weiter.

Die extrem hohen PCB Werte in Lulus Körper sind schockierend, sie sind 20 Mal höher als die Werte, die Wale und Delfine noch verkraften können. Dr. Andrew Brownlow, der Direktor des Scottish Marine Animal Stranding Scheme, hebt das Ausmaß der Vergiftung hervor und hält fest, dass Lulu damit eines der am stärksten mit PCB belasteten Lebewesen unseres Planeten ist. Er stellt in Frage, ob die britische Orca-Population von nur acht Tieren überhaupt überlebensfähig ist.

Der Bericht ist ein alarmierender Weckruf. Wir Menschen dürfen die Meere nicht achtlos verschmutzen und vergiften. Die Folgen unseres Handelns werden noch in Jahren, Jahrzenten und Jahrhunderten Auswirkungen auf unser Ökosystem haben. Lulus Geschichte könnte ein Wendepunkt sein, an dem wir uns für einen konsequenten Meeresschutz entscheiden.

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.