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Schweinswaltage in Wilhelmshaven

Ein Gastbeitrag von Nena Weiler, die für WDC bei den Schweinswaltagen in Wilhelmshaven dabei war.

Es ist 3:00 Uhr morgens; mein Wecker klingelt. Heute könnte ich Schweinswale sehen! Ich mache mich auf den Weg zu den ersten Schweinswaltagen in Wilhelmshaven. Die Stadt bietet durch seine Lage im Jadebusen zwischen März und Mai einen Hotspot zur Schweinswalbeobachtung, weil diese den Heringsschwärmen bis in den Hafen hinein folgen.

Meine erste Stunde in Wilhelmshaven verbringe ich gemeinsam mit zwei weiteren gespannten Beobachtern am Südstrand. Die Sicht ist gut, die Schweinswale lassen sich allerdings nicht blicken. Anschließend bringt mich Roger Staves, Mitarbeiter des Nationalparks Wattenmeer, zu den ehrenamtlichen Walbeobachtern der JadeWale, die mit sehr viel Erfahrung gute Ansprechpartner für das Schweinswal-Watching sind. Mit ihnen beobachte ich die folgenden zwei Stunden das Meer und das Hafengelände. Ich höre tolle Geschichten von Schweinswalen 25 bis 30 Meter vor ihnen und sehe mir Fotos an. „Die Beobachtung von Land aus bietet sich hier an, die Wale werden in keiner Weise gestört und kommen, wenn man etwas Glück hat, bis in den Hafen hinein geschwommen.“ Doch auch hier bleibt es zunächst ruhig.

Nach einer kurzen Aufwärmphase mit einem Besuch in der Ausstellung des Besucherzentrums Nationalpark Wattenmeer stelle ich mich wieder eine Weile an den Südstrand. Doch die Ebbe hat eingesetzt, die Chance einen Schweinswal zu sehen wird immer kleiner.

Mittags fahre ich mit etwa 50 weiteren gespannten Teilnehmern auf der „MS Harle Kurier“ in den Jadebusen um vom Wasser aus Wale zu sehen. Dr. Juliane Köhler vom UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven eröffnet dabei die Schweinswaltage und freut sich, so viele Leute mit an Bord zu haben. Nach kurzen Beiträgen der Mitorganisatoren werden Ferngläser verteilt um eine möglichst große Fläche im Blick zu halten.

Und dann höre ich den Ruf: „Schweinswal auf 9 Uhr!“ Ich habe Glück, ich stehe genau richtig, schaue aufs Meer und sehe eine dunkle Rückenflosse auf der Wasseroberfläche. Ein Schweinswal! Die nächsten Minuten halte ich meine Kamera bereit. Die Tauchgänge der Wale dauern zwischen vier und sechs Minuten, danach kommen sie wieder an die Oberfläche um zu atmen. Dieser Wal hat sich jedoch gut versteckt, wir sehen ihn nicht mehr.

Für die Organisatoren und auch für mich war der Tag ein voller Erfolg. Besonders schön war es, zu sehen, dass auch die Wilhelmshavener von dem kleinen Meeressäuger begeistert sind. Lange Zeit war der kleine Wal eher unbekannt. Das Bewusstsein für den Schweinswal und seinen Lebensraum zu stärken ist einer der Hauptgedanken der Schweinswaltage. WDC freut sich deshalb sehr über diese Veranstaltung und wird auch weiterhin versuchen, die Menschen in Deutschland für den Schweinswal zu begeistern.