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Neuigkeiten von der IWC

Dieser Beitrag ist ein kurzes Update zum Fortschritt und den Hürden am Vormittag des zweiten Tages bei der IWC 2016 in Slowenien. Alle Ergebnisse der Abstimmungen sind hier zu finden.

Der Tag hat mit einer schlechten Nachricht für die Wale begonnen, als bei der Abstimmung zu einem Schutzgebiet im Südatlantik 38 Stimmen dafür und 24 Stimmen dagegen gezählt wurden. Es gab 2 Enthaltungen und einige Länder waren entweder nicht anwesend oder hatten ihre Gebühr nicht bezahlt, so dass sie nicht abstimmen durften.

Die meisten Stimmen waren vorhersehbar, doch das üblicherweise für Schutzbemühungen bekannte Kenia hat in diesem Fall abgestimmt wie die Walfangländer. Die Gründe hierfür sind unbekannt – war es eine direkte Anweisung der Regierung an den Ländervertreter oder gibt es andere Gründe für diesen Wandel?

Wir freuen uns jedoch, dass St. Vincent nicht abgestimmt hat – vielleicht aus Solidarität mit seinen südlichen Nachbarn. Der Vorschlag für das Schutzgebiet wurde abgelehnt, doch er  wird wohl beim nächsten Treffen der IWC wieder eingebracht. Brasilien hat vorgeschlagen, 2018 das Treffen auszurichten. Kenia hingegen will das nächste Treffen des Wissenschaftskommittees veranstalten.

Auch die Resolution zu Nahrungssicherheit war heute Thema. Sie wurde von Japans „Verbündeten“ eingereicht. Die üblichen Verdächtigen wie Antigua und Barbuda haben dem Rest der Welt vorgeworfen, dass es unsensibel wäre die Resolution nicht postwendend zu unterzeichnen. Die Walschutzländer hingegen haben die Frage aufgeworfen, ob es hierbei um kommerziellen Walfang geht und nicht nur um indigenen Subsistenzwalfang. Sie haben außerdem darauf bestanden, eine Referenz zum Moratorium einzufügen.
Die Resolution zur besseren Funktionalität der IWC wurde in eine Arbeitsgruppe verlegt die weiter daran arbeiten soll.

Japans Verbündete haben sich auch stark für ihre Resolution zur Schaffung von Fördermitteln eingesetzt, mit der die Kapazitäten von finanziell schwachen Regierungen gestärkt werden sollen, so dass sie bei den Entscheidungen der IWC mitbestimmen können. Zyniker würden behaupten, dass diese Resolution Japans Geldbeutel entlasten soll – denn bisher bezahlt Japan vielen kleineren Ländervertretern die Eintrittsgebühr.

Doch natürlich gibt es auch Gründe, die für diese Resolution sprechen – nicht um Japan zu helfen sondern um Entwicklungsländer bei der Teilnahme zu unterstützen. Doch die IWC Konvention legt fest, dass die Mitgliedsstaaten ihre Teilnahmegebühr direkt bezahlen müssen, so dass diese Resolution einigen organisatorischen Aufwand nach sich ziehen würde. Das System müsste außerdem transparent sein, deshalb werden die Länder ein Auge darauf haben.

Die Diskussion über die Resolution zu Walen als wichtiger Teil des Ökosystems fand ebenfalls heute statt. Wir waren überrascht, als die USA gebeten haben, das Thema im Rahmen des Wissenschaftlichen Komitees zu diskutieren – wo es wahrscheinlich unter den Tisch fallen wird. Bei der Diskussion über die Resolution zur Minamata Konvention haben die Walfangländer argumentiert, dass es nicht Aufgabe der IWC ist über menschliche Gesundheit zu entscheiden.

Japan benutzt auch in diesem Jahr seine „Unterstützer“ , um aggressive Forderungen einzubringen und Anträge wie das Schutzgebiet zu untergraben. Island und Norwegen haben sich bisher kaum geäußert, doch besonders Island unterstützt alle Vorschläge die dem Walfang zugutekommen und spricht sich gegen jegliche Schutzbemühungen aus.